Gespräch zum Thema 'Entwicklungszusammenarbeit unter Druck'

Shownotes

Globale Krisen erschüttern die Entwicklungszusammenarbeit – und die Folgen sind dramatisch: Zuerst die Pandemie, dann der Ausfall ukrainischer Getreidelieferungen und zuletzt die Sperrung der Straße von Hormus haben Versorgungsketten weltweit ins Wanken gebracht. Gleichzeitig brechen zentrale Geldgeber weg: Die USA haben unter Präsident Donald Trump die Entwicklungsbehörde USAID aufgelöst – ein Schritt, den Expert:innen als „Todesurteil für Millionen Menschen“ bezeichnen. Finanzierungslücken treffen vor allem Gesundheit, Ernährungssicherung und Demokratieförderung, während sich viele Länder des Globalen Südens neuen Partnern wie China oder Russland zuwenden.
Was bedeutet all das für die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit? Welche neuen Allianzen entstehen – und welche Risiken bringen sie mit sich? Wie können lokale Initiativen – wie die „Learning Lions“ – trotz globaler Schocks erfolgreich sein? Welche Chancen bieten private Initiativen gegenüber knapperer staatlicher Finanzierung? Was unterscheidet sie in ihrer Herangehensweise? Und welche Art Engagement von uns als Kirchen und Privatpersonen hier in Deutschland ist besonders hilfreich?
Unsere Veranstaltung zeigt die Brennpunkte der internationalen Zusammenarbeit – die mutigen Projekte und die überraschenden Erfolgsrezepte – und fragt, wie eine gerechte, nachhaltige Entwicklung in einer Welt im Umbruch gelingen kann.

Zu Gast:
Prinz Ludwig von Bayern engagiert sich vielfältig in der Entwicklungshilfe in Afrika. Sein Projekt „Learning Lions“ ist eine gemeinnützige Organisation in Kenia, die kostenlose IT-Ausbildungen für junge Erwachsene anbietet.
Dr. Gerd Müller ist seit 2021 Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO). Von 2013 bis 2021 war er bereits Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Das Gespräch am 6.5.2026 führte Akademiedirektor Dr. Achim Budde.

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00:00:03: Meine sehr verehrten Damen und Herren, herzlich willkommen in unserer digitalen katholischen Akademie in Bayern zum heutigen Akademiegespräch am Mittag.

00:00:10: Erstmals seit wir das von einem knappem Jahr angefangen haben beginnen wir verspätet weil es tatsächlich heute verschiedene Probleme gab die wir alle so noch nicht hatten.

00:00:19: aber jetzt sind wir beieinander und Generaldirektor Gerd Müller ist offenbar auch auf dem Weg zu seinem Bildschirm und kommt dann in wenigen Minuten dazu.

00:00:26: Ja meine Damen und Herr wenn Kriege und Krisen die Welt erschüttern dann macht uns das Angst.

00:00:32: Angst um unseren Wohlstand, um unsere vertraute Lebenswelt und unser politisches System.

00:00:37: Und natürlich auch in die Zukunft unserer Kinder.

00:00:39: Ob das nicht alles aus den Fugen gerät?

00:00:42: In solchen Zeiten ist die Gefahr besonders groß jene mit Menschen aus dem Blick zu verlieren, die vielleicht ein bisschen abseits unserer direkten Lebensbezüge stehen die aber von den Kriegen und Krisen doch noch ungleich härter getroffen sind als wir.

00:00:54: Wir wollen heute einen Blick auf die Entwicklungszusammenarbeit werfen, und auf die Menschen für die die Entwicklung um die es hier geht existenziell entscheidend

00:01:02: ist.".

00:01:04: Die gleichen globalen Krisen, die in den letzten Jahren uns in Atem gehalten haben entfalten ihre fatale Wirkung ja auch bei den Ärmsten der Armen.

00:01:11: Denken Sie nur an die Corona-Pandemie und welche Anstrengungen nötig waren, damit die neuen Impfstoffe nicht nur in den reichen Ländern zum Einsatz kommen.

00:01:18: Denken sie an Putins Krieg gegen die Ukraine als im Windschatten der großen Politik dann irgendwo auf Seite fünf auch mal kleinere Meldungen zu lesen waren dass die Blockade der Getreidelieferung katastrophale Folgen für das Welternährungsprogramm der UNO hatte.

00:01:31: Die Zahl der Hungerenden auf der Welt stieg dramatisch an.

00:01:35: Denken Sie an Donald Trumps mutwilliges Zerstörungswerk, dessen willkürliche Akte man sich gar nicht alle merken kann.

00:01:41: Die Schließung der Entwicklungsagentur US-Aid ist jetzt bald ein Jahr her.

00:01:45: Damals hieß es, vierzehn Millionen Menschen könnten in den kommenden fünf Jahren wegen der fehlenden Hilfe sterben unter ihnen fünf Millionen Kinder.

00:01:53: Die Informationen wie viele es inzwischen tatsächlich sind hat's dann nicht mehr in die Tagesschau geschafft.

00:01:58: Ja und nun auch noch der Iran Krieg dessen Auswirkungen auf unsere Spritpreise uns beinahe täglich beschäftigen.

00:02:03: dass aber das große humanitäre Verteilungszentrum in Dubai ebenfalls von seinen Global Health-Lieferwegen abgeklemmt ist.

00:02:11: Und dass deshalb die UN und viele NGOs ihre Nahrungsmittel, ihre Medikamente und Zelte gar nicht mehr zu ihren Einsatzplätzen bringen können – auch das findet in der öffentlichen Debatte weniger Beachtung!

00:02:21: Für uns Christen ist die Menschheit eine Familie und unsere Option gilt innerhalb dieser Familie den Armen.

00:02:27: Wir möchten deshalb heute hinschauen zumindest theoretisch in der komfortablen Situation, dass wir dafür zwei Gäste bei uns haben, deren Perspektiven sich ideal komplementär ergänzen.

00:02:39: Weil nämlich der eine vor Ort im Kenia mit beiden Beinen in der Praxis steht und ganz konkret und nachhaltig erfolgreich Entwicklungsarbeit leistet und der andere als Chef, der für dieses Thema zentralen Einrichtungen der Vereinten Nationen globale Verantwortung trägt.

00:02:56: Und so stelle ich Ihnen unsere beiden Gäste vor, zwei bayerische Größen die sich auf unterschiedliche Art der Entwicklungszusammenarbeit verschrieben haben.

00:03:05: Unser erster Gast ist seine königliche Hoheitprinz Ludwig von Bayern.

00:03:08: Ludwig vom Bayern ist studierter Jurist und IT-Unternehmer und seit langem bereits ganz konkret und aktiv in der Entwickungsarbeit tätig.

00:03:15: Mit der Stiftung Hilfsverein Nymphenburg hat er in einer strukturell stark benachteiligten Gegend im Norden Kenias gleich ein ganzes Geflecht von Hilfs- und Entwicklungsprojekten aufgebaut, das auf ganz vielen verschiedenen Ebenen der gesellschaftlichen, also in diesem Falle dörflichen, Strukturen gleichzeitig ansetzt.

00:03:33: Und dabei Themen wie Wasserversorgung, Gesundheit und Bildung nachhaltig nach vorne bringt.

00:03:39: Von seinem holistischen Ansatz und den darin liegenden Chancen wird er gleich erzählen.

00:03:43: Auf dieser Basis können dann auch hoch problematische Themen, wie zum Beispiel die Verheiratung von Mädchen im Kindesalter angegangen werden.

00:03:50: Besondere Aufmerksamkeit hat es zu Recht auf sich gezogen, dass es ihm mit den sogenannten Learning Alliance gelungen ist in so einem Umfeld eine IT-Branche aufzubauen.

00:03:59: In der junge Leute digitale Kompetenzen erwerben und Startups gründen, deren Dienstleistung dann natürlich online also potenziell weltweit auf den Markt gehen können.

00:04:09: Der Campus dafür wurde vom Pritzkerpreisträger Diebebo Francis Kere entworfen.

00:04:14: Wir blenden das Bild vielleicht mal ein, Frau Hagenmüller.

00:04:17: Das ist eine ganz fantastische Architektur.

00:04:19: Ich weiß nicht, ich habe es sicherlich alle schon mal irgendwo gesehen aber so zu Erinnerungen nochmal kurz wie genial das dort aussieht.

00:04:25: und die Gegend des übrigens am Westufer des Turkana Sees.

00:04:30: Das is dieser See der den Nordwesten von Kenya dominiert und den noch so ein kleines Stückchen glaube ich nach Äthiopien reinratet.

00:04:35: und dort am Ufer gegenüber.

00:04:36: Man sieht's hinten rechts in dem Bild so ein bisschen da ein Stück schräg gegenüber links.

00:04:40: Das ist der Ort, wo diese spektakulären Jahrmillionen alten Knochenfunde gemacht wurden wegen denen diese Region auch als Wiege der ganzen Menschheit ausgewiesen ist.

00:04:51: Ja so viel vielleicht zur Veranschaulichung.

00:04:53: natürlich wissen sie alle nebenbei ist Prinz Ludwig auch noch der zukünftige Chef des Hauses Wittelsbach.

00:04:58: Lieber Prinz Lutwig vielen Dank für Ihre Zeit neben dem Ganzen sonstigen Engagement für unsere Akademie Auch dafür dass Sie heute bei uns digital präsent sind.

00:05:06: herzlich willkommen!

00:05:07: Ja waren es mir gerne.

00:05:09: Danke für die Anlage.

00:05:10: Jetzt habe ich eine erste Frage.

00:05:13: Sie haben ja diese ganzen Krisenphänomene, die ich gerade so kursurisch aufgezählt habe auch alle vor Ort in Turkana miterlebt.

00:05:19: Erste Frage ganz persönlich und wie geht es aktuell da unten ihren Freunden und Partnern?

00:05:25: Wo zwischen, ich sag mal drückender Krisenstimmung aber auch dieser Elektrisierungen Aufbruchstimmung für die ihre Projekte ja auch stehen?

00:05:31: wo dazwischen stehen sie gerade vor Ort?

00:05:35: Ich glaube es gibt wirklich nach wie vor beides.

00:05:37: Es gibt immer Schlimme Dinge, die passieren.

00:05:40: Sie hatten vorhin zum Beispiel die Montage von USAID erwähnt.

00:05:44: Da spürt man in solchen Regionen natürlich schon weil viele Hungerhilfeprogramme einfach ausfallen.

00:05:50: Leider trifft es immer die Menschen, die an wenigsten Stimme haben Deswegen auch am wenigsten laut schreien oder Aufmerksamkeit dafür kriegen.

00:05:58: Das erklärt doch ein bisschen das Phänomen, dass sie beschrieben haben Dass das dann entsprechend nicht in die Schlagzeilen kommt.

00:06:04: Aber auf der anderen Seite gibt's auch immer wieder technische neue Möglichkeiten, die gerade bei unseren Programmen eine große Rolle spielen.

00:06:11: und wie überall auf der Welt beschäftigen wir uns mit den Learning Lines momentan intensivst.

00:06:17: Mit dem Phänomen künstlicher Intelligent – Wir bauen gerade das erste Large Language Model in einem lokalen Dialekt Turkana-Sprache auf

00:06:29: bzw.,

00:06:29: wir haben es in Konstitution gerade wo man plötzlich sieht dass auch einer Bevölkerungen, wo noch wirklich ein Großteil der Erwachsenen zumindest sind immer noch dreißigvierzig Prozent der Kinder nicht in die Schule gegangen sind.

00:06:41: Man plötzlich KI zugänglich machen kann über Telefone weil heutzutage muss man noch nicht mal schreiben oder beziehungsweise tippen können um dann theoretisch mit einer KI zu kommunizieren ganz einfach über die Stimme und vielleicht eben bald auch über die stammelsprache.

00:06:55: das geht jetzt noch nicht aber wir hoffen am nächsten halben Jahr hinzukommen.

00:07:01: Das sind dann immer wieder so positive Signale, dass man sieht das so schlimm alles auf der Welt ist.

00:07:05: Es auch wieder Innovation hilft Dinge voranzutrieben.

00:07:08: ich selber habe immer diese Spannung erlebt gerade weil eben die Turkane also ein bisschen eine Region ist.

00:07:16: dieser Bilderbuchhaft muss man schon sagen aber es gibt tatsächlich am See Palmen und es gibt wirklich diese Häuser Palmen, Blättern dann gebaut werden und sich so vorstellen wie in den fünftiger Jahren Kinderbüche über Afrika gezeichnet wurden.

00:07:34: Man muss da natürlich ein bisschen vorsichtig sein weil diese Region steht für eine typische Problemzone Afrikas.

00:07:42: Wir müssen immer dagegen sagen man darf den Kontinent nicht über einen Kamm scheren sogar Länder nicht über ein Kamm Scheren.

00:07:48: Kenia hat vierzig gesprochene Sprachen und komplett unterschiedliche Regionen.

00:07:53: Wenn man sich Merobi anschaut, da floriert bereits seit Jahren eine tolle IT-Zähne während eben dann im gesamten Norden von Land die Entwicklung mit dreißigvierzig jahren Verspätungen begonnen hat.

00:08:08: das ging eigentlich erst zwölflos kann man sagen und es entsprechend noch.

00:08:12: ein paar Städte haben jetzt Straßen aber wenn in die Dörfer fährt.

00:08:16: Es ist immer noch wirklich teilweise schon steinzeitlich, wie es dort ausschaut.

00:08:22: Ja das ist so ein bisschen die Spannung.

00:08:23: Wir merken, es gibt diese afrikanischen Problemzonen wo es Menschen teilweise wirklich grundlegend empfehlen, essen medizinische Grundversorgungen, Grundbildung und gleichzeitig gibt's auch Chancen, die man selbst solchen Menschen langsam sukzessiv zugänglich machen kann.

00:08:45: Es gibt immer zwei Seiten der Medaille.

00:08:47: Jetzt würde ich mal fragen, das hatte ich eigentlich für später vor.

00:08:49: Ich muss jetzt eher alles ein bisschen umkrempeln.

00:08:51: und zum Thema Industrialisierung.

00:08:53: Der normale Weg wäre ja quasi dass man erst in eine industrialisierungsphase gerät und sich dann danach in den Dienstleistungssektor vorwagt.

00:09:02: was Sie gerade erklärt haben mit den Möglichkeiten die DKI jetzt gibt.

00:09:05: es klingt ja so dass man auch Dinge quasi überspringen kann und dann in eine neue gleich drei Schritte später ansetzt als das sage ich mal der normale Gang wie wir uns noch vor ein paar Jahren vorgestellt haben, würden Sie das bestätigen?

00:09:19: Es ist neben des Wort überspringen.

00:09:21: Es gibt im Englischen oder Denglischen das wunderbare Wort Leapfrogging also Froschhüpfen gut Deutsch gesagt.

00:09:31: Das genau das beschreibt dass eben in manchen Entwicklungsländern es durchaus möglich ist komplette Entwicklungsschritte zu überspring.

00:09:42: Ich meine, wenn Gerd Müller dann kommt, könnte er das sicher bestätigen.

00:09:45: Aber zum Beispiel unsere klassische Entwicklungshilfe hat ja in Asien und Südamerika sehr gut irgendwie insofern funktioniert, unsere eigene Entwicklungsgeschichte unterstützt nachzuvollziehen und irgendwie auch zumindest grob nachzuempfinden.

00:10:01: In Afrika hat es überhaupt nicht geklappt aus verschiedenen Gründen.

00:10:04: Das hing auch mit einem rapiden Übergang zusammen und dann mit großem... So jetzt!

00:10:11: Troste mir erstmal noch mal einen Grüß Gott.

00:10:13: Wunderbar, dann nehme ich das jetzt zum Anlass diese kleine Zäsur um Sie zu begrüßen, liebe Herr Generaldirektor!

00:10:18: Wir haben uns um sieben nach zwölf entschieden schonmal anzufangen weil wir auch Sie nicht unter Druck setzen wollten.

00:10:22: toll dass Sie da sind.

00:10:24: Ich stelle Sie kurz vor, das habe ich auch noch nach hinten geschoben, dass Sie das mitbekommen was ich darüber Sie sage.

00:10:30: Ich begrüße also jetzt in unserer Rolle Herrn Dr.

00:10:32: Gerd Müller.

00:10:33: der ist uns allen vor allem dadurch bekannt, dass er von zwei tausend dreizehn bis zweitausendundzwanzig unter Angela Merkel Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung war.

00:10:42: Vorher saß er aber schon fast zwanzig Jahre lang für die CSU im Deutschen Bundestag, hat sich in zahlreichen gesellschaftlichen Debatten als aufrechter- und überzeugter Anwalt einer fairen internationalen Zusammenarbeit erwiesen und dafür stark gemacht hinter diesen wirtschaftlichen Erfolgen, die letztlich immer auch im beidenseitigen Interesse liegen, auch die humanitäre Verantwortung nicht zu vergessen.

00:11:04: Hat sich zum Beispiel eine Migrationsdebatte immer wieder für die Bekämpfung der Fluchtursachen starkgemacht Und das ist ein bisschen darum, dass wir mit unserer Lebensweise im reicheren Teil der Welt natürlich einen gehörigen Anteil an diesen Fluchtursachen selber mit zu verantworten haben.

00:11:17: Aus seiner Amtszeit in BMZ ist er vor allen Dingen mit dem Lieferkettengesetz in Erinnerung geblieben.

00:11:21: aber auch das Textil Siegel grüner Knopf zählt zum Beispiel zu den Hinterlassenschaften die bis heute positive Wirkung entfalten.

00:11:29: Gerd Müller fiel immer so ein bisschen dadurch aus dem Raste, dass er sich wenn er das für notwendig hielt, immer auch mal getraut hat von der Linie seine Gesamtpartei abzuweichen Und zwar, wenn ich das mal aus meiner eigenen Einschätzung sagen darf in einer sehr sympathischen und immer überzeugenden Richtung.

00:11:44: Seit Jahrzehnte, jetzt ist der Generaldirektor der Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung auf Englisch United Nations Industrial Development Organization UNIDO abgekürzt und damit ist er in der globalen Schaltzentrale.

00:11:58: Für unser heutiges Thema.

00:11:59: liebe Herr Generaldirektor Danke dass Sie sich die Zeit genommen haben zu uns gehetzt sind aus dem Termin der sie bis gerade aufgehalten hat.

00:12:06: herzlich willkommen in unserer Runde.

00:12:08: Ich freue mich sehr, ich komme gerade aus einer Runde mit den fünfzigafrikanischen

00:12:13: Botschaften.

00:12:14: Wir haben über die Zukunft Afrikas und die Kooperation mit Europa, mit den europäischen Kollegen

00:12:20: gesprochen

00:12:21: – zwei Stunden uns ausgetauscht!

00:12:24: Das heißt, wir sehen nicht nur sowieso alle ein.

00:12:25: Dass das natürlich ungleich wichtiger ist als unsere Talk-Runde hier, sondern wir freuen uns dass wir da so dicht am Puls des Themas sind, dass wir quasi brüh warm jemand aus einer solchen Runde jetzt bei uns haben.

00:12:35: Herr Dr.

00:12:36: Müller sie schwärmen oft davon wie bereichernd es in Entwicklungsländern zu arbeiten und dort die Wirklichkeit und die Menschen kennen lernen.

00:12:45: Sie betonen, dass das keine Einbahnstraße, keine gönnerhafte Hilfe von oben herabt ist, sondern das ist ein Beglück und Bereich hat gerade auch auf der menschlichen Ebene.

00:12:54: Meine Einstiegsfrage an Sie wäre, kennen Sie Menschen wegen dieses Drucks unter dem die Entwicklungszusammenarbeit aktuell steht?

00:13:01: Ganz aktuell um die sie besorgt sind wegen dieser aktuellen Situation?

00:13:06: Ja erst mal Herdlius Groskott, Herr Budebrand Ludwig Freumich, Sie sind engagierte Kämpfer für einen miteinander in der Welt mit dem globalen Süden.

00:13:22: Die UN, der Multilateralismus ist unter Druck die reichen Industriestaaten kürzen, die Zusammenarbeit der Mittel mit dem Globalen Süd mit den Entwicklungsländern parallel explodieren wie Rüstungshaushalt in einem unglaublichen Ausmaße und man erzählt der Öffentlichkeit es sei kein Geld mehr da für Entwicklungszusammenarbeit.

00:13:48: Das ist einfach nicht zu verstehen, im UN-Bereich bedeutet das zum Beispiel dass die Weltgesundheitsorganisation nahezu ein Dritter, dass andere Organisationen höchst wichtig wie das Welternährungsprogramm der Mitarbeiter entlassen musste.

00:14:09: Und am Anfang oder am Ende, wenn ich in die Kriegsdirektionen der Welt – ich habe eben mit dem sudanesischen Botschafter gesprochen – fünfzehn Millionen Flüchtlinge im Sudan, die nahezu vor dem Nichtstehen, wir müssen wissen,

00:14:25: wir schalten

00:14:26: einfach das Licht aus für diese Menschen und das ist die humanitäre Seite.

00:14:32: aber darf ich vielleicht einen anderen optimistischen Ansatz noch einbringen.

00:14:38: Wir sind eine Welt!

00:14:40: Deutschland ist ein Prozent der Menschheit, die Europäische Union sechs Prozent der Menschen.

00:14:47: Afrikals erwachsene Kontinent der Zukunft und liebt genau acht Meilen in Marokko von

00:14:55: Europa

00:14:56: entfernt.

00:14:57: Und wir müssen verstehen dass wir win-win Situationen miteinander im Miteinander gestalten können und müssen.

00:15:07: Ich denke mal an Energie- und Klima nur einmal angesprochen, den weltweiten Klimawandel werden wir begrenzen und bekämpfen können nur in Kooperation mit dem riesigen Kontinent Afrika.

00:15:26: ich denke an das Thema

00:15:28: Hunger.

00:15:30: eine Welt ohne Hunger ist möglich.

00:15:33: Afrika hat sechzig Prozent der weltweiten Flächen, die bebaubar sind aber nicht bebaut werden.

00:15:43: Wir können eine Welt ohne Hunger schaffen innerhalb von zehn Jahren.

00:15:47: oder ich denke an Ressourcen und Minereus ganz wichtig für Deutschland, für Bayern bei uns stehen morgen die Förderbänder in der Maschinenbauindustrie wenn die Afrikaner uns ihre Ressourcen, ihre seltenen Mineralien nicht mehr liefern.

00:16:08: Also wir sitzen in einem Boot, Zusammenarbeit,

00:16:12: Austausch

00:16:13: mit Windsituationen schaffen – das ist die Lösung für die Zukunft!

00:16:18: Wie erklären Sie sich denn, dass genau diese Logik die für uns hier alle wahrscheinlich sehr einleuchtend klingt in den öffentlichen Debatten nicht durchdringt?

00:16:25: Das ist zumindest nicht in die politischen Schaltzentralenschaft.

00:16:28: Also sie haben es gerade gesagt im letzten Jahr ist die Entwicklungshilfe weltweit um ein Viertel eingebrochen.

00:16:32: wir sind auf dem Niveau von vor zehn Jahren zurück.

00:16:35: Die Folgen sind gravierend, also die Visionen leuchten mir sehr ein.

00:16:40: Aber wie ist der Weg dahin das nicht nur wiederzusehen?

00:16:42: Sondern auch diejenigen, die am Ende über die Etats entscheiden und dann eben zwischen Verteidigungs- etat und Entwicklungsetat schieben könnten?

00:16:51: Also ich glaube in der internationale Ansatz dass wir verstehen, dass wir alle in einem Boot sitzen, er ist stark abhandengekommen.

00:17:00: Wir sind zu stark national, regional auf unsere Innensicht konzentriert.

00:17:08: Aber um Fluchtbewegung zum Beispiel zu verhindern müssen wir in Afrika investieren.

00:17:16: aber ich habe heute noch einen anderen Ansatz.

00:17:19: einfach Wir sollten verstehen dass unsere wirtschaftliche Zukunft die Zukunft der Wirtschaft auch und gerade in Deutschland und Europa In einer engeren Zusammenarbeit mit Entwicklungsländern, insbesondere mit Afrika besteht.

00:17:36: Ich habe das Beispiel Sätenerben genannt.

00:17:41: China hat das verstanden.

00:17:43: es gibt kein afrikanisches Land wo die genesischen Politik und Industrie nicht tätig ist um sich die Ressourcen für ihre Industrie zu sichern.

00:17:55: Das ist legitim.

00:17:57: ich sehe Keine deutsche Industrie, ich sehe keinen deutschen Politiker der vor Ort in afrikanischen Ländern sich um dieses Thema konkret kümmert.

00:18:07: Und nochmal wenn wir diese Ressourcen für unsere Industrie in Deutschland morgen nicht haben, haben wir auch die Produktionsbasis nicht mehr.

00:18:18: und beim Thema Energie das sind riesige Wachstumsmärkte auch für deutsche Industriebetriebe für deutsche Wirtschaft.

00:18:30: Das Thema Infrastruktur, ich nenne ein Beispiel auf dem afrikanischen Kontinent entstehen jeden Monat, entsteht die Infrastruktur von New York City.

00:18:47: Können Sie sich das vorstellen liebe Zuhörerinnen und Zuhörer?

00:18:52: Straßenbau, Kanalwasser, Kliniken, Schulen.

00:18:58: Jeden Monat entsteht etwa die Infrastruktur einer Stadt wie New York in Afrika.

00:19:05: Ich sehe keine deutsche, ich sehe kaum europäische Firmen, die dieses Potenzial auch nutzen um zu Hause im München und im Frankfurt Arbeitsplätze zu sichern.

00:19:18: Da haben Sie den Verdacht, dass der Zug so ein bisschen abgefahren ist.

00:19:23: Wie gehen sie denn mit diesem Dilemma?

00:19:24: Also Sie sehen das sehr klar was nötig wäre.

00:19:26: gleichzeitig werden die Gelder gekürzt.

00:19:28: auch die UNIDO ist ja abhängig zum größeren Teil von freiwilligen Finanzierungsbeiträgen.

00:19:34: gerade vorgestern kamen die Meldung jetzt ihr ehemaliges BMZ im Vertrag mit ihrer heutigen UNIDCO über die Finanzierung der beiden ITPU-Beruß aufgekündigt hat also auch Sie sind er dann unter dem Druck sage ich mal oder sogar eigentlich noch mehr bewirken zu müssen.

00:19:49: Wie fokussieren Sie da?

00:19:50: Sehen Sie Möglichkeiten tatsächlich, dass durch Effizienzsteigerungen ein Stück weit auszugleichen dieses Dilemma in dem sie dastehen?

00:19:58: Die öffentlichen Gelder sind das eine.

00:20:00: Wir machen einen kleinen Teil aus um Projekte anzufinanzieren und der Kern unserer Arbeit ist in der Tat Wissen- und Technologienkooperation aufzubauen, denn wir haben heute die Technologie und das Wissen eine Welt, wo die Hunger zu schaffen.

00:20:18: Wir können den Klimawandel begrenzen und vieles mehr.

00:20:21: Man muss es nur wollen.

00:20:22: Es fehlt dann politische Willen und Investitionspartner schaffen.

00:20:26: aber es gibt ja Leute wie Brentz Ludwig.

00:20:30: Es gibt Privatpersonen, es gibt Philanthropen, die sagen ich erkenne die globale Dimension Ich sehe dass ich mich nicht auf und um München herum bewegen kann.

00:20:43: Sondern ich sehe, dass wir in einem auf einem Planeten leben und das wir den Klimawandel nicht nur durch das Heizungsgesetz in Deutschland beeinflussen können sondern indem wir in Afrika in eine erneuerbare investieren.

00:21:01: Derzeit werden circa hundert Kohlekraftwerke dort geplant was überhaupt nicht notwendig wäre wenn wir unsere Technologien die der Industrieländer dorthin bringen würden und die Kraft der Sonne nutzten.

00:21:16: Das sind also Philanthropen, Privatpersonen Und ich baue Unido ist eine UN-Organisation.

00:21:23: Ich habe die Organisation nicht nur reformiert.

00:21:26: Effizienzsteigerung Jeder fragt was ist die Wirksamkeit?

00:21:31: Ich habe den Tür geöffnet für die Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft.

00:21:37: Wenn Sie einen Privateninvestor sagen Für dein Investment gibt es sichere Investitionsbedingungen.

00:21:45: Wir schaffen eine Win-Win Situation, die auch für dich einen Gewinn bringt.

00:21:49: Das muss der Weg für die Zukunft

00:21:50: sein.

00:21:52: Jetzt ist Ihnen der Ball schon zugespielt worden, Sie haben ja auch vorhin angedeutet das sie unter den rückläufigen öffentlichen Mitteln zu leiden haben aber sie weisen ja auch darauf hin dass es immer ein Zusammenspiel von öffentlicher Finanzierung oder auch von privater oder kirchlicher Finanzierung und sie haben durchaus auch ihre Erfahrungen wie soll ich sagen mit den Chancen die kleine Träger haben die vor Ort aktiv sind gegenüber offiziellen größeren staatlichen Projekten?

00:22:18: Vielleicht können Sie uns noch ein bisschen Einblicke in Ihre Erfahrungswelt geben.

00:22:21: Wie wird Geld klug eingesetzt vor Ort?

00:22:25: Also, wenn man sich diese zwei unterschiedlichen Ansätze anschaut wie öffentliche und private Entwicklungshilfe reden wir schon über zwei sehr verschiedene Dinge im Ansatz.

00:22:36: Es gibt natürlich ein gewisses Überschneidungsfeld in der Mitte wo dann eben auch öffentliche Entwicklungshhilfe, private Entwicklungshilfe finanziert.

00:22:44: das gibt es absolut.

00:22:45: aber so vom Ansatz ist es einer halt Grassroots und das andere von oben oft weiter im Große blicken.

00:22:53: Ich glaube, dass beide Arme die es da gibt sozusagen an der Einheit Entwicklungshilfe über die letzten Jahrzehnte sehr viel dazugelernt haben sowohl private Initiativen als auch die öffentliche Entwicklungshilfe.

00:23:08: und gerade für Afrika, gerade als sie reinkamen Dr.

00:23:10: Müller habe ich kurz angesprochen Allgemeine Methodik der Entwicklungshilfe auf dem afrikanischen Kontinent nicht so replizierbar war, wie es eben im Asien oder Südamerika eigentlich viel besser funktioniert hat.

00:23:23: Sondern dass wir da viele Schwierigkeiten hatten.

00:23:25: und viele dieser Schwierigkeiten in der afriikanischen öffentlichen Entwicklungshhilfe waren einfach auch dadurch bedingt das wir in vielen Ländern ist plötzlich Und vielleicht auch gerade angeschoben durch die Entwicklungshilfe.

00:23:41: Ich bring gerne in Kenia das Beispiel der Plär-Regierung, die relativ ohne zu schauen Milliardenbeträge in dieses Land gegossen hat und davon ist minimalstens angekommen und gleichzeitig wurden fast in derselben Höhe große Grundstücke von Kenianern an der Bond Street in London gekauft.

00:23:59: Das hat natürlich politische Realitäten geschaffen, die jetzt sehr stark sind Korruptionsstrukturen geschaffen, die jetzt auch nicht mehr wegzudenken sind.

00:24:08: Ich glaube eigentlich dass Afrika als Kontinent und ab von vielen, vielen Kulturen gar nicht besonders korrupt wäre.

00:24:15: im Gegenteil es gibt ja sehr viele innerente soziale und sehr tolle Systeme in diesen Stammelsystemen und Korruption ist dort ein neues Phänomen aber eben ein besonderes starkes das wiederum auch bei der Arbeit betrifft private und öffentliche Entwicklungshilfe.

00:24:34: ich glaube, dass wir im Sinne dieses Problem wirklich jetzt einiges besser machen als noch vor ein paar Jahren sehr viel genauer drauf schauen.

00:24:42: Ich glaube aber auch das manchmal bremst.

00:24:45: Ich habe selber erlebt, man braucht manchmal ein unglaubliches Durchhaltevermögen bei afrikanischen Projekten und da viele nicht haben werden viele Projekte dann nach ein zwei Jahren wieder eingestellt.

00:25:02: Was man sieht, es sind große, große Schilder.

00:25:07: Teilweise dreimal fünf Meter oder sowas.

00:25:10: Hier entsteht das tolle Projekt der Europäischen Union von den US-Aids und dahinter steht einfach gar nichts.

00:25:16: Einzigstens was übrig geblieben ist diese Schild.

00:25:19: Man denkt da schon... Raureg das Ganze.

00:25:25: Ist das der

00:25:26: Punkt, wo dann kleinere private Träger dadurch einen Vorteil haben?

00:25:30: Dass es ganz oft langjährige stabile persönliche Bindungen gibt dass sie eben vor Ort nicht allein stehen sondern vernetzt sind mit mit Playern die eben vorort verankert sind.

00:25:43: und Dadurch sage ich mal mehr Kontinuität reinbringen Sie sich das richtig?

00:25:48: Manchmal ja.

00:25:49: und da wir hier schon bei der katholischen Akademie sind möchte ich auch kurz betonen dass die Kirche dafür eines der besten Beispiele ist.

00:25:55: und gerade was unsere Missionsorden da über Jahrzehnte für eine Leistung gebracht haben, es wirklich erstaunlich.

00:26:03: Und das ist eben gerade der Unterschied weil der Missionar geht nicht für ein zwei Jahre auf einen Posten und dann wird er ausgewechselt sondern die meisten bleiben dann ein Leben lang lernen die Kultur lernen die örtlichen Probleme wirklich kennen und bleiben an der Lösung dran.

00:26:17: und da spielen die Diözösen sogar organisatorisch aber dann vor allem die vielen kleinen Missionsgemeinschaften und auch die größeren schon eine wichtige Rolle.

00:26:30: Und haben sie vor allem über die letzten Jahrzehnte gespielt, also wenn man Afrika die Problemzonen anschaut in den Großstädtenschutz anders aus.

00:26:37: da sind alle unterwegs.

00:26:38: aber umso weiter man rausgeht dann umso mehr man reingeht in die in die Gegenden wo eben bis vor kurzem gar nichts war oder immer noch nix ist dann um so höher ist sozusagen der Anteil der kirchlichen Projekte.

00:26:52: Da wird weiter rausgegangen und da bleibt man auch am Ball.

00:26:55: Und manche private Initiativen tun das auch, und dieses Private ist natürlich sehr günstig weil einfach wenn sich kleine Vereine zusammenschließen und sagen ich baue jetzt meine Schule in Afrika oder ich mache hier das und dass dann bleiben die meistens auch relativ weit im Ball.

00:27:09: Viele müssen das erst lernen, wie es wirklich geht und manche fallen dabei auf die Nase.

00:27:13: aber viele haben dann noch die Kraft wieder aufzustehen und weiterzumachen.

00:27:17: da hat sozusagen dieses durchbeißerische schon einen besonderen Effekt.

00:27:21: Aber wir reden hier halt über sehr kleine Initiativen.

00:27:25: Noch mal ganz kurze Rückfrage zu diesen kirchlichen Trägern.

00:27:28: Der ganze Sektor der Mission steht ja so ein bisschen inzwischen unter dem Ruch, wie soll ich sagen oder unter der Last der kolonialen Vergangenheit?

00:27:35: spielt das aktuell vor Ort eine große Rolle?

00:27:38: Oder geht es aus Sicht der ortsansässigen Bevölkerung einfach hinter den positiven Wirkungen?

00:27:47: Ich würde sagen, dass kann man natürlich auch nicht pauschal auf alle Regionen sagen.

00:27:51: aber die Daumenregel ist umso weniger eine Region entwickelt ist.

00:27:56: Umso bedeutender sieht man wirklich die kirchlichen Akteure dort Unterschiede machen und dort haben sie meistens dann auch einen sehr, sehr guten Ruf.

00:28:06: Gut das liegt meistens auf den Akteuren, die dort unterwegs sind.

00:28:09: aber diesen kolonialen Ruf davon spürt man eigentlich nicht so viel.

00:28:15: Ein Mantra, das Sie oft vor sich hertragen ist.

00:28:17: Es hat keinen Sinn irgendwo eine Schule hinzusetzen, isoliert von allen anderen Dingen sondern sie vertreten einen holistischen Ansatz der verschiedene Bereiche und Ebenen des Wirkens ineinandergreifen lässt.

00:28:27: Könnten Sie das nochmal ein bisschen ausführen?

00:28:31: Wie Sie das was Sie darunter verstehen und warum das so wichtig ist?

00:28:34: Stellen Sie es nicht vor, die sind in einer Region, die bisher noch wirklich ursprünglich gelebt hat wie schon vor tausend Jahren Leben von Vieh zum Beispiel oder in ihrer eigenen Stammeskultur.

00:28:49: Und plötzlich wird eine Schule gebaut und den Kindern wird gesagt, ihr geht jetzt jeden Tag an die Schule und lernt da was?

00:28:55: Wenn ihr jetzt acht Jahre lang oder zwölf Jahre lang jeden Tag hingeht und auf diese Tafel also auf eine Wand startet so wirkt das erst mal.

00:29:03: wenn vor allem für die Erwachsenen dann geht es euch danach besser und ihr habt ein tolles Leben!

00:29:09: Witzigerweise hat das am Anfang gut funktioniert, weil die erste Generationen, die auf diese Schulen gegangen ist, haben alle was aus sich gemacht.

00:29:18: Da waren dann die ersten Regierungspositionen frei und da gab es so die erstlichen wirtschaftliche Ansätze.

00:29:24: aber jetzt für die zweite, dritte, vierte, fünfte Generationen die mit den Schulen fertig wird, wird dann einfach von einer Realität aufgefangen wo es in diesen Regionen halt dann neunzig, fünfmal neunzig Prozent Arbeitslosigkeit oder Jugendsarbeitslosigkeit gibt es, meiste ist jetzt an Jugend.

00:29:39: Und einfach die reellen Chancen nach der Schulbildung, die an der Regel mehr oder weniger gratis ist dann auch noch den nötigen Universitätsabschluss zu kriegen ohne Finanzierungen dafür zu haben und dann vielleicht auch noch vor allem ein Job zu finden sind sehr, sehr gering.

00:29:58: Deswegen muss man sich wirklich auch immer die Frage stellen wenn wir dieses Versprechen machen mitgeht in die Schule und euch geht es besser müssen wir dann auch die Möglichkeit schaffen dass dieses versprechen wahr wird und können das nicht einfach nur zu lernen den Raum schmeißen sonst enttäuschen wir Vertrauen.

00:30:12: und das ist schon etwas was man zwischen auch merkt dass viele wenn man mit diesen Menschen in diesem Dörfern redet dass einem die ältesten ganz zurecht sagen gut jetzt haben wir zwei Generationen die schule geschickt hat jetzt einen Abschluss, aber wo ist denn jetzt der Job für ihn?

00:30:25: Und wo ist das Geld, dass ihr versprochen habt, das heranfängt.

00:30:28: Bisher heißt man muss wirklich sagen Schule heißt auch es muss danach weitergehen.

00:30:34: Und einen Schritt vorher, glaube ich, hatte ich auch irgendwo mal bei Ihnen im Heft vom Hilfsvereingelesen.

00:30:40: Muss man natürlich einfach Wasser haben, damit wir nicht durch die Suche nach Wasser die Zeit verliert, wie man sonst die Kinder sonst brauchen.

00:30:46: Das greift ineinander, das finde ich ganz wichtig.

00:30:48: Herr Dr.

00:30:49: Müller ist stichwortklang vorhin schon mal an Industrialisierung.

00:30:52: Das ist ja das Thema Ihrer Institution und wie ich meine hat vorhin so ein bisschen erzählt dass quasi in Turkana die Entwicklung von der dörflich-agrarisch gestreckten Gesellschaft in seinem Froschsprung gleich in die Digitalisierung geht, ohne dass jetzt dort vorher eine Industrieregion draus gemacht worden sein müsste.

00:31:11: Inwiefern ist tatsächlich Industrialisierung aus Ihrer Sicht noch der Schlüssel für die Entwicklung Afrikas und wo greift das?

00:31:19: oder wie kann man da wiederum unterscheiden zwischen verschiedenen afrikanischen Settings?

00:31:24: Nicht nur der Schlüsse, sondern der Schlüsser.

00:31:29: Wir müssen uns unter dem Begriff einfach Job creation vorstellen.

00:31:37: Wir brauchen hunderte von Millionen, vom Arbeitsplätzen für die junge Bevölkerung.

00:31:44: Ich bleibe noch mal in Afrika.

00:31:48: Jeden Morgen fragen Millionen von jungen Afrikaner Vater und Mutter wo bekomme ich Gehalt?

00:31:59: Was kann ich mir kaufen?

00:32:01: also Job creation Das war auch in Europa vor einhundert Jahren.

00:32:06: In den ländlichen Regionen hat die Industrialisierung begonnen und es wurden Arbeitsplätze geschaffen, Zug um Zug.

00:32:14: Und das ist in Afrika als Lateinamerika der Fall.

00:32:18: Die Schlüsselfrage ist wie schaffen wir?

00:32:21: Wie schaffen diese Länder Jobs für eine wachsende Bevölkerung?

00:32:26: Afrika wird sich die nächsten dreißig Jahre bevölkerungsmäßig verdoppeln.

00:32:30: Es kommen eine bis eins, fünf Milliarden Menschen zusätzlich dazu.

00:32:36: Das Durchschnittshalter im Augenblick liegt bei zweiundzwanzig Jahren und die große Herausforderung ist, wo entstehen Arbeitsplätze?

00:32:46: Und deshalb ist nachhaltige Industrialisierung der Weg unterschlüsselt.

00:32:52: Und das ist auch was UNIDO

00:32:54: als Kernkompetenz

00:32:56: mitbringt.

00:32:57: Wir investieren in Technologietransfer Wissenstransfer.

00:33:02: Und wenn sie vorher Digitalisierung angesprochen haben, Liebfropping, während man in München noch mit dem Geldbeutel bar bezahlt ist es längst in vielen afrikanischen Ländern längst überholt war bezahlt mit einem Handy.

00:33:21: die Vorreiter waren in Rwanda und während in meiner Bayerischen Heimat im Allgäu Ich immer noch Funklöcher habe, wo ich mit ihnen nicht telefonieren kann.

00:33:36: Ist dies in vielen afrikanischen Ländern längst überwunden?

00:33:41: Wir brauchen dort auch keine Leitungen mehr wie das sondern heute geht es über Satellitechnik und das ist ja die Chance.

00:33:49: diese Länder können heute in vielen Bereichen dreißig fünfzig Jahre unsere industriellen Entwicklungen überspringen was ein großer Unterschied ist, die Behebigkeit, wie wir in Bayern und Deutschland sehen.

00:34:06: Die Genehmigungsfristen, die Auflagen – all diese Dinge lehnen uns, die geben diesen Ländern große Chancen weil sie schneller sind, weil sie mehr Innovation, Inspiration junge Leute also.

00:34:22: da ist riesige Dynamik

00:34:26: Und Sie haben auch in Ihrem Schlüssel Statement auf der Homepage ja auch die Formulierung, dass es quasi das Überleben der Menschheit gesichert werden soll aber auch die Grenzen des Planeten respektiert werden.

00:34:36: Also genau das Zusammenbringen der Nachhaltigkeit ökologisch gesehen mit dieser wahnsinnigen Entwicklung jetzt innerhalb von Jahren hunderte Millionen Arbeitsplätze zu schaffen.

00:34:46: sehen sie den Tendenzen dieses, dass sich das wirklich tendenziell immer besser zusammenbringen lässt und gleichzeitig die Wertschöpfungskette auch stärker vor Ort bleibt.

00:34:55: Und eben nicht mit dem Abbau irgendwelcher Rohstoffe schon vor Ort endet.

00:34:59: also der Grundlegende einzig muss sein wir leben auf einem Saneten nehmen wird des Thema Klimaschutz.

00:35:07: was wir in Bayern von den Deutschland hier machen ist wichtig aber wenn wir unsere Industrie unsere Wirtschaft kaputt machen ist, einem Afrikaner oder einem Inder noch längst nicht gewollt sind.

00:35:22: Und mit einer Million Investitionen in einen afrikanischen Land in nachhaltige Industrialisierung schaffen wir den hundertfachen Klimaeffekt wie mit einer Millionen in den Heizungskeller in Munden.

00:35:36: Was will ich damit sagen?

00:35:39: Wenn die Industrialisierung auf dem afrikanischen Kontinent so erfolgt wie vor siebzig Jahren im Ruhrgebiet mit rauchenden Schloten, dann brauchen wir uns in Deutschland nicht mehr über unsere Klimaneutralität Sorgen machen oder unterhalten.

00:35:58: Denn dann wird Afrika das bisher nur marginal am CO-Zweihausstoß beteiligt ist – ca.

00:36:05: fünf Prozent des Weltausstoßes Afrika der große Emitter sein und hier muss Technologietransfer einsetzen.

00:36:14: Hier müssen erneuerbare entwickelt werden, neue Technologie in der Zukunft.

00:36:19: Das ist aber auch die Chance unserer Industrie daran zu partizipieren an diesem Wachstum.

00:36:26: also ein Planet Klimaschutz muss internationalisiert werden.

00:36:31: Wir haben dort einen hundertfachen Effekt von Investitionen als wir ihn bei uns in Europa haben.

00:36:38: Und der zweite Punkt, den möchte ich ansprechen.

00:36:41: Jeder kann etwas tun um mehr Gerechtigkeit zwischen Reih und Arm in der Welt zu schaffen, den Hunger zu beenden.

00:36:50: Ja jeder von ihnen was haben sie denn heute für einen Kaffee?

00:36:55: weil es sich auf dem Tisch steht.

00:36:56: Natürlich haben wir in der Akademie ausschließlich fairen Kaffee, aber ich möchte mal an dieser Stelle nochmal gerade Prinz Ludwig fragen.

00:37:03: Wie ist denn vor Ort der Bewusstseinsstand?

00:37:06: Gerade in diesen Fragen der Ökologie und dieser Zusammenhänge die Herr Müller gerade erklärt hat, ist da ein Bewusstseinstransfer neben dem Technologietransfer notwendig?

00:37:14: oder ist dieser junge Agile-Kontinent uns da längst voraus auch darin in der Folgenabschätzung dessen wie man diese Entwicklung, die vor ihnen liegt gestalten soll.

00:37:27: Ja, ich meine wie Doktor Malawisi gerade richtig gesagt haben der afrikanische Kontinent ist momentan supergrün also fünf Prozent von Gesamtausstoßen in der Welt und davon sind es auch noch mal ganz wenige Regionen.

00:37:41: Also ich möchte nicht wissen wie viel von diesem fünf Prozent allein In Südafrika,

00:37:47: in

00:37:48: Nigeria stattfindet das wahrscheinlich am größten Emissionen.

00:37:50: Wenn man die beiden rausrechnet dann reden wir da wahrscheinlich über mini minimalsten Teil und das ist eine für uns schöne Situation und für uns ist natürlich ein Albtraum wenn es darunter geht.

00:38:03: ich erlebe von immer wieder dass die Leute an ihrer Landschaften, an ihren Natur genauso viel Liebe empfinden wie wir das zu unserer tun.

00:38:13: Potenzial drin, das jetzt früh sozusagen einen Umweltschutzbewusstsein zu verankern.

00:38:20: Ich glaube auch dass das gelingen kann.

00:38:25: Trotzdem meine Sorge hier.

00:38:28: ich möchte trotzdem noch wir dürfen ja auch ein bisschen kontrovers diskutieren oder etwas in der Sammlung zum Mittags wenn alle ins Lösen falten.

00:38:35: Dr.

00:38:35: Müller was Sie vorhin gesagt haben macht mir schon ein bisschen Kopfschmerzen weil wenn die Lösung sein muss wir müssen für eins, sechs Milliarden Menschen Jobs beschaffen und dreißig Jahren sind es dann schon zwei, acht oder drei Milliarden Menschen.

00:38:51: Da sollen jetzt überall Jobs passieren so wie das bei uns passiert ist.

00:38:56: ehrlich gesagt ich sehe nicht wie wir dorthin kommen nicht mal annähernd.

00:39:02: Ich glaube Es ist schon gut wenn sonst natürlich Industrialisierung jetzt neu zu definieren und nicht mehr an verbricken bauen.

00:39:09: denken Ist vollkommen richtig.

00:39:11: Wir müssen an Jobs denken.

00:39:15: Allerdings es wird wahnsinnig schwierig und ich glaube, dass sich sozusagen unsere eigene Entwicklung, die ja in den letzten Jahrzehnten auch schon vorher sehr auf diesem Begriff Leistungsgesellschaft basiert hat.

00:39:30: Jeder Bürger, jeder Bürgerin trägt etwas zum Protosozialprodukt bei und jeder tut etwas und deswegen hat auch jeder etwas und kann oft toll sein.

00:39:40: Wie sollen wir denn das aus so einem Kontinent übertragen?

00:39:44: Die Demografie im afrikanischen Kontinent ist ja auch noch mal viel gemeiner als man denkt, weil diese sozusagen enorme Bevölkerungswachstum findet nicht an den Regionen statt wo Entwicklung funktioniert.

00:39:57: Also gerade wenn Sie sich wieder die beiden Beispiele um Nigeria und Südafrika rausnehmen, gerade da wo es dort gut geht sind die Geburtenraten gar nicht so hoch.

00:40:07: aber sobald sie aus den Großstadtregionen rausgehen die Entwicklungsniveau furchtbar ist, haben sie plötzlich Geburtenraten von sechs, sieben Kindern pro Frau.

00:40:18: Und da kommt diese zusätzliche eins, fünf Milliarden Menschen in den nächsten dreißig Jahren her und da reden wir über Gegenden wo es überhaupt nicht vorspielbar ist.

00:40:27: Ja

00:40:28: aber ich will mal sagen wir müssen

00:40:31: gar nichts tun

00:40:33: Aber die Probleme müssen gelöst werden.

00:40:35: Es gibt Lösungen und dann investieren eben andere.

00:40:39: Gott sei Dank Das Bevölkerungswachstum wird dynamisch in etwa bis zu zwanzig Fünfzig zunehmen und dann den Höhepunkt erreicht haben.

00:40:50: Wir haben sehr positive Beispiele, die sagen darf.

00:40:53: zwei Grundfaktoren sind entscheidend Bedingung

00:40:57: und

00:40:58: Schasengerechtigkeit für Mädchen und Frauen Und das Thema Investitionen Gesundheit.

00:41:05: wir haben das Beispiel Bangladesh.

00:41:08: vor fünfzig Jahren war Die Geburtenrate pro Frau bei acht, heute bei zwei.

00:41:16: Wir haben das Beispiel Ghana oder Tunesien.

00:41:19: vor fünfzig Jahren waren die Geburtonraten bei vier oder sechs, Heute bei zwei ... ähm...die Lösung war Zugang zu Gesundheit für alle und Zugang zur Bildung Und damit ein hergehend sinkender Geburdenrate.

00:41:37: Also Wir brauchen da nicht schwarz sehen für die Zukunft, man muss einfach in die Zukunft dieser Menschen und Gesellschaften investieren.

00:41:47: Und ich möchte zweitens positiv sagen acht der derzeit am stärksten wachsenden Volkswirtschaft sind afrikanische.

00:41:57: das wird den Deutschland nicht wahrgenommen aber es gibt ja viele Partner die das wahrnehmen.

00:42:06: Vertreter der UN-Organisation.

00:42:07: einer meiner stärksten Partnerunterstützer ist die chinesische Regierung, während sich Deutschland mehr und mehr zurückzieht.

00:42:16: Was ich sehr bedauere mit einem deutschen Digi an der Spitze.

00:42:22: Ich öffne Türen für Investoren.

00:42:26: Und da möchte ich aber auch dazu sagen, gut Governance und Kampf gegen Korruption ist die Voraussetzung für Investitionen Und die Länder, die das umsetzen mit ihren Regierungen, die erhalten auch Investoren und Unterstützung aus der Privatwirtschaft.

00:42:46: Ich habe vor sieben oder acht Jahren mit Wolfgang Scheuble dem Finanzminister den Compact des Afrika gestartet – mit IMF und Weltbank.

00:42:57: Wir haben genau dies zur Bedingung gemacht!

00:43:00: Wir verstärken die Entwicklungszusammenarbeit mit den Ländern, die genau beim Korruptions-Codex und bei gutem Governance besser werden.

00:43:13: Wer bei Korruption schlechter wird, sprich höhere Korruptationsraten reduzieren wir oder beenden wir.

00:43:21: Und das war durchaus erfolgreich.

00:43:23: als es gibt gute Ansätze.

00:43:25: Ich sehe optimistisch da vorne.

00:43:29: Nicht nur Deutschland ist ein Partner in der Welt.

00:43:32: Ich habe viele Partner und freue mich sehr über große Unterstützung aus vielen Teilen der Welt, und ich sage

00:43:40: nochmal

00:43:41: wir müssen win-win Situationen denken und umsetzen im Energiebereich, in der Food Production,

00:43:52: im

00:43:52: Mineral Bereich, in die Infrastruktur und bei Handel, Herr Budde.

00:43:57: Da muss ich noch was dazu sagen.

00:44:00: Das Lieferkertengesetz in Deutschland, in Europa, das erachtige heißt den qualitativ wichtigsten Schritt.

00:44:08: mit Handel verändern Sie die Welt, verändern sie das Verhältnis von Reich und Arm.

00:44:17: Nun wurde das immer wieder falsch dargestellt, kritisiert nicht erklärt.

00:44:23: Was heißt denn das?

00:44:25: Ich war vor kurzem in einer Textilproduktion, diesmal im Viertnamen.

00:44:31: Die bezahlen Mindestlöhne.

00:44:33: die Frauen können leben.

00:44:35: Ausgangspunkt des Lieferkettengesetzes war mein Erlebnis Rana Plaza in Äthiopien.

00:44:41: Tausend Frauen nach dem Brand in der Textilfabrik Tod tausend!

00:44:48: Ich habe die Überlebenden besucht und hab sie gefragt dass monatliche Einkommen dieser Frauen Ihre und meine Jeans, die für Deutschland und Europa produzieren.

00:44:58: Das monatliche Einkommen dieser Frauen lag und ist heute noch nicht wesentlich höher bei dreißig Dollar im Monat.

00:45:09: Die produzieren unsere Textilien.

00:45:12: Die Jeans wird für fünf Dollar dort produziert und in München für hundert verkauft.

00:45:20: Und das Lieferkettengesetz sagt Ihr müsst

00:45:23: am Anfang

00:45:24: der Kette diesen Frauen auch einen Überlebenslohn, einen Mindestlohn bezahlen.

00:45:31: Und er liegt nicht bei fünfhundert Dollar sondern er liegt aber auch nicht bei dreißig Dollar, sondern vielleicht bei hundert oder zweihundert Dollar.

00:45:39: und das macht die Jeans um einen Dollar peurer für uns Europäer.

00:45:45: Die selbe Lieferkette kann ich Ihnen darstellen bei Kaffee.

00:45:49: Hundertzwanzig Millionen Menschen leben vom Kaffe und bekommen am Anfang der Kette einen Hungerlohn, Hungerlohnen heißt sie können davon nicht leben.

00:46:01: Und das geht es zu ändern ebenso die ökologischen Standards.

00:46:07: Schauen Sie wir lagern Medizinproduktion nach Indien aus oder die Lederproduktion.

00:46:12: Ich habe eine Gerberei besucht.

00:46:15: Dann frage ich den CEO, wie werden die sehr spezifischen und gefährlichen Abwässer dieser Gerberei-Voleter für europäische und deutsche Schuhe hergestellt wird?

00:46:30: Was hat sie für ein Klärsystem gesagt?

00:46:32: Das kann ich Ihnen zeigen.

00:46:34: Hat mir das Rohr gezeigt wo die Abflüsse in den Vorfluten im Fluss geleitet werden?

00:46:41: Die Antwort von ihm war ihr Europäer Billigseinkaufen, vier Euro bezahlt zu mir für den Lederanteil eurer Schulen.

00:46:51: Bezahlt mir einen Dollar mehr und ich baue eine Kläranlage.

00:46:54: aber es ist auch nicht hinnehmbar dass wir unseren Dreck unsere Abwässer verlagern in diese Länder um.

00:47:04: das ist der Kern des Lieferkettengesetzes.

00:47:07: Und wo waren die Unterstützer bitte?

00:47:10: Wo is da Aufschrei?

00:47:11: Wollen sie Schuhe?

00:47:12: Wollen Sie Jeans tragen, die unter diesen Bedingungen hergestellt werden?

00:47:16: und das bringt uns alle nicht um.

00:47:20: Wenn im Einkauf des Leders für die Schule oder der Jeans wie einen Dollar mehr am Anfang der Kette bezahlen.

00:47:29: Und dann fällten wir die

00:47:32: Welt verändern!

00:47:33: Der Zusammenhang geht natürlich unter, wenn immer nur über den Bürokratieaufwand geschimpft wird aber nicht mehr der eigentliche gedankliche Kern.

00:47:39: Das ist

00:47:39: der Lobbyismus.

00:47:40: ich kenne ja die alle das sind die selten wie vor sechs acht Jahren.

00:47:44: Wenn sie mit realen Wirtschaftsleuten meinen Sie dass es gibt auch tolle Firmen die das umsetzen.

00:47:50: Ich nehme ein Lidl in der Kette.

00:47:53: Mit denen habe ich das Bananenprojekt umgesetzt Vd zum Beispiel wenn sie dort einkaufen.

00:48:00: das ist ein mittelständischer Betrieb.

00:48:02: die frau von David setzt sich seit dreißig Jahren.

00:48:05: jetzt würde ich gerne in wenigen Minuten auch nochmal die Gelegenheit geben, Fragen zu stellen.

00:48:10: Jetzt aber zur Überbrückung.

00:48:12: noch mal wieder an Sie weitergereicht, Prinz Ludwig.

00:48:15: Herr Müller hat gerade erwähnt, dass China ganz stark in den Lücken der Entwicklungszusammenarbeit rutscht, wie wir in Deutschland aber noch schlimmer natürlich die USA gerade lassen.

00:48:27: Ist das eine Entwicklung aus Ihrer Sicht vor Ort, vor der man nur Angst haben muss?

00:48:31: oder eröffnen sich vielleicht in so einem Spiel verschiedener Interessenten einfach neue Optionen?

00:48:36: für die Menschen und Unternehmen in Afrika, die sagen gut jetzt habe ich das Interesse steigt ja auch nicht kann wählen mit welchen Partnern ich zusammen arbeite.

00:48:45: Wie würden Sie das bewerten?

00:48:47: Ja also ich meine Doktor Müller hat es ganz klar gesagt wenn er muss froh sein über jeden Partner den er kriegt und China ist halt der größte Player sozusagen momentan auf dem Kontinent auch mit einer sehr langatmigen und in die Zukunft schauenden Politik.

00:49:02: die Genesen denken da dreißig vierzig Jahre voraus.

00:49:05: Das könnte man sich in Europa können, das eigentlich nur die Forstwerte.

00:49:10: Hier ist es wirklich, man sieht und da geschieht auch richtig was, wenn man eben schaut wo werden Straßen gebaut?

00:49:16: Wo werden industrielle Grundlagen geschaffen?

00:49:19: Verwahrte ich auch, dass wir

00:49:21: Angst haben, wer völlig falsch davor, nur wir verpassen halt da etwas.

00:49:25: Und ich sehe das jetzt immer weniger aus der Sicht unserer Industrie, dass da uns Geschäftsumfallen geht.

00:49:30: aber was ich schon sehe ist, Juniorpartner auf dem afrikanischen Kontinent, wenn überhaupt noch sind.

00:49:38: Während die Chinesen dort immer mehr halt wirklich bedeutend werden und das ist irgendwo eine Entwicklung, die aus europäischer Sicht vielleicht traurig ist.

00:49:48: Auf afriikanischer Sicht nimmt man das was man kriegt und es China kommt halt was momentan.

00:49:54: Wir sind da nicht zu einfach manchmal.

00:49:56: In welcher Sicht haftet ihr mir das Vorurteil an, dass die chinesischen Verträge ein bisschen Knebel-Verträge sind?

00:50:03: Dass die Partner reingelegt werden.

00:50:04: Dann sind sie hinterher überschuldet und können die Raten für die Investition gar nicht zurückzahlen.

00:50:09: Hat sich das verbessert oder ist das gar nicht so aus Sicht der afrikanischen Vertragspartnern?

00:50:16: Da bin ich jetzt nicht der Experte aber... Denke eigentlich weiß jeder, was er sich einlässt wenn man mit China Geschäfte macht.

00:50:22: und zwar haben sie ganz klar.

00:50:24: Das ist im Wirtschaftssektor auch nichts Böses.

00:50:27: erst mal auf Eigeninteresse geprolt.

00:50:29: Bei uns ist es etwas schwieriger.

00:50:31: unsere Entwicklungsanwalt hat immer diese komische Ja Spannung fällt zwischen humanitären Einsatz in wirtschaftlichen Eigeninteressen das teilweise zu komischen Ergebnissen geführt hat Und gerade an kanischen Kontinenten die mehr Zeit hätten können da jetzt viele geschichten erzählen.

00:50:47: Aber es ist grundsätzlich im China ganz klar, wenn man mit China Verträge macht, dann sollte man diese Verträge vorsichtig lesen.

00:50:54: Das wissen auch afrikanischen Staaten und wenn man da seine Raten nicht zahlt, dann gehört ein Hafen plötzlich nicht mehr.

00:51:01: aber trotzdem sind sie verlässlich und das passiert dann etwas.

00:51:04: und auf dem Fronten ist China ein extrem wichtiger Wirtschaftspartner und wird sich an den Ressourcen bedienen.

00:51:14: vielleicht bevor wir in die Fragerunde gehen, ich wollte nochmal eine kleinere Blick machen auf was Sie gesagt haben Dr.

00:51:19: Müller und zwar dieses große Korruptionsproblem das es noch gibt auf dem Kontinent.

00:51:25: Ich sehe momentan, ich möchte auch noch etwas Optimistisches sagen Eine riesige Chance die auf der anderen Seite auch eine riesige Gefahr ist.

00:51:31: Und zwar haben wir bitte angefangen diesen als er noch nicht drin war mit dem Schlagwort künstliche Intelligenz dass auf der einen Seite wiederum diese Job-Kreierung ein bisschen gefährdet, von der sie vorher geredet haben.

00:51:45: Weil gerade ich beschäftige mich hauptsächlich mit digitalen Jobs und ich sehe halt das momentan diese Jobs gefährdet sind dadurch dass KI vieles besser macht.

00:51:55: wir lernen momentan unseren Leuten die Welle zu surfen und sozusagen KI einzusetzen besser zu werden, aber sehr viele werden von dieser Welle überrollt werden.

00:52:04: Und es könnte tatsächlich bald sein – das sagen alle Experten oder die meisten Experten -, dass KI sehr, sehr viele menschliche Jobs auch auf dem Afrikanischen, die bei uns abgebaut werden, während dort gar nicht erst entstehen.

00:52:17: So kann man vielleicht sagen.

00:52:19: Gleichzeitig gibt's aber sozusagen um nochmal den positiven Aspekt reinzusehen durch KI enorme Möglichkeiten der Korruptionsbekämpfung und der Professionalisierung am afrikanischen Kontinent, also sowohl in der staatlichen als auch in der privaten Entwicklungshilfe.

00:52:35: Der Horror den man immer hat sind diese furchtbaren Projektabrechnungen wo halt erst mal gar nichts stimmt und was unglaubliche Ressourcen bindet und einfach weil gute Buchhalter auf dem Kontinent zu unglaublichen Preisen gehandelt werden, weil es einfach viel viel zu wenige gibt ganz anders wie bei uns.

00:52:54: Und da spielt KI plötzlich ganz neue Rollen, um eben wirklich Sachen transparent zu machen und Sachen zu ordnen.

00:53:02: Ich glaube dass wir da auch viele gerade afrikanischen Staaten sehr IT-freundlich sind.

00:53:08: Wir haben das in der ersten Welle gesehen als viele Staaten zum Beispiel einen Großteil ihrer Bürokratie von umgestellt haben auf... Portale, in Kenia heißt es Ise-Bissen zum Beispiel.

00:53:20: Und vorher hat's halt ein halbes Jahr und ein paar Tausend Euro Bestechungsgeld gebraucht bis man bestimmte Dokumente gekriegt hat.

00:53:26: Heutzutage geht das innerhalb von Minuten.

00:53:28: Wanda war da auch ein ganz großer Vorreiter als ihm Wanda erwähnt.

00:53:32: Ich glaube dass das sozusagen die erste Welle war und jetzt nochmal eine zweite sehr große Welle der Professionalisierung und eventuell auch einer Chance der Korruptionsbekämpfung durch KI möglich sein wird, das ist natürlich ein bisschen spekulativ.

00:53:45: Wir wissen noch nicht ob es dann wirklich so stattfindet.

00:53:47: man kann KI destruktiv einsetzen auch dass es möglich aber zumindest habe ich da eine gewisse Hoffnung und ich bin im Endeffekt auch nicht so pessimistisch und bitte haben Sie mich vorhin nicht falsch verstanden.

00:53:58: natürlich müssen wir Schulen bauen.

00:53:59: jedes Mädchen das in einer Schule geht hat keine sieben Kinder mehr danach oder acht Kinder sondern ein zwei weil sie weiß die kann sich gegenüber.

00:54:09: Einmal kann sie sich aussuchen, wem sie heiraten.

00:54:10: Das muss nicht zwangsverheiratet werden.

00:54:13: und zweitens kann sie sicher auch aussuchen wie viele Kinder sie haben will oder auch wie viele nicht.

00:54:18: Deswegen da wird sich sicher auch etwas tun.

00:54:23: Und deswegen bin ich auch voll dabei dass wir weitermachen und zwar mit voller Kraft staatlich öffentliche Entwicklungsarbeit und private Entwicklungsarbeit gerade mit dem Fokus auf Bildung.

00:54:34: so viele Schulen bauen irgendwie möglich.

00:54:36: Wir müssen sehr vorsichtig sein, was wir den Menschen versprechen.

00:54:39: Weil mir ist sehr bewusst dass nicht jeder der in die Schule geht deswegen auch ein Job kriegt.

00:54:44: trotzdem glaube ich das sich gerade bei Mädchen extremes Leben dadurch verbessert und wir müssen dafür sorgen dass das weitergeht und jeder Job den wir noch kreiert kriegen und vielleicht eben hoffentlich auf der KI-Welle surfen nicht davon gewaschen werden

00:55:02: es

00:55:02: unglaublich viel erreicht.

00:55:04: also da bin auch optimistisch.

00:55:07: Das ist jetzt im Grunde schon ein Schlussstatement gewesen und wenn ich schaue, dass sich bisher keine Wortmeldung in dem Chat findet.

00:55:14: Und das wir gleichzeitig schon Dreizehn oder drei haben möchte Ich jetzt die Schlussrunde auch gleich einleuten und dazu überleiten.

00:55:18: Ich habe mir eine letzte Frage noch aufgeschrieben, die ich gerne von Ihnen beiden beantwortet hätte nämlich Was können wir denn jetzt mitnehmen?

00:55:24: Wenn dieses Gespräch gleich endet Die vielen Informationen bei uns weiterarbeiten und wie uns fragen was kann ich tun Welche Art von Engagement hier von uns in Deutschland aus als Kirchen als Privatpersonen Ihrer Beidersicht besonders hilfreich.

00:55:40: Wenn ich was neu in meinem Leben implementieren möchte, in dieser Richtung, wo setze ich an?

00:55:45: Wer mag anfangen?

00:55:46: Also, ich möchte noch mal sagen die Kirchen und die kürtlichen Organisationen, ich sehe Maria Flaspart, die sehr viel Leistung geleistet hat, meine, an meiner Seite als Staatssekretärin.

00:56:00: Bewusstsein schaffen für... Wir sind eine Welt Und christliches Bewusstsein heißt, Solidarität in Humanität und Solidaritet mit der reiche Hüft im Armen zu investieren.

00:56:16: Bewusstseinschaften!

00:56:18: Und das Zweite was ich sagen will jeder kann ein Stück dazu beitragen dass es miteinander fairer und gerechter wird.

00:56:27: und da verweise ich nochmal auf die täglichen Konsumentscheidungen beim Einkauf, ob es Textilien sind mit dem grünen Knopf oder bis der Kaffee, Tee oder vieles mehr ist.

00:56:42: Bewusst ökologisch fair

00:56:45: einkaufen.".

00:56:47: Prinz Ludwig, Ihre Wünsche oder Tipps an Menschen die mehr tun möchten?

00:56:53: Ich würde sagen Dr.

00:56:55: Müller hat das schon wunderbar beschrieben.

00:56:56: eigentlich kann ich mir dem was er sagt hundert Prozent anschließen.

00:57:03: Wenn man Entwicklungshilfe wirklich sehr ernst nehmen will und sich für die Branche interessiert und tatsächlich auch dort etwas machen will, um sich etwas umschaut dann findet man Programme.

00:57:11: Es gibt diverse Mentorenprogramme wo man sich einsetzen kann.

00:57:16: Einfach ist natürlich auch existierende Organisationen zu unterstützen jeder und das soll man einfach seiner Intuition folgen und dem unterstützen den man vertraut.

00:57:25: die manchen haben einen kleinen Verein, irgendwo von Freunden den sie kennen.

00:57:28: Die anderen, wenn man das nicht hat, kann man natürlich auch an die Großen gehen wobei ich die Kirchlichen da immer sehr empfehlen würde.

00:57:36: und ja ansonsten würde ich einfach mal sagen dass Menschliche steht am Schluss.

00:57:42: zuletzt lasst uns versuchen nicht auf diesem Kontinent niemals auf diesen Kontinent herunter zu schauen.

00:57:49: alles was wir tun muss immer auf Augenhöhe passieren.

00:57:53: Sie haben gesagt, es ist nur acht Meilen von uns entfernt.

00:57:56: Vor allem liegt er komplett in der selben Zeitzone und die kulturellen Unterschiede zwischen Afrika und uns sind mal von Hauptfarbe abgesehen gar nicht so groß.

00:58:04: man kommt sehr schnell mit den Leuten ins Gespräch.

00:58:08: Ich hoffe wirklich dass wir es schaffen eine komplett neue und viel stärkere Beziehung wiederaufzubauen.

00:58:16: ich glaube das würde uns Europäern fast nur an unseren trans-aslantischen Partnern orientiert haben, dass es uns sehr gut tun würde dem Beispiel so plötzlich auch klingt von China zu folgen und uns wieder viel mehr für diesen Kontinent zu interessieren.

00:58:31: Vielen, vielen Dank Ihnen beiden.

00:58:33: Das war für mich eine ausgesprochen glückliche Konstellation hier die Perspektiven der Learning Lines aus Turkana und der UNIDO Zentrale in Wien gleichzeitig in unserer Runde zu haben und diese Einsichten und Erfahrungswelten miteinander in Verbindung zu bringen.

00:58:46: Für mich war es sehr aufschließend.

00:58:47: ich denke dass viele von uns sehr viel mit nach Hause nehmen vielleicht auch mal nach einem Nymphenburger Hipster ein googeln oder so, überlegt ob man sich engagieren will.

00:58:56: Also nochmal herzlichen Dank für all die Anregungen, die sie uns gegeben haben.

00:59:00: wir machen einigermaßen pünktlich Schluss und ich würde mich freuen Sie beide in irgendwelchen Kontexten natürlich auch alle anderen Teilnehmenden vielleicht einmal wieder hier in der Akademie im präsentischen Saal statt dem digitalen Willkommen zu heißen und wieder zu sehen.

00:59:13: Danke schön!

00:59:14: Und bis zum nächsten Mal.

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