Gespräch zum Thema 'Wertorientierte Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliche Interessen'
Shownotes
Geopolitischer Wandel, wirtschaftliche Abhängigkeitsverhältnisse und neue Technologien machen eine Neuordnung der Entwicklungszusammenarbeit unabdingbar. Zwischen diesen Bewegungen drohen nachhaltige Entwicklungsziele und das Streben nach globaler und sozialer Gerechtigkeit zerrieben zu werden. Die Anfang 2026 veröffentlichte Strategie zur Neuorientierung der deutschen Entwicklungspolitik zielt vor allem darauf, Partnerschaften an den eigenen geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen auszurichten.
Gleichzeitig eröffnen die dynamischen wirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen einen Handlungsraum, der das Verhältnis von Wertorientierung und ökonomischen Interessen neu verhandelt:
– Wie lassen sich wirtschaftliche Kooperationen fair gestalten?
– Wo können neue Allianzen – etwa mit Unternehmen oder entlang globaler Lieferketten – zu mehr Stabilität beitragen?
– Was kann die strategische Neuausrichtung des Entwicklungsministeriums zu einer solidarischen, wertorientierten und nachhaltigen Entwicklungszusammenarbeit beitragen?
Das Podiumsgespräch bringt Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen, um die Thematik aus unterschiedlichen Perspektiven zu analysieren und zu diskutieren (v.l.n.r. in der Sitzordnung):
Christoph Angerbauer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung, IHK für München und Oberbayern
Dr. Wolfgang Stefinger, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin a.D. beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Karin Kortmann, Parlamentarische Staatssekretärin a.D.
Hubertus Paetow, Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).
In das Thema leitete ein: Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher, Präsident der Hochschule für Philosophie München
Moderation: Dr. Maria Flachsbarth.
Das Gespräch zum Thema 'Wertorientierte Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliche Interessen' fand am 29.4.2026 in der Aula der Hochschule für Philosophie in München statt.
Transkript anzeigen
00:00:03: Herzlich willkommen.
00:00:04: darf ich Sie, verehrte Damen und Herren.
00:00:06: Ich freue mich sehr über Ihre Teilnahme hier im Hörsaal in Präsenz oder digital zugeschaltet im Livestream.
00:00:15: Darf Ihr heute Abend auch aber nicht primär als Präsident der Hochschule für Philosophie und Hausherr begrüßen?
00:00:23: In meiner Primärenfunktion heute Abend oder den Primärenhut, wenn ich auf habe... ist der Moderator des Sachbereichs Entwicklung der Deutschen Kommission Justizia et Pax.
00:00:34: Und in dieser Funktion darf er auch den Geschäftsführer Herrn Jörg Lürr, der im Programm ja angekündigt ist, auch entschuldigen, der leider krankheitsbedingt heute in Berlin bleiben musste.
00:00:46: Umso herzlich erfreuen wir uns dass Sie hier sind.
00:00:49: und ich sage vielleicht ein paar Takte zur deutschen Kommission.
00:00:51: justiziaet pax einen Forum kirchlicher Einrichtungen und Organisationen
00:00:56: die
00:00:57: im Bereich der internationalen Verantwortung der katholischen Kirche in Deutschland tätig sind, versteht sich als gemeinsame Stimme für Fragen der Entwicklungsfriedens- und Menschenrechtspolitik die sie in den Dialog mit Gesellschaft und Politik einbringt.
00:01:14: Das haben wir heute schon ausgieblich heute Nachmittag auch getan.
00:01:18: Das Forum Future and Transformation von Justizia et Pax ist ein Format, das wir gemeinsam mit der katholischen Akademie in Bayern durchführen.
00:01:26: Ich freue mich sehr, dass der Direktor Herr Achim Budde und Herr Dabrowski als zuständiger Referent heute Abend auch hier sind.
00:01:35: Wir sind aus organisatorischen Gründen hier heute in der Hochschule aber auch da gibt es eine gute Zusammenarbeit.
00:01:42: Dieses Forum erörtert aktuelle Fragen von Entwicklung und Gerechtigkeit in globaler Perspektive.
00:01:49: Und dazu gehört zweifelsohne die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit, die in den letzten Jahren und Monaten massiv Unterdruck geraten ist.
00:02:00: Außenpolitische Umwälzungen, die Machtverschiebung in der Geopolitik führen international und auch bei uns in Deutschland zu heftigen Debatten um die finanzielle Ausstattung Wirkung, Sinnhaftigkeit und Ausrichtung der Entwicklungspolitik.
00:02:18: Wir haben gerade heute aktuell erfahren dass der Etat im nächsten Jahr für die Entwicklungspoletik auch noch einmal deutlich reduziert und erstmalig wieder unter die zehn Milliarden Grenze für den nächsten Haushalt gefallen ist.
00:02:36: Die Kritik, die damit verbunden zeigt sich dabei häufig unkonkret, nicht selten auch uninformiert.
00:02:44: Denn darauf hat er renommierte Entwicklungsforscher und derzeitige Präsident der päpstlichen Akademie der Wissenschaftenprofessor Joachim von Braun, der eigentlich heute Abend auch auf dem Podium sein sollte aber auch krankheitsbedingt absagen musste bei der letzten Sitzung der Deutschen Kommission Justizat Pax verwiesen.
00:03:07: Er hat nämlich darauf verwiesen, dass es eine gewisse, da geht's einmal sehr unterschiedlichkeit der Perspektiven gibt.
00:03:14: Weil vor den Mitte der Neunzigerjahre bis Mitte der Zwei-Tausendzehner Jahren waren.
00:03:20: die Entwicklungsergebnisse in den Bereichen der Hunger und Armutsbekämpfung, Lebenserwartung, Gesundheit und Bildungsbeteiligung haben sich schneller verbessert als jemals zuvor in der Weltgeschichte Und inzwischen steht die Entwicklungszusammenarbeit erheblich unter Druck und diese Fortschritte sind dramatisch in Gefahr.
00:03:43: Das hat zu einem Rückgang der öffentlichen Entwicklungshilfe weltweit, vor allen Dingen in den USA aber auch bei uns in Deutschland als zweitgrößter Geber beigetragen.
00:03:56: Die Legitimität ist weg Der Entwicklungszusammenarbeit wird vielfach in Frage gestellt.
00:04:05: Die Mittel schrumpfen massiv und wir leben in vielen Ländern nicht nur einen finanziellen Schlag, was die aufgebrachten Mitteln angeht sondern auch eine tiefgreifende Transformation der politischen Ziele aber auch den normativen Grundlagen wie der institutionellen Architektur der Entwicklungs- zusammenarbeit als wichtigem Feld der internationalen Beziehungen.
00:04:30: Ich zitiere einfach mal aus dem Koalitionsvertrag der beiden Regierungsparteien für die XXI.
00:04:36: Legislaturperiode, wo es heißt wir brauchen grundlegende Veränderungen in der Entwicklungspolitik, die aktuelle geopolitische und ökonomische Realitäten stärker abbilden und gestalten müssen.
00:04:49: Als strategische Schwerpunkte werden wirtschaftliche Zusammenarbeit, Sicherung des Zugangs zu Rohstoffen, Fluchtursachenbekämpfung sowie die Zusammenarbeit im Energiesektor benannt.
00:05:02: Zu Jahresbeginn, im Januar hat die zuständige Ministerin Riemala Radowan mit dem Strategiepapier Zukunft zusammen global gestalten einen Reformprozess des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorgestellt.
00:05:20: Damit will das Ministerium reagieren auf eine zunehmend multipolare konfliktreichere Weltordnung, die geprägt ist von geopolitischen Spannungen und Klimagresehungerarmut und wachsenden Ungleichheiten.
00:05:34: Und damit mit dieser Strategie wie immer neue strategische Ansprüche, klare regionale und thematische Fokussierungen, partnerschaftliche Ausrichtung und eine Modernisierung der Strukturen erreichen.
00:05:48: Diese Reform Plänes wurden nach der Veröffentlichung sehr kontrovers in der Öffentlichkeit gerade auch in der Entwicklungspolitischen Community diskutiert.
00:05:59: Die einen sehen diese Anpassungen als notwendig an, während viele sie aber auch als einseitig und unausgegoren kritisieren.
00:06:10: Wie stellt sich das Verhältnis von werteorientierter Entwicklungszusammenarbeit die gerade im kirchlichen Kreisen natürlich im Vordergrund steht, auch im Kontext der katholischen Soziallehre und einer stärkeren Interessenverknüpfung.
00:06:25: Da muss das ein Widerspruch sein.
00:06:28: oder können dadurch auch neue Gestaltungsspielräume eröffnet werden?
00:06:34: Die können möglichst viel Synergie inzwischen werte Orientierung und Interessen nicht unbedingt nur ökonomisch, aber auch ökonymisch hergestellt werden können dabei Privatwirtschaft und auch unternehmerische Perspektiven leisten.
00:06:51: Darum soll es heute Abend gehen bei diesem Forum, und ich freue mich sehr, dass wir dafür ein sehr ausgewiesenes Podium heute Abend haben.
00:07:02: Ich freu mich sehr und beginne mit der Moderatorin, die gleich die Moderation übernimmt, sondern die ich übergeben darf – Dr.
00:07:11: Maria Flassbad, parlamentarische Staatssekretärin Zunächst im Landwirtschaftsministerium von zwei Tausend Dreizehn bis Achtzehn und dann beim Bundesminister für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung von zwei tausend Acht Zehn bis zweitausend Einundzwanzig.
00:07:29: Sie ist
00:07:30: vielfältig im katholischen Bereich engagiert als Mitglied des Zentralkomitees der Katholiken oder als Vorsitzende des katholischen deutschen Frauenbundes, und ich freue mich sehr, dass sich die Moderation dieses Panels übernehmen wird.
00:07:45: Ich darf gleichwohl auch begrüßen Christoph Angerbauer, Mitglied der Hauptgeschäftsführung der IAK für München und Oberbayern und freue mich sehr dass sie die unternehmerische Perspektive in dieses wichtige Feld auch einbringen.
00:08:00: Wir haben eine zweite ehemalige parlamentarische Staatssekretärin Karin Kordmann, die eben nicht nur parlamentarisches Staatssekreterien war.
00:08:09: Eine der Vorgängerinnen von Frau Flachsbad, sondern lange auch Leiterin des Regionalbüros West und vorher auch das Büros in Berlin Der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit.
00:08:22: Sie bringt damit die Umsetzungsperspektive der Entwicklungspolitik sehr stark in den Blick Und ich darf begrüßen herzlich auf dem Podium Hubertus Peto, Präsident der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft DLG.
00:08:37: Er ist selber auch Unternehmer und Landwirt und auch Mitglied der Resonanzgruppe der Deutschen Kommission Justiz-Eitpax und Danke dass er kurzfristig eingesprungen ist.
00:08:49: Er wird die beiden anderen angekündigten Panelisten Joachim von Braun den ich bereits schon entschuldigt habe und Professor Arim Kampke vertreten, der aus wichtigen auch anderen Verpflichtungen heute kurzfristig sich entschuligen musste.
00:09:06: Insofern glaube ich haben wir ein sehr ausgewiesenes Panel – Ich freue mich sehr auf eine lebendige erkenntnisreiche Diskussion und darf noch kurz
00:09:16: auch
00:09:19: den organisatorischen Hinweis geben dass wir zunächst eben den Austausch auf dem Podium haben und sie dann für die letzte halbe Stunde eingeladen sind, ihre Beiträge in Form einer Frage nicht eines Korreferates einzubringen.
00:09:37: Und in diesem Sinne darf ich eben und last but not least.
00:09:43: Und das ist natürlich das Wichtigste, was ich vergessen habe – ich bitte um Entschuldigung Herr Dr.
00:09:48: Wolfgang Stefinger!
00:09:50: Natürlich unser wichtigster Panelist heute Abend mit dem wir heute Nachmittag schon so lange gesprochen haben.
00:09:55: Wir haben sich schon ein Verleib bei uns in den Kreis insofern entschuldigt, wenn ihr das noch einmal in Suchen habt.
00:10:04: Er ist Abgeordneter für den Deutschen Bundestag hier für München-Ost und Innenstadt Und für dieses Fach besonders qualifiziert, weil er seit langem in diesem Bereich tätig ist und in dieser Legislatur auf den Vorsitz des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung auch übernommen hat.
00:10:23: Man kann wirklich sagen – und wir haben es heute Nachmittag noch einmal sehr glaubhaft gehört – einer der für dieses Themenfeld wirklich brennt und politisch etwas zu erreichen sucht.
00:10:34: Ganz herzlichen Dank, Entschuldigung noch einmal dafür.
00:10:37: Und ich darf jetzt an Frau Flachsbad übergeben und freue mich auf die Debatte.
00:10:42: Ja ganz, ganz herzliche Dank lieber Johannes Wallacher.
00:10:44: vielen Dank
00:10:45: für die freundlich
00:10:46: hin einführenden
00:10:47: Worte, die etwas auch ein sortierenden Worte und wir werden uns versuchen, uns auf dem Podium dieser Thematik zu
00:10:55: nähern
00:10:55: und ihnen entsprechende Einblicke zu geben.
00:10:59: Ich darf sagen, dass mich mit drei der Diskutanten hier auf dem Podium ein kollegiales Du verbindet.
00:11:07: Während ich mit Herrn Angerbauer bei einem
00:11:10: freundlichen
00:11:10: Sie bin nur das sie sich letztendlich nicht wundern darüber.
00:11:15: und dann der Transparenz halber will ich noch mal sagen, politischen Herkunft auch wirklich ein gutes Spektrum, nämlich dass der Regierungsparteien repräsentieren.
00:11:31: Mit Karin Kordmann die SPD-Mitglied ist mit unserem Freund Wolfgang Stiffinger, der von der CSU ist.
00:11:41: das wird hier im Raum niemanden wundern und ich selber bin CDU Mitglied.
00:11:45: also von daher alles prima.
00:11:46: und das Beste an der ganzen Geschichte ist, dass wir flankiert werden von Experten aus der Wirtschaft und auch noch einem NGO-Vertreter, so habe ich Hubertus Beto verstanden weil er nämlich auch noch Präsident bei der DLG ist.
00:11:59: Und von daher haben wir heute wirklich ein sehr breites Spektrum und versuchen uns die Thematik Werte orientierte EZ und wirtschaftliche Interessen Widerspruch oder Synergiepotenzial zu nähern.
00:12:16: Ich fange mal an, gerade weil du so zuletzt vorgestellt worden bist.
00:12:20: Fange ich mal mit dir an in einer kurzen Einführungsrunde und ich würde sie halt alle bitten euch bitten hier auf dem Podium euch relativ kurz zu halten in euren Statements.
00:12:29: So
00:12:29: drei Minuten über einen Daumen dass wir das wir gut miteinander tatsächlich ins Gespräch kommen.
00:12:34: und besonders freuen würde ich mich wenn es eine Podiumsdiskussion gibt Und nicht so ne Podiumsstatement aneinander Reihung.
00:12:41: Schauen wir mal ob wir das gemeinsam hinkriegen.
00:12:45: Lieber Wolfgang, wir kennen uns auch aus unserer gemeinsamen Arbeit schon im AWZ also im Ausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit.
00:12:52: Kannst du kurz sagen was ist denn der Wert von Entwicklungszusammenarbeit?
00:12:59: Also ist es möglicherweise sogar eine Notwendigkeit oder aber birgt diese Entwicklungs- zusammenarbeit möglicherweise sogar Gefahren dass man Menschen Länder sozusagen in Abhängigkeiten bringt die sie gar nicht überwinden können, Partnerschaft auf Augenhöhe oder aber wie gehen wir mit Bad Governance Strukturen um?
00:13:19: Also ein kurzer Abriss sozusagen im politisches Bekenntnis.
00:13:23: Wie sieht es denn aus mit EZ?
00:13:26: Ja, vielen herzlichen Dank für die Einladung und auch von meiner Seite einen wunderschönen guten Abend.
00:13:31: Und danke dass Sie auch an diesen Thema Interesse haben.
00:13:36: Es ist ja ein Thema das nicht jeden Tag in der Zeitung steht und auch nicht in den Nachrichten kommt.
00:13:40: Von daher kann ich sie heute Abend alle als Feinschmecker bezeichnen weil sie dieses Thema eben besonders interessiert und sie da auch das Interesse mitbringen.
00:13:51: Herzliche Dankeschön dafür!
00:13:54: Der Wert der Entwicklungszusammenarbeit, glaube ich ist einer das EZ dort unterwegs ist wo vielleicht die klassische Diplomatie oft und die klassischen Außenpolitik erst mal noch nicht so einfach vor Ort ist.
00:14:11: Und dadurch die Entwicklungs- zusammenarbeit oft auch eine gewisse Türöffnerfunktion auch hat, wenn wir uns die verschiedenen Krisen anschauen.
00:14:21: Die Konflikte, die da sind, die Versorgung von Hungern denn dann sind das ja alles Themen um die sich die Entwicklungszusammenarbeit in besonderem Maße kümmert und hier auch die entsprechenden Werte natürlich mitvertritt.
00:14:35: ich denke dass Werte und Interessen gar nicht ein Widerspruch sind.
00:14:40: ganz im Gegenteil sie sind zwei Seiten eine und derselben Medaille weil Auch wenn wir sagen, wir versorgen hungende weltweit.
00:14:50: Dann haben wir eben ein Interesse daran, dass die Menschen nicht verhungern und dass wir uns um Menschen kümmern.
00:14:57: Liebe Deine Nächsten wie Dich selbst.
00:15:00: auch jetzt um das Mai von der christlichen Seite her zu sehen ist ja ein Wert an sich.
00:15:06: Also von dem her denke ich, dass wir diese beiden Dinge da sehr gut auch zusammen denken und zusammen bringen können.
00:15:13: Und auch wenn wir es übersetzen wollen in die Wirtschaft am Ende kann ich Armut und Hunger nachhaltig bekämpfen, wenn ich eine entsprechende wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern habe, dass die Menschen Jobs finden, dass sie einen Auskommen haben und dass sie ihr Leben selbst bestimmt gestalten können.
00:15:30: Darum geht es am Ende in der Entwicklungszusammenarbeit und deswegen finde ich, dass dieses Feld eines der wichtigsten Politikfelder ist, das durchaus mehr Beachtung verdient.
00:15:42: Ganz herzlichen Dank auch deutlich unter drei Minuten!
00:15:44: Das ist schon mal ein guter Einstieg
00:15:46: für einen Politiker nicht so üblich.
00:15:48: Und fassbar!
00:15:48: Deshalb dachte ich, ich sage's einfach nochmal... Ich würde jetzt anfragen weil du gerade schon den Hinweis auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit Bedeutung von wirtschaftlicher Entwicklung auch für unsere Partnerländer im globalen Süden angesprochen hast auf die beiden Herren zu beiden Seiten.
00:16:10: IHK und Landwirtschaft sind dann durchaus nochmal unterschiedliche Themenbereiche, möglicherweise finden sie Gemeinsamkeiten aber auch Verschiedenheiten.
00:16:21: Entwicklungszusammenarbeit soll ja jetzt die kooperation, die wirtschaftliche Kooperation mehr und mehr in den Vordergrund rücken zwischen dem globalen Süden und dem Norden.
00:16:33: Welche Rahmenbedingungen sind aus ihrer Sicht unbedingt erforderlich?
00:16:38: Gibt es Fallstricke?
00:16:40: gibt es besondere Chancen, die Sie letztendlich sehen?
00:16:43: und ein Thema was mich immer bewegt ist die Frage Wie kommen da auch junge Menschen letztendlich mit ins Boot?
00:16:50: Herr Angerbauer, wollen Sie anfangen?
00:16:52: Gerne.
00:16:53: Vielen Dank ja und offenbar nochmal vielen Dank für die Einladung.
00:16:55: erstmal und herzlich willkommen hier heute Abend!
00:16:58: Das waren jetzt schon sehr umfassende und umfangreiche Fragen.
00:17:02: vielleicht steige ich einfach mal ein.
00:17:04: also eine Herausforderung glaube ich, die wir immer wieder sehen ist dass wir natürlich auch schauen müssen, was in dem jeweiligen Land oder in einem Gastland wie auch immer man es nennt dann tatsächlich benötigt wird.
00:17:22: Und ich möchte vielleicht anschließen an das, was Herr Steffinger gesagt hat.
00:17:28: Am Ende geht es den Menschen in den jeweilige Ländern dann auch darum dass sie irgendwie mit ihrer eigenen Arbeit ein auskömmliches Leben führen können.
00:17:38: Und natürlich ist da ganz zentral das Thema Bildung, ein ganz wichtiges Thema, dass Sie angesprochen haben für uns als Organisationen.
00:17:46: Das sind ja quasi unsere DNA die berufliche Ausbildung in der IHK-Organisation und das Thema Ausbildung.
00:17:56: Die Bildungschancen für die jungen Leute zu bieten fängt natürlich in schulischen Ausbildungen dann in Berufsausbildungen Universitäten an, wo man einfach Perspektiven bietet.
00:18:09: Weil ich glaube die Frustration einfach bei vielen so Groß ist wenn ich sage Ich erlebe oder wenn ich das auch auf mich selber projiziere dann Wenn ich irgendwo eine Entwicklung Chance sehe und mich dahin entwickeln kann Dann möchte ich die auch nutzen.
00:18:27: Für die Wirtschaft hat es natürlich auch immer dann die Herausforderungen, dass sie Mitarbeiter benötigen.
00:18:34: Unsere Unternehmen sind normalerweise meistens in einem hoch technologischen Bereich unterwegs das heißt sie brauchen qualifizierte Arbeitskräfte entsprechend Bildung und Wirtschaft greift da voll ineinander.
00:18:51: Vielen Dank, Hubertus.
00:18:52: Ich gebe das dann in dich weiter.
00:18:54: Fallstricke und Chancen.
00:18:56: Hast du da was im Blick oder würdest du ganz allgemein besser was anderes antworten wollen?
00:19:01: Nein ich will nur einmal kurz darstellen dass die Landwirtschaft und ich würde mal das erweitern.
00:19:06: Die Land- und Entwicklungswirtschaft spielt da eine gewisse Sonderrolle weil sie mit diesen SCG eins kein Hunger unmittelbar zusammenhängt.
00:19:15: Und unsere Erfahrungen als DLG resultieren daraus durch unser internationales Engagement im Messebereich viel Kontakt in Länder, also Entwicklungsländer Südostasien und Afrika haben.
00:19:30: Und dass sich dort angeboten hat diese Fortschrittsplattformen Messe zu erweitern in die Teilnahme an Projekten.
00:19:37: Ich will meinen Beitrag heute so ein bisschen darauf fokussieren zu sagen welche Erfahrungen man so dabei macht und wo dann da eben die Fallstrecke liegen.
00:19:45: ich glaube das ist eine gute Story für heute Abend denn Einer der Fehler, die wir immer gemacht haben ist Wir haben versucht ausgesprochen viel von unserem Know-how und unserer Herangehensweise auch an Technologie etc.
00:20:01: in Entwicklungsländern zu platzieren in den Projekten Und haben uns weniger damit beschäftigt eine komplette Wertschöpfungskette.
00:20:08: darum muss es nämlich gehen, dass die in Drittweltländern unter Umständen ganz anders aussieht und auch zunächst mal ganz andere Voraussetzungen hat als wir das hier haben.
00:20:16: Ich will mir ein Beispiel geben, wir haben hier ein Lebensmittelbuch was ein Lebensmittel nach deutschem Recht ist.
00:20:21: Das steht hier gesetzlich fest.
00:20:23: also sind vielen Drittweltländern nicht so und in Entwicklungsländern ist es aber trotzdem wichtig nach unserer Auffassung Wertschäpfungssketten aufzubauen, die dann auch exportorientiert sein dürfen weil die globale Arbeitsteilung etwas ist, was uns ja am Ende in den letzten zwanzig Jahren eine ganze Menge an Wohlstand gebracht hat.
00:20:43: Also ein Fallstrick!
00:20:45: Wir haben gedacht wenn wir im Brunnen bohren und die Flächen bewässern – das hast du heute noch mal so schön gesagt – dann haben wir unsere Pflicht getan in der Entwicklungszusammenarbeit der Magra-Bereich.
00:20:52: Das ist mitnichten so, sondern wir müssen die agrarische Produktion und alles was dahinter steht?
00:20:58: Die Wertschöpfoskete Lebensmittel im Blick behalten.
00:21:01: Dann ein zweiter Punkt dass wir uns sehr darauf fokussiert haben, Entwicklungszusammenarbeit in Projekten zu machen.
00:21:09: Und wenn ich eine Wertschöpfungskette aufbauen will dann kann man das ja entweder mit einem groß angelegten Projekt machen oder eben mit vielen kleinen.
00:21:17: jedenfalls vereinfacht
00:21:20: die
00:21:20: Art und Weise wie wir Projekte handhaben den Aufbau so komplexer Strukturen nicht gerade, weil sie müssen für jedes Teil Projekte neue Ausschreibungen machen.
00:21:28: Sie haben in der Regel ein Bündnis.
00:21:31: Sie müssten das gesamte Projekt dokumentieren.
00:21:33: wie werden glaube ich heute noch eine ganze Menge darüber reden?
00:21:35: Wie wir auch operativ in der Entwicklungszusammenarbeit da weiterkommen können.
00:21:40: und dass war für uns ehrlich gesagt auch ein großer Faltstrich, weil wir als Wirtschaftsorganisation sind natürlich gewohnt nach Indikatoren zu arbeiten, nach einer gewissen Agilität vorzugehen, auch Projekte zwischendrin immer mal wieder anzupassen und das passt in die bisherige Struktur der Entwicklungszusammenarbeit nicht so wirklich gut rein.
00:22:00: Und als Letztes würde ich sagen natürlich ist Zusammenarbeit im Lebensmittelbereich die beste Fluchtprävention, die wir leisten können oder eine der besten.
00:22:10: und deshalb würde ich nochmal zu dem Thema, wie wichtig ist Entwicklungszusammenarbeit?
00:22:14: Auf jeden Fall sagen wir sollten in diesem Feld und auch in den anderen Feldern der Entwicklungs Zusammenarbeit unbedingt am Ball bleiben.
00:22:22: Wir müssen das agiler machen.
00:22:23: ich weiß gar nicht ob es so sehr am Geld hängt.
00:22:27: Ich denke eine Menge können wir auch im Effizienzbereich noch steigern.
00:22:33: Ja ganz herzlichen Dank Karin von unserer langen Diskussion die wir seit seit dreizehn Uhr miteinander geführt haben.
00:22:40: übrigens sehr gut war Hast du mir gesagt, ich würde gerne ein wirklich gutes Projekt vortragen?
00:22:48: Jetzt sind wir wieder bei einem Projekt.
00:22:50: Aber Du hast halt Expertise zum einen aus Deiner Tätigkeit als Abgeordneter, aus Deine Tätigkeiten als Parlamentarische und dann letztendlich auch in der Umsetzung aus der GIZ.
00:23:02: Was
00:23:02: fällt Dir denn dafür ein Projekt ein?
00:23:04: weil Ich auch mir wünschen würde dass wir heute Abend Beispiele nennen und wirklich konkret werden.
00:23:10: Sehr gerne.
00:23:10: Erst mal, schönen guten Abend!
00:23:12: Schön dass Sie da sind.
00:23:13: Ich freue mich auch, dass ich hier dabei sein darf.
00:23:15: und ein Thema wie Herr Steffinger sagt eines der wichtigsten was den Zusammenhalt auf diesem Klobus überhaupt noch im Blick hat und die Welt ist sowohl latil geworden das man suchen muss wo sind die Gemeinsamkeiten?
00:23:30: Und wie bekommen wir das mit Eigeninteressen und globalen Interessen auch gut hin?
00:23:38: Eine kleine Vorbemerkung machen wir hier, wenn ich darf.
00:23:41: Wenn man heute so gefragt wird was sind die Erfolge der deutschen Entwicklungszusammenarbeit?
00:23:46: Wenn Sie in einem der Partnerländer ungefähr hundertzwanzig an der Zahl nachfragen Was ist das, was sie mit Deutschland verbindet?
00:23:54: Dann ist es das was Sie auch gesagt haben Es ist die berufliche Bildung.
00:23:58: Dieses Aushängeschild der dualen Berufsausbildung Ist im Grunde der Markenkern Der immer wieder nachgefragt wird.
00:24:06: Jetzt wird er nicht eins zu eins übersetzt, sondern man schaut was braucht das Land?
00:24:11: Welche Möglichkeiten bieten Unternehmen an auch praktische Erfahrungen zu machen?
00:24:16: und vor allen Dingen welche Kompetenzen werden gebraucht.
00:24:19: Und das ist ein sehr wichtiges Projekt, ein zweites wichtiges Projekt was ich auch nennen möchte ist wir haben vor etwas über zwanzig Jahren damit begonnen mit Partnern Ländern soziale Sicherungssysteme aufzubauen.
00:24:34: Nämlich dafür zu sorgen, dass Menschen nicht in Notlagen kommen weil sie krank sind, weil sie vielleicht durch Kriegsfolgen versehrt sind oder was auch immer die Fälle sind Sie ihre Berufstätigkeit nicht nachgehen können.
00:24:53: Ein wichtiger Punkt der für uns in Deutschland ja auch das Auffangnetz ist.
00:24:57: Und jetzt möchte ich Ihnen ein Beispiel nennen, weil man ja auch die Frage stellt wie viel wirtschaftliche Zusammenarbeit kann eigentlich das BMZ leisten und warum läuft es nicht über das Wirtschaftsministerium.
00:25:11: Wie kann da eine Kooperation aussehen?
00:25:14: Und deswegen möchte ich Sie jetzt mitnehmen in ein Projekt, das nennt sich Partnering in Business with Germany.
00:25:21: Das Wirtschaftsministerium hat die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit beauftragt dieses Projekt in seiner Programmatik aufzusetzen und es geht darum wie können Unternehmen, kleine und mittlere Unternehmen aus Entwicklungs- und Schwellenländer,
00:25:41: Wirtschaftskooperationen
00:25:43: mit deutschen Klein- und Mittelunternehmen beginnen.
00:25:47: Und dazu werden seitens des Bundeswirtschaftsministeriums mit mittlerweile über zwanzig Ländern weltweit Kooperationen abgeschlossen, mit deren Wirtschaftsministerien und es wird vereinbart wie dann der Gang der Dinge ist.
00:26:04: In den jeweiligen Ländern laden die dortigen Wirtschaftsministerien gut ausgebildete Führungskräfte mit Berufserfahrungen ein und schauen welches Interesse Sie an Geschäftsanbahnungen mit Deutschland haben.
00:26:23: Welche Branche schwebt Ihnen vor, welches Projekt würden Sie gerne mit einem deutschen Unternehmen umsetzen?
00:26:30: Und sie werden dort ausgewählt Und sie werden dann drei Wochen lang geschult.
00:26:36: Es werden ihnen die Marktmechanismen von Deutschland erklärt, was heißt es?
00:26:41: made in Germany?
00:26:42: Was müssen Sie wissen?
00:26:44: und Sie müssten der englischen Sprache auch mächtig sein um überhaupt auf diesem internationalen Paket kooperieren zu können.
00:26:51: Dann kommen Sie nach Deutschland und werden für drei Wochen auch in deutschen Unternehmen eingeladen mitzuarbeiten.
00:27:00: Sie stellen doch Ihren Ansatz vor Wo wollen Sie die Geschäftsanbahnung haben?
00:27:04: Stellen das vor und arbeiten dort mit anderen deutschen Führungskräften an der Umsetzungsidee, die sie dann mitnehmen wieder in Ihr Heimatland.
00:27:16: Und setzen es um.
00:27:17: Fünf Monate später wird das Ganze evaluiert – und es ist ein Riesenerfolgsprojekt!
00:27:22: Wir haben ungefähr zehn Tausend Begegnungen pro Jahr.
00:27:26: Das ist enorm viel und daraus haben sich Geschäftsbeziehungen entwickelt von der Mongolei über Vietnam, Asarbaycan, Indonesien, Indien.
00:27:37: Und das Gute daran ist für das Wirtschaftsministerium in Deutschland läuft das unter dem Begriff der Außenwirtschaftsförderung.
00:27:49: Für die GEZ, für die deutsche staatliche Entwicklungszusammenarbeit ist es ein ganz besonderes Projekt, nämlich Menschen Entwicklungschancen zu geben wo sie ein kleines mittleres Unternehmen bereits führen aber neue Geschäftspartner wollen.
00:28:07: Und wenn wir sagen, wir arbeiten mit über zwanzig Ländern zusammen.
00:28:10: Dann sind es überzwanzig Märkte die doch zur Verfügung stehen auch für deutsche Unternehmen, die expandieren wollen.
00:28:18: ein großartiger Erfolg.
00:28:20: Vielen Dank liebe Karin.
00:28:21: Wir spiegeln das jetzt gegen mit Herrn Angerbauer.
00:28:25: Was sagen Sie denn dazu?
00:28:26: Haben sie mal von diesem von diesem Projekt gehört?
00:28:30: könnten sich vorstellen dass das eine gute Idee ist.
00:28:34: wie arbeitet die IHK in München, Oberbayern in diesem Kontext?
00:28:42: Ja, vielen Dank.
00:28:44: Vielleicht hole ich Eingangs ein bisschen aus auch noch zu meiner Person.
00:28:49: Ich habe viele, viele Jahre im Ausland gelebt und gearbeitet unter anderem vier Jahre in Vietnam, in Ägypten, Peru, Kazakhstan, Äthiopien.
00:29:02: Herausforderungen
00:29:03: dort in der AHK-Struktur, das vielleicht auch noch die Auslandshandelskammern.
00:29:08: Also in Deutschland die Industrie und Handelskammer.
00:29:10: im Ausland heißen wir dann AHK abgekürzt.
00:29:13: Das sind die Auslandshandelskamern.
00:29:16: Die Teil der Außenwirtschaftsförderung des Bundes auch sind, die sich aber zu einem großen Teil selbst finanzieren.
00:29:23: Das ist in dem Zusammenhang immer wieder wichtig zu betonen.
00:29:27: Und die Herausforderungen doch meistens sehr ähnlich.
00:29:32: Also die Frage, wie kommt ein Unternehmen überhaupt in einen Land?
00:29:38: Wie kommt ein Unternehmenden dazu in Chile oder Vietnam oder sonst irgendwo nach Geschäftschancen zu suchen jetzt in deutsches oder bayerisches Unternehmen?
00:29:50: Das ist ganz häufig tatsächlich Zufall.
00:29:53: Es ist ein Kontakt auf einer Messe, es ist ein Geschäftspartner der irgendwie berichtet hat.
00:29:59: Er macht in diesem oder jenem Land ganz gute Geschäfte.
00:30:03: Natürlich gibt's die Unterstützungsmöglichkeiten an Gebote von Delegationsreisen ins Ausland auch die Auslandsmessevertretungen, die bestehen.
00:30:13: aber wenn man die Unternehmen fragt, ist es häufig tatsächlich der erste Ansatzpunkt irgendwo durch eine durch einen zufälligen Kontakt entstanden.
00:30:24: Und dann ist immer die Frage, wie funktioniert sowas andersrum?
00:30:30: Das Projekt das Sie beschrieben haben – ich kenne dieses Projekt und es ist ein schönes erfolgreiches Projekt, wenn ich mich jetzt in die Person eines ausländischen Managers hineinversetze Der wird aber korrigieren Sie mich gerne, der wird im Zweifel dann immer sagen ja wenn Zusammenarbeit mit Deutschland.
00:30:52: Dann sagt er als erstes BMW, Siemens, Bayer, BSF also die Großkonzerne natürlich weil woher soll er denn die Mittelstädte erkennen?
00:31:00: Wir kennen auch keinen.
00:31:01: wer von Ihnen kennt ein mittelständisches Unternehmen in Kenia?
00:31:05: das werden jetzt nicht all zu viele sein die hier sind Insofern Die meisten mich eingeschlossen.
00:31:11: ich kenne auch kein Konzern aus Kenia dass nur nebenbei.
00:31:17: Die Frage ist dann, wo dock ich an und wo macht es Sinn?
00:31:21: Wo ist bei dem aufnehmenden Unternehmen jetzt aus der deutschen Perspektive das Interesse einer solchen Zusammenarbeit.
00:31:28: Und was kann da wirklich entstehen?
00:31:30: Das wird man nur herausfinden so wie Sie's gemacht haben wenn man es ausprobiert und dann gibt er Erfolg dem Thema Recht vielleicht aber auch dazu noch mal.
00:31:41: die Flexibilität oder Agilität in solchen Programmen, oder Projekten ist dann wichtig.
00:31:46: Weil sich das dann meistens erst im Laufe eines solchen Projektes zeigt dass unterschiedliche Länder unterschiedliche Anforderungen haben weil sie einfach aus komplett anderen Herangehensweisen kommen und dann muss einfach eine Anpassungsfähigkeit gegeben sein bei bei solchen Projeten Insofern, ich kenne es.
00:32:08: Es ist ein schönes Projekt.
00:32:12: Der Unternehmer würde jetzt eine Kostenutzenanalyse machen und da ist halt die Frage welche Kriterien ich anlege?
00:32:22: Vielen Dank!
00:32:23: Wir machen gleich nochmal die Schleife über dich Karin aber ich würd zunächst Wolfgang Schliffinger noch mal mit ins Gespräch bringen.
00:32:30: Wolfgang wir haben jetzt aus zwei verschiedenen Perspektiven der Wirtschaft zwei Fragen aufgeworfen bekommen, einmal die Frage der Kosten-Nutzen-Analyse tatsächlich und einmal auch die Frage wie kriegen wir das hin Gesamte Wertschöpfungsketten letztendlich aufzubauen mit Exporten möglicherweise nach Deutschlands angesichts unserer strengen Gesetzgebung wenn es um Verbraucherschutz geht.
00:32:56: Das ist ja wohl eben auch Lebensmittelbuch hat was mit Verbraucher schurz zu tun.
00:33:00: Das auch vor dem Hintergrund, dass ich mich natürlich an meine Arbeit erinnere und ich weiß das mir als parlamentarische immer nur das gezeigt worden ist auf meinen zahlreichen Auslandsseisen was ich auch sehen sollte.
00:33:13: Das wird heute möglicherweise ähnlich sein auch bei Ausschussreisen oder bei Befragungen an das Ministerium.
00:33:20: wie Wie gehst du in deiner Arbeit sozusagen mit diesen Anfragen, Mit diesen Anregungen um?
00:33:27: Was hast Du für politische Antworten letztendlich auf diese Schwierigkeiten?
00:33:33: denn möglicherweise auch in deinem Wahlkreis gibt es Unternehmen die dich weil sie wissen was du politisch machst in Berlin.
00:33:39: Auf solche Fragen ansprechen.
00:33:41: Das ist natürlich so.
00:33:43: gerade auch jetzt.
00:33:44: als direkt gewählter Abgeordneter wird man immer gefragt und wenn man in dem Bereich unterwegs ist, vielleicht noch mal mehr.
00:33:53: Was machst du da?
00:33:54: Und was bringt das eigentlich, dass du jetzt dich mit Entwicklungsländern beschäftigst?
00:34:01: Ich versuche es immer sehr einfach auch runterzubrechen und zu sagen, dass jede von uns so wie wir hier alle sitzen oder uns gerade übers Internet zuschauen – Wir haben alle jeden Tag mit den Entwicklungs Ländern zu tun!
00:34:14: und oft mal schaue ich dann in fragende Gesichter.
00:34:18: Und wenn ich dann sage, haben Sie heute schon das Kaffee getrunken?
00:34:21: Dann kommt vielleicht der Hinweis, da steht aber Dahlmeier drauf um meine Münchner Unternehmen hier zu nehmen.
00:34:27: Die Bohnen kommen nicht aus Oberbayern, die kommen nicht als Österreich, sie kommen nicht einmal aus Italien sondern aus Entwicklungsländern.
00:34:33: Das kann ich weiter durchdeklinieren ob das Kleidung betrifft oder ... Unsere Mobiltelefone sind, die funktionieren ohne die seltenen Erden ebenso wenig wie das E-Auto oder der ganze Bereich der regenerativen Energien etc.
00:34:49: Also wir haben jeden Tag mit den Ländern zu tun und dadurch ist es auch wichtig dass wir den Bereich der Entwicklungszusammenarbeit nicht aus den Augen verlieren.
00:34:58: bezüglich der Wertschöpfungsketten, die genannt wurden ich glaube dass wir da verschiedene Baustellen haben.
00:35:03: Zum einen ist natürlich meines Thema, auch gerade wenn man Landwirtschaft anschaut wie funktioniert eigentlich der innerafrikanische Handel beispielsweise.
00:35:12: Welche Abkommen gibt es denn da?
00:35:14: Wie weit ist die afrikanischen Union?
00:35:16: Ich will denen gar nicht bitte nicht ein falsch verständlicher Vorwurf machen.
00:35:20: Die haben sich die Agenda-Aufgaben von den Jahren bei der Hälfte angelangt.
00:35:27: bezüglich der Umsetzung seit dem Jahr Sind Sie da dran?
00:35:34: Aber das große Thema ist natürlich da schon.
00:35:36: Wie können wir hier unterstützen, dass beispielsweise Lebensmittel ohne lange Grenzkontrollen über die Grenzen gehen, was kann ich die Zahl?
00:35:44: Ich glaube, der Lebensmittelverderben an den Grenzübergängen weil sie nicht ins Nachbarland transportiert werden können.
00:35:51: also welche Stellschrauben haben wir da wo sich die afrikanische Union ein ein positives Beispiel an der Europäischen Union nehmen kann.
00:36:01: Bürokratie vielleicht eher weniger, aber bei dem Bereich sollten Sie es auf jeden Fall machen, dass sie hier den innerafrikanischen Handel schon mal mehr forcieren und auch die Zollschranken einfach abbauen.
00:36:15: Der zweite Punkt ist natürlich auch wenn ich mir jetzt gerade anschaue wie die Welt unterwegs ist – auch die Zollpolitik der Vereinigten Staaten von Amerika.
00:36:28: Europa hat gerade alle Chancen mit Freie Handelsabkommen unterwegs zu sein.
00:36:32: Und da ist es ehrlicherweise ein Armutszeugnis, das mehr Kursur fünfundzwanzig Jahre dauert und dann am Ende vom europäischen Parlament noch abgelehnt wird, dass dann irgendwann die Partner sagen, dann wollen wir halt mit euch vielleicht auch nicht mehr.
00:36:46: Das kann ich durchaus nachvollziehen.
00:36:49: Also wir müssen hier auch schneller werden, auch in der EU insgesamt schneller werden und diese Abkommen schließen.
00:36:54: mit Kenia gibt es eines das nach meiner Kenntnis sehr gut funktioniert und sehr wichtig ist und ich glaube dass wir gerade eine Riesenzeitfenster übrigens haben als Europäer mit diesen Freihandelsabkommen unterwegs zu sein und so auch Partner auch an uns zu binden und hier ein Miteinander zu machen.
00:37:16: Ich glaube, das wäre oder ist ein ganz wichtiger Aspekt dass wir hier schneller werden müssen und auch offener denken müssen.
00:37:26: was den Bereich betrifft ich weiß da es die Landwirtschaft gibt es dann oft große Debatten auch jetzt mit mehr Kursur und solche Dinge gab's ja auch durchaus auch Debatten.
00:37:35: aber auch hier muss man dann auch die Offenheit einfach mitbringen weil ich denke Wirtschaftspolitik ist heute mehr denn je Außenpolitik und am Ende, das sehen wir ja aktuell auch ein Stück weit Friedenspolitik die betrieben wird.
00:37:56: Aber kann eben halt auch umgekehrt eingesetzt werden und deswegen muss man da glaube ich oder können wir als Europäer sehr viel tun.
00:38:05: bezüglich der Kosten-Nutzen-Analyse, ja.
00:38:09: Ich denke schon dass wir hier bei den Projekten die sehr evaluiert werden ich glaube es gibt kaum einen Bereich der stärker evaluiert wird als die Entwicklungszusammenarbeit aber so einzelne Projekte einfach auch mal kritisch hinterfragen muss.
00:38:23: das finde ich gehört auch dazu Auch nach dem Nutzen fragen muss auch wenn Projekty über viele Jahre gelaufen sind oder Partnerschaften was hat sich in den Ländern wirklich zum Positiven verändert?
00:38:34: und wenn das nicht der Fall ist dann gehört halt zur Wahrheit auch dazu, muss man auch mal den Mut haben und sagen okay bis dahin und nicht weiter.
00:38:40: Dann beenden wir die Zusammenarbeit.
00:38:43: Und das glaube ich sind wir am Ende
00:38:45: auch
00:38:46: nicht nur den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlen hier bei uns schuldigt ihr mit ihren Steuern dafür aufkommen und auch für einen Etat des Entwicklungsministeriums sorgen sondern Ich denke, dass es auch einen entsprechenden Effekt auf diese Länder haben kann.
00:39:03: Wenn sich ein langjähriger Partner weiß ich eben nichts getan hat zum Beispiel gute Regierungsführung Rechtsstaatlichkeit Gleichberechtigung und all die Themen Dass man dann auch mal sagt okay stopp.
00:39:15: also jetzt geht's nicht weiter Und das glaube ich ist auch dringend gefordert und vor allem nachdem die Mittel weniger werden Das kann man bedauern tue ich auch.
00:39:28: Wir müssen damit arbeiten und deswegen ist die Frage, wie effizient können wir mit den weniger Mitteln umgehen.
00:39:33: Und können wir vielleicht auch – ich weiß das klingt immer nach so einem Werbespruch von der Unternehmensberatung.
00:39:38: aber kann man mit weniger Mittel vielleicht sogar mehr erreichen?
00:39:42: Das ist doch die Frage mit der wir unterwegs sein müssen!
00:39:47: Auch weil die Mittel weniger werden, ist es vielleicht eine gute Idee privates Kapital mit einzubeziehen in die Entwicklungszusammenarbeit.
00:39:56: Das wird nicht gehen ohne Eigeninteressen!
00:40:00: Eigeninteressen sind selbstverständlich der Treiber von wirtschaftlichen Unternehmen, sonst funktioniert das Ganze nicht.
00:40:07: Ich würde jetzt gerne zunächst bei Karin Kordmann noch mal landen in der Frage.
00:40:14: Sag mal, Karin haben wir eigentlich sonst auch schonmal auf Eigeninteresse geachtet?
00:40:19: Gab's sie nicht immer?
00:40:20: Auch irgendwie in der Entwicklungszusammenarbeit, aber möglicherweise auch die Frage gibt es auch Grenzen der Eigeninteressen aus deiner Sicht und aus deine Erfahrung.
00:40:33: Kannst mich ja ergänzen Maria!
00:40:37: Vielleicht mal weil das die allerwenigsten Wissen als dass Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gegründet wurde.
00:40:47: Der erste Minister war Walter Schell.
00:40:51: Das war das erste Mal, dass die FDP auch das Ministerium inne hatte.
00:40:54: Später kam dann nochmal Dirk Niebel dazwischen Aber es war ein Ministerium, was erst mal gegründet worden ist unter dem Stichwort wirtschaftliche Zusammenarbeit.
00:41:05: Man wollte mit den Ländern des Südens in eine wirtschaftlich Kooperation gehen – genau aus den Gründen!
00:41:10: Sie hatten die Rohstoffe, sie hatten die Ressourcen, die Deutschland auch brauchte und im Umkehrschluss war man sehr in dem Bereich der Solidarität unterwegs und hat gesagt Wir müssen etwas gegen die Armut in der Welt tun und da verstehen vor allen Dingen nach diesen vielen Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg.
00:41:31: Das waren Dinge etwas zurückzugeben, wofür uns die Amerikaner nach dem Krieg auch Unterstützung gegeben haben.
00:41:40: Re-Education war ein Programm der Amerikanern nämlich wieder für Bildung in Deutschland zu sorgen und eben Demokratie zu festigen.
00:41:48: Und so wollte man etwas beginnen.
00:41:50: Und das hat man nicht uneigennützig getan sondern von vornherein gesagt In dem Moment, wo wir anderen Ländern helfen, anderen Regionen helfen nicht den Anschluss zu verlieren, tun wir auch etwas für diese Weltgemeinschaft.
00:42:06: Denn wir wissen wie fragil Frieden ist und wenn irgendwo etwas zu lodern beginnt kann es schnell zu einem größer werdenden Flächenbrand werden.
00:42:15: und diese Erfahrungen aus der Kriegszeit haben mit dazu beigetragen zu sagen Wir sind solidarisch und wir geben etwas zurück.
00:42:23: Und diese Werteorientierung hat dann einen zweiten Niederschlag gefunden.
00:42:28: Ich sage das jetzt, weil ich mit Blick auf zwei besondere Menschen vom Hilfswerk Renovabis gucke, wo ich gerade hier sitze, München Freising beheimatet.
00:42:39: Missyou ist da!
00:42:39: Miss you in München is there!
00:42:42: Die Kirchen haben eine ganz besondere Rolle gespielt zu Beginn der Entwicklungszeit im BMZ.
00:42:49: Nämlich man hat von vornherein gesagt wir brauchen die starken Kirchen, die evangelische, die katholische Kirche mit ihren Werken weil sie für eine werte Orientierung stehen.
00:42:59: wenn wir im kirchlichen Zusammenhang sind sagen wir die Option für die Armen und wir sagen diese Armutsbekämpfung ist ne staatliche Aufgabe Und diese Kooperation mit den Kirchen hat viele Möglichkeiten eröffnet, über den Missionsgedanken hinaus auch doch eine Partnerschaft zu verankern.
00:43:17: Heute fragen wir bei der Werteorientierung danach in welchen Regionen und Ländern können wir Unterstützung geben?
00:43:25: Nehmen wir das Beispiel Kolumbien.
00:43:27: Kolumbian hatte über dreißig Jahre einen Bürgerkrieg Heftigste Auseinandersetzungen mit Militärs, Paramilitäres und Rebellenorganisationen.
00:43:39: Deutschland hat sich in diesem Land, in Guatemala, in Rwanda für friedensfördernde Maßnahmen eingesetzt um zu Befriedungen in Regionen beitragen zu können.
00:43:50: mit unseren Erfahrungen einen Beitrag zu leisten ist glaube ich eines der wichtigsten Punkte oder dass wir uns jetzt in der Ukraine engagieren.
00:44:02: Wir hatten zu Beginn des Angriffskriegs auf die Ukraine ungefähr dreißig Städtepartnerschaften.
00:44:10: Deutsche Städter, die Partnerschaft mit ukrainischen Städten hatten und dann hat das Entwicklungsministerium ein Programm aufgelegt und hat gesagt diese Städtepartnerschaft sind für uns im Moment ganz wichtig um neue Beziehungen wieder zu festigen Und hat ein Programm aufgelegt, wonach sich Städte und Kommunen bewerben konnten um sogenannte Hilfspakete anzufordern.
00:44:37: Es gab Hilfpakete.
00:44:38: die haben eher so Sanitärbereiche umfasst.
00:44:41: es gab welche da ging's um die Energieversorgung je nachdem was man für die Partnerschaften brauchte.
00:44:48: Das haben wir denen geliefert und sie selber haben dafür gesorgt, dass es in die Ukraine in ihre Partnerstadt geliefert wurde um diese Beziehungen auch aufzubauen.
00:44:58: Heute haben wir über dreihundert Städtepartnerschaften Deutsch-Ukrainische Und Sie helfen mit dazu nicht abzuwachten bis dieser Krieg zu Ende ist, wann auch immer es sein mag.
00:45:12: Sondern auch Aufbau-Bemühungen jetzt zu machen!
00:45:15: Wenn ein Krankenhaus beschossen wird muss es aufgebaut werden.
00:45:20: Wenn eine Schule beschossen werden muss man dafür sorgen dass da wieder ein Dach über den Kindern ist damit sie auch weiterhin Bildung erfahren können.
00:45:28: Wir sind dabei als GEZ in der Region Nepo Petrovsk eine Abteilung in einem Krankenhaus aufzubauen für Orthopädie-Technik.
00:45:41: Wir haben so viele Menschen dort, die aufgrund der Kriegsleiden heute so leiden wie viele das noch nach dem Krieg auf den deutschen Straßeninnerungen haben.
00:45:53: Junge Männer, die keine Beine mehr haben, denen das der Arm fehlt und mit dieser Orthopedie Technik tragen wir mit dazu bei, dass sie wieder an einem Leben teilhaben können.
00:46:04: Und das sind eben so Bereiche wo wir sagen ja es ist eine werte Orientierung für die Solidarität und die internationale Zusammenarbeit, globale Beziehungen zu unterstützen.
00:46:16: Und auch da unseren Beitrag führt zu leisten.
00:46:19: Da haben wir – das mag ich jetzt noch mal gerne zum Eingangsstatement von Ihnen sagen, Herr Steffinger – etwas, was eine deutsche Bevölkerung gut versteht?
00:46:29: Da sind Sie bereit selber nochmal zu spenden, je nachdem um welche Organisation es sich handelt, weil man diese Not gar nicht mehr sehen mag!
00:46:39: Ich gehe da jetzt mal dazwischen, finde ich gut.
00:46:42: Ich bin als deutsches Staatsbürgerin sehr froh, dass mein Land das macht und es ist im Eigeninteresse wie ich finde der Bundesrepublik Deutschland letztendlich für Frieden in den Nachbarregionen zu sorgen und das ist ein wesentlicher Beitrag ohne Zweifel geht.
00:47:00: Ich komme aber noch einmal zurück Hubertus auf das wirtschaftliche Eigeninteressen.
00:47:04: Das ist mir auch nochmal anliegen.
00:47:07: welche Einfachen Methoden könnten denn möglicherweise helfen, dieses wirtschaftliche Eigeninteresse nochmal etwas wie soll ich sagen aufzubohren zu verstärken.
00:47:18: Damit es halt ein Interesse für Investition gibt, gibt es da einfache Methoden.
00:47:25: Und du hast eben angesprochen, was ja ein gutes Beispiel war Lebensmittelbuch Verbraucherschutz.
00:47:31: Jetzt sind das aber hohe Standards die wir nun mal hier haben in der Bundesrepublik und ich möchte mir nicht vorstellen dass wir hier öffentlich erklären Wir müssen heute unseren Standards ein bisschen runtergehen Mal abgesehen davon, dass wir das auf EU-Ebene auch regeln müssten und das funktioniert dann auch wieder nicht.
00:47:45: Was fällt dir denn ein als NGO, aber zugleich als landwirtschaftlicher Unternehmer.
00:47:52: Wie kriegen wir das denn hin möglicherweise den Zugang von Firmen und von Produkten aus dem globalen Süden hier auf unseren Markt, auf den europäischen Markt demnach dann auch zu verbessern?
00:48:06: Ja, das sind natürlich im wesentlichen politischen Governance-Themen und weniger die praktische Projektarbeit vor Ort.
00:48:12: Aber natürlich gibt es dabei Spiele.
00:48:15: also wenn du eine Wertschöpfungskette zum Beispiel, Geflügelfleisch aufbauen willst und willst einen Export nach Europa aus Afrika organisieren.
00:48:23: Stehst du zunächst mal vor dem Problem das ja nicht von heute auf morgen passiert.
00:48:28: Finanzierung ist ein Riesenproblem.
00:48:31: Das heißt also wenn du zwischen drin während der Aufbauphase dieser Kette eine Situation hast dass irgendjemand auf die Idee kommt dich vom Markt zu dampen dann bist du ohne Außenschutz ausgeliefert.
00:48:43: Und da müssen wir uns als Europa einfach öffnen.
00:48:46: gestehen afrikanischen Ländern ein gewisses Maß an Außenschutz zu, für ihren eigenen Aufbau der Wertschöpfungsketten bis die Strukturen soweit stehen so weit durch finanziert sind dass das ganze international im Wettbewerb bestehen kann.
00:49:00: Das ist zum Beispiel eins und Punkt.
00:49:02: ich finde es immer wahnsinnig spannend wie die Holleneres machen.
00:49:05: sie machen das ja nicht als Entwicklungszusammenarbeit sondern Ihr wisst das alle, wenn man nach Äthiopien fährt und alles über Landen.
00:49:11: Das erste was man sieht sind irgendwelche holländischen Gemüsesatzzüchter die über den Flughafen hetzen oder die Schnittblumen-Exporteure.
00:49:19: Das ist natürlich ein weiterer Punkt.
00:49:20: Natürlich gibt es für viele Unternehmen einfach Standortvorteile in Entwicklungsländern und wir sollten uns da an den Hollandern Beispiel nehmen weil ich das immer wieder beeindruckend finde wie die lokale Bevölkerung und Mitarbeiter Übrigens auch bis ins mittlere Management, mit einbinden und zwar sowohl bei den Einstellungsvoraussetzungen, bei der Beteiligung am Arbeitsleben als auch wie die sich mit dem sonstigen Leben ihrer Mitarbeiter beschäftigen.
00:49:47: Beispielen Tomatensatzzüchter beschäftigt natürlich jede Menge lokale Arbeitskräfte, die werden zum Teil in Tomatensaumen bezahlt damit sie zu Hause ertragreiche Tomaten sammeln anpflanzen können und ihre eigene Ernährung in der Familie verbessern.
00:50:01: Da sind die Holländer irgendwie kreativer, ich glaube das hängt ein bisschen damit zusammen.
00:50:04: Wenn man das Ganze rein privat organisiert kann man – ich kann es hier so ansprechen mit dem Phänomen Korruption – in den Entwicklungsländern besser umgehen als dass eine deutsche Entwicklungszusammenarbeitorganisation kann?
00:50:17: Und vielleicht sollte man sich da auch etwas öffnen, dass man sagt wir geben Projekte vielleicht mal ganz an die private Wirtschaft weil da gibt es häufig Wege die einer staatlichen Entwicklungszusammenarbeit nicht offen stehen.
00:50:30: Und nochmal ein letzter Punkt zur Ukraine, auch wenn das dann über drei Minuten wird... In diesen Fällen der Zusammenarbeit geht es ganz oft häufig um dieses Plattformbuilding.
00:50:39: Wir machen in zwei Wochen einen deutsch- ag ukrainischen Dialog.
00:50:43: Da geht's ganz explizit damit.
00:50:44: die Ukrainer gefragt was wollt ihr?
00:50:46: wir wollen Leute aus der Molkereiwirtschaft und wir wollen Banker.
00:50:49: Das sind die beiden Punkte die uns im Moment auf der Seele brennen und dafür brauchen wir Kontakte nach Europa und zwar sowohl wenn es um Erfahrungs- und Wissensaustausch geht, als auch tatsächlich um reale Investitionen.
00:51:01: Und dafür kann man natürlich so kleine zivilgesellschaftliche Organisationen auch ganz gut nutzen diese Plattform dann abzubilden.
00:51:10: Ganz herzlichen Dank Herr Angerbauer!
00:51:11: Wer das was dem Sie zustimmen könnten wo sie aus ihrer Erfahrung sagen ja das sind letztendlich gute Ansätze.
00:51:19: also die Frage ist ja letztendly welche Zentralen Faktoren sind denn für stabile und faire Handelsbedingungen eigentlich oder Handelbeziehung eigentlich tatsächlich relevant.
00:51:32: Vielleicht auch noch mal eine Frage um das Ganze ein bisschen lebendig zu gestalten, Lieferkettengesetz ist auch immer eine schöne Geschichte auf nationaler aber auch auf europäischer Ebene.
00:51:42: Mögen Sie da nochmal Einschätzung geben?
00:51:43: Und sehr gerne immer auch mit praktischen Beispielen.
00:51:48: Gerne!
00:51:50: Ganz, ganz viele Anknüpfungspunkte.
00:51:53: Einsatz-Eingangsmercosur
00:51:56: übermorgen
00:51:56: tritt es vorläufig in Kraft.
00:51:58: also wirklich
00:51:59: top.
00:52:00: man darf auch die Dinge mal feiern wenn sie dann nach allem Hickhack und twenty-fünf Jahren jetzt über die Ziellinie gegangen sind und über morgen vorläufe in Kraft treten.
00:52:11: Jetzt gab's nochmal den Hickup mit der OGH Klage.
00:52:15: Nach unserer Einschätzung wird die das Mercosur-Abkommen sehr ähnlich dem mit Kanada gestrickt.
00:52:22: Gegen das wurde auch geklagt, die Klage wurde abgewiesen.
00:52:25: insofern wir freuen uns sehr dass die EU diesen nächsten Prügel der inzwischen die Beine geworfen wurde überstiegen hat und sich dazu durchgerungen hat es vorläufigen Kraft zu setzen.
00:52:40: Außerdem freihandelskommen absolut ganz zentral wichtig für die Unternehmen, weil es einfach Zugänge öffnet.
00:52:51: Weil's Zollbarrieren primär reduziert.
00:52:55: Die Verhandlungen mit Indien, Indonesien und Thailand, die alle auf einem guten Weg erscheinen also das ist auch Richtung Brüssel mal tatsächlich etwas Positives.
00:53:04: nach vielen, vielen Jahren Klagens jetzt aus der Wirtschaft dass sich das tatsächlich bewegt.
00:53:13: Konkretes Beispiel und da knüpfe ich gerne an Äthiopien an.
00:53:16: Und
00:53:18: Dahlmeier,
00:53:20: jetzt fallen die ganzen Würfelchen zusammen, Lieferkettengesetz, konkrete Auswirkungen.
00:53:27: Dahlmayer hatte Projekte in Äthipien mit kleinen familiär strukturierten Kaffeeanbauern.
00:53:36: Die haben diese Projekty aufgrund des Lieferkettengesetzes aufgegeben weil sie sagen, ich kann nicht sicherstellen dass in dieser Familie auch mal der dreizehnjährige Sohn oder Tochter mitarbeitet.
00:53:53: Das ist aber in diesen Strukturen dort vor allem in den familiären Struktulen etwas was stattfindet.
00:54:02: das ist die Realität.
00:54:05: und die Frage die sich dann natürlich in der Konsequenz stellt Ist es nicht vielleicht besser, wenn Dahlmeier dort ein Projekt durchführt als wenn der Kunde am Schluss ein anderes Unternehmen ist aus einem anderen Land?
00:54:22: Das lasse ich jetzt einfach mal so stehen.
00:54:25: Wolfgang, du hattest dich jetzt spontan dazu melden wollen.
00:54:29: Ja weil das genau Dinge halt auch noch mal beschreibt.
00:54:36: So wie Sie jetzt am Ende gesagt haben, ist es nicht gescheitert dass am Ende ein Unternehmen In dem Fall jetzt München aus Bayern, als Deutschland hier unterwegs ist.
00:54:47: Ich glaube wir müssen gerade bei den Entwicklungsbereich und wenn wir wirtschaftliche Zusammenarbeit auch davon sprechen Und wenn wir auch über Werte und Interessen sprechen Auch ein Stück weit an Zutrauen haben dass unsere Unternehmen auch Werte mit exportieren Mit in diese Länder bringen.
00:55:09: Ein Unternehmer, der hier Verantwortung übernimmt.
00:55:13: Der hier Arbeitsplätze schafft.
00:55:16: Der Standards einhält.
00:55:19: Sozialstandards, Umweltstandards
00:55:21: etc.,
00:55:23: wird
00:55:24: auch
00:55:24: einen Augenmerk in den entsprechenden Ländern drauflegen, in denen er dann auch mit unterwegs ist.
00:55:30: und das ist glaube ich ein wichtiger Aspekt bei der ganzen Debatte auch weil ich oft so das Gefühl habe es geht immer um Entwicklungszusammenarbeit gegen die wirtschaftliche Zusammenarbeit, ich breche es noch mal runter und überspitze gut gegen Böse so ungefähr.
00:55:50: Und das halte ich für total falsch weil wir müssen uns miteinander denken Die Länder, die Entwicklungsländer wären dauerhaft nur auf die Füße kommen mit einer wirtschaftlichen Entwicklung Mit einer Stabilität dass wirtschaftliche Entwicklung auch ein hohes Maß an Sicherheit braucht.
00:56:13: Sei es im juristischen Sinne, sei es aber auch in der Sicherheit im öffentlichen Raum.
00:56:19: Das steht außer Frage.
00:56:21: Aber ich werde Sicherheit nur dauerhaft gewährleisten können mit Entwicklung und um Entwicklung zu haben, brauche ich Sicherheit.
00:56:29: Also die beiden Dinge müssen wir immer miteinander denken ansonsten wird es nicht funktionieren.
00:56:35: und da gehört wenn ich das Sicherheitssage gehört für mich eben auch die Sicherung der Umwelt der Ressourcen am Ende auch dazu ja?
00:56:43: Und wir müssen uns glaube ich in vielen Dingen auch mal ehrlich machen!
00:56:46: Die ganze schmutzige Industrie, die haben wir doch schon lange in diese Länder gebracht.
00:56:51: wo wird denn heute Leder gekerbt für unsere Schuhe?
00:56:55: Ja, also da gibt's keine mehr.
00:56:57: In Deutschland nicht und in Europa meines Wissens auch nicht.
00:57:00: Also es wird in diesen Ländern gemacht Und wir verfahren danach dem Motto Geizes geil!
00:57:09: Und freuen uns wenn man für ein Euro irgendwo einen T-Shirt kaufen und gehen dann aber auf die Straße und demonstrieren.
00:57:17: Also das sind schon Dinge, die man glaube ich auch mal ein bisschen mit sehen muss bei all diesen Punkten und deswegen ist es mir tausendmal lieber dass Unternehmen aus Deutschland in diesen Ländern investiert, als dass es die Chinesen machen.
00:57:35: Die Russen machen aus Türkei Vereinigte Arabische sind unterwegs, Katars unterwegs.
00:57:40: also das ist mir dann viel viel lieber weil ich auch sicher bin, dass hier auch unsere Werte mit gelebt werden und das glaube ich müssen wir auch viel stärker nochmal betonen wenn wir über wirtschaftliche Zusammenarbeit sprechen, dass das kein Gegeneinander ist sondern immer ein Miteinander sein muss
00:57:59: Da bin ich natürlich völlig deiner Meinung, aber dennoch als Vorsitzende darf ich mich mal outen einer kleinen NGO nämlich Certifics die Natursteine zertifizieren um auszuschließen dass es sich um Kinderarbeit handelt.
00:58:11: Bei den Gerbereien haben wir ein Problem mit Kinderarbeit das wissen wir.
00:58:16: ILO Arbeitsnorm sind auch nicht überall anerkannt.
00:58:19: also das war eigentlich das was hinter dem Lieferkettengesetz stehen sollte.
00:58:24: schade Schauen wir mal, ob man doch irgendwie ein Weg findet beides miteinander zu vereinbaren.
00:58:29: Jetzt aber sind wir schon bei zwanzig Uhr gelandet das heißt wir plaudern hier auf dem Podium schon seit einer Stunde ungefähr und wir würden gerne sie mit einbeziehen in unsere Diskussion.
00:58:41: ich weiß dass wir irgendwo einen Mikrofon haben Und wenn Sie Lust haben sich mit Fragen Anmerkungen zu wenden an das Podium, dann würde ich mich natürlich sehr freuen.
00:58:53: Sonst plaudern wir hier weiter – da haben wir auch gar kein Problem mit!
00:58:57: Aber vielleicht haben sich Fragen ergeben bei Ihnen oder Sie sagen Menschenskinder, warum haben die denn den oder den Punkt noch überhaupt nicht aufgegriffen?
00:59:04: Warum sind sie so friedlich miteinander?
00:59:06: Vielleicht können die noch ein bisschen ordentlicher miteinander diskutieren.
00:59:10: Bitte schön.
00:59:11: Wenn Sie kurz sagen würden, wer Sie sind...
00:59:15: Grüß Gott, Gertrud Buchenrieder mein Name.
00:59:17: Ich bin eigentlich hier weil ich den Herrn von Braun treffen wollte, das war mein Doktorvater in der Zwischenzeit aber ich muss sagen das Podium hat ihn sehr gut vertreten.
00:59:26: also ich bin nicht enttäuscht.
00:59:29: In der Zwischenseit bin ich selbst Professorin für Entwicklungsökonomie und Politik an der Universität der Bundeswehr hier in München auch die Soldaten, die Offiziere wenn sie dann in einen Einsatz kommen, in der Regel in Entwicklungsländern zum Einsatz kommen.
00:59:44: Netz kommt meine Frage und meine Beobachtung.
00:59:47: Was mich gewundert hat, wenn wir über Werte reden dass keiner von ihnen das Menschenrecht auf Entwicklung erwähnt hat ist zwar nicht einklackbar aber ein Menschenrecht was schon seit den Achtzigern existiert und letztlich auch eine Begründung dafür ist warum Nicht-Entwicklungsländern in Entwicklungsländer zur Entwicklung beitragen sollten.
01:00:08: Und dann fand ich es interessant, das wusste ich wirklich nicht.
01:00:11: Das jetzt geplant ist weniger als zehn Milliarden in das Budget vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit zu stellen.
01:00:22: Ich leite gerade mehrere Projekte die von Horizon Europe finanziert sind und da gibt's eine Maßnahme, die heißt Financial Transfer to Third Parties oder Kaskadenfonds.
01:00:34: Den Begriff kennt man von früher auch Ungefähr ein Sechstel der jeweiligen Förderung und im Augenblick für die nächsten Jahr bis zum Jahr- und Zwei-Tausend-Zwanzig sind es knapp hundert Milliarden, die da reingehen.
01:00:48: Ein Sechsel davon geht meistens in diesen Formen.
01:00:51: Der wird benutzt um die Entwicklungen, die man macht in diesen Projekten um damit Unternehmen zu fördern, die in diesem Bereich starten wollen.
01:01:02: Das ist quasi wie Entwicklungshilfen nur dass wir Wissenschaftler das Geld verwalten und die Ausschreibungen dazu machen.
01:01:09: Und ich habe mal kurz ausgerechnet – das sind dann ungefähr sechzehn Milliarden.
01:01:13: Das heißt ja gut per Jahr pro Jahr muss es vielleicht noch pro Jahr umrechnen aber der Betrag ist doch erheblich!
01:01:21: Da hätte man gerne auch immer die Wirtschaft drin in diesen Projekten und das ist immer schwierig für uns Wissenschaftler, die zu motivieren.
01:01:28: Also so ein paar Gedanken von meiner Seite.
01:01:33: Vielen Dank,
01:01:34: noch eine Sache Entschuldigung weil ich bei der Universität der Bundeswehr arbeite.
01:01:39: Meine Soldaten haben kein Problem mit Entwicklungszusammenarbeit aber jeder Entwicklungs oder jede Person die in der Entwicklungs Zusammenarbeit arbeitet hat ein Problem mit Soldaten zu arbeiten.
01:01:51: auch das ist Prozess ehrlich gesagt.
01:01:54: Das kenne ich aus meiner Zeit noch durchaus, also die EZ-Leute in Mali waren damals sehr, sehr froh dass es die Bundeswehr in Gau gab.
01:02:06: Die hätten das allein gar nicht geschafft.
01:02:07: Also die Frage vernetze Sicherheit ist eine gewesen, die tatsächlich im Blick ist.
01:02:11: aber die Frage richtete sich jetzt an den Politiker zwischen uns oder auch an die Wirtschaftsmenschen.
01:02:18: wer mag dazu kommentieren?
01:02:22: Also ich hatte jetzt eher ein Statement aufgepasst, wenn ich ehrlich bin.
01:02:26: Natürlich, wenn Sie sich die Nachhaltigkeitsziele anschauen da sind jetzt einige, die wir hier nicht erwähnt haben, ob das Recht auf Bildung ist oder auch auf industrielle Entwicklung oder ganz viele Einzelpunkte, die da sind Gesundheit.
01:02:44: Da haben sie natürlich recht dass es ein wichtiges Ziel ist Und ich glaube, wir müssen halt bei dem ganzen Bereich auch nochmal überlegen wie wir Hilfe zur Selbsthilfe leisten können.
01:02:59: Wo wir wirklich auch anschieben können.
01:03:03: und vor allem auch natürlich weil sie auch noch mal die Finanzen angesprochen haben am Ende gehört hat auch und vorher das Thema schonmal rechnet sich so da ist es wirtschaftlich.
01:03:14: Zur Wahrheit gehört auch, und ich weiß auch dass ich mich damit nicht sonderlich beliebt mache.
01:03:19: Aber wir müssen die einzelnen NGOs hinterfragen nach ihren Strukturen und vor allem ob sich manche nicht gemütlich eingerichtet haben und deswegen auch laut aufschreien weil halt jetzt plötzlich irgendwelche Pfründe wegbrechen.
01:03:33: Und das glaube ich gehört zur Wahrheit auch mit dazu wenn wir Dinge hinter fragen und gerade auch wenn weniger Finanzen zur Verfügung stehen Dass man sagt was hat Euer Einsatz wirklich für dieses Land gebracht.
01:03:47: Nicht dafür, ob hier nochmal irgendeine Projektstelle oder irgendeinem Projektbüro eröffnet wurde sondern was hat es konkret für das Land gebracht?
01:03:55: und das glaube ich ist ein wichtiger Aspekt.
01:03:58: Das ist keine einfache Debatte Aber ich glaube, dass wir diese Debatte auch führen müssen und mir einfach teilweise nicht ersichtlich ist das bei verschiedenen Projekten die ganzen einzelnen Akteure wirklich zu einem größeren Mehrwert beitragen.
01:04:22: Das ist ein Zitat von jemanden der nicht grundsätzlich Entwicklungszusammenarbeit infrage stellt und das BMZ auch nicht infrage kritisch, konstruktiv kritisch auf den Bereich schaut.
01:04:35: Vielen Dank!
01:04:36: Gibt es weitere Fragen aus Ihrer Mitte?
01:04:39: Ja bitte schön.
01:05:02: Und meine konkrete Frage wäre, an alle sollte sich da nicht die Entwicklungszusammenarbeit politisch stärker einbringen?
01:05:10: und ich möchte zwei Sätze dazu sagen.
01:05:13: Viel wurden die gesetzlichen Rahmenbedingungen kritisiert wegen der Berichtspflicht.
01:05:19: Man hat gesagt, oh Gott das willen!
01:05:20: Das ist ja ein Monster.
01:05:22: wir können das gar nicht nachweisen, die sogenannten Tier eins und Tier zweiketten also sprich wird beim Zulieferer wirklich dies oder jenes eingehalten.
01:05:33: Das kann ich nachvollziehen, aber jetzt das Kind mit dem Bade auszuschütten verstehe ich nicht.
01:05:38: wir wollen alle dass Dinge möglichst fair gehandelt werden.
01:05:43: Herr Steffinger hat es angesprochen.
01:05:45: Es ist einfach ein Widerspruch wenn wir sagen Geiz ist geil und Wir haben Mode zum wegwerfen weil es irgendwo für unter einem Euro produziert wird.
01:05:54: da passt was nicht.
01:05:55: Also eigentlich könnten wir doch diese Werte, dass wir sagen bestimmte Dinge sollen in der bestimmten Art produziert werden.
01:06:04: Einerseits Werte andererseits Interessen.
01:06:07: das wir sagen Wirtschaftsakteure die danach gehen soll nicht bestraft werden, soll nicht die Dummen sein zum Beispiel über Vergabeordnungen, dass man bestimmte Anbieter ausschließt andere bevorzugt.
01:06:21: Also für mich ist die Lieferkettenlogik nicht weg, auch wenn vielleicht bestimmte Lieferkette Gesetze so wie es angelaufen ist noch da.
01:06:30: Das wäre die Frage ans Panel – Ist das nicht ein Bereich wo man Interessen und Werte gut zusammenbringen kann?
01:06:37: Und uns nicht davon abhalten lassen dass vielleicht der Anlauf jetzt zu bürokratisch zu berichtslastig war und ich glaube das waren Fehler aber die Grundidee sollten wir nicht verlieren.
01:06:50: Vielen Dank.
01:06:50: Ich will das gerne an die beiden Vertreter der Wirtschaft noch mal geben, weil wenn das alles alle geht ist es nochmal sehr umfangreich.
01:06:57: Bitte schön Hubertus!
01:06:58: Ja also ich glaube das ist alles richtig was Sie gesagt haben.
01:07:01: aber meine Wahrnehmung muss ehrlich gesagt dass Lieferketten Sorgfalspflichtengesetz hat das Kind mit dem Bade ausgeschüttet denn man hat gesagt also wir ziehen jetzt diese sicherlich berechtigte Zertifizierung der Einhaltung Der STG ist entlang der Lieferkette zu hundert Prozent, Regionsunabhängig branchen unabhängige Produkt unabhängig durch.
01:07:23: Und das war richtig deutsch und deshalb auch nicht wirklich gut.
01:07:28: Ich würde mal sagen ich habe das eben in Bezug auf zum Beispiel temporären Außenschutz beim Aufbau von Wertschöpfungsketten.
01:07:34: Das habe ich durchaus ernst gemeint.
01:07:35: Das könnte man ja z.B.
01:07:36: auch auf das Lieferketten-Sorgfallspflichtengesetz ausweiten können.
01:07:40: Wir definieren jetzt Regionen woaus gründen der das Aufbaus von Wertschöpfungsketten zunächst mal diese Berichtspflicht nicht greift.
01:07:49: Das ist aber so wie das Lieferketten-Sorgwasserspflichtengesetz heute angelegt ist, nicht möglich weil sie als importierendes Unternehmen die Berichtspflicht haben und da ist es glaube ich schwierig zu implementieren da gewisse Regionen auszuschließen.
01:08:00: deshalb also ich verstehe ihre Kritik.
01:08:03: aber ich muss nur sagen aus unserer Branche ist ein großes Aufatmen durch die gesamte Lebensmittelindustrie gegangen als man gesagt hat dass Schieben wir erst mal noch ein bisschen weiter.
01:08:13: Nichtsdestotrotz müssen wir es natürlich überlegen, wie gehen wir in Zukunft mit unseren Werten was zum Beispiel auch soziale Standards angeht in der internationalen Warenverflechtung um?
01:08:27: Das das müssen wir irgendwann mal lösen und zu Ende diskutieren.
01:08:30: ich will nur mal ein Beispiel geben.
01:08:31: Ich liefer Zuckerrüben in die Schweiz.
01:08:33: Die müssen nach schweizerischen Recht brichten.
01:08:36: Mein siebzehnjähriger Sohn hat diese Zuckerrübe ausgesehen.
01:08:40: Da sagte mir der Nachhaltigkeitsbeauftragte, das erzählen Sie lieber nicht.
01:08:43: Weil dann dürfte ich diese Rüben nämlich eigentlich gar nicht annehmen.
01:08:46: Spätestens da hört es dann auf und deshalb muss sich das so ein bisschen zurück schieben.
01:08:53: Herr Angerbauer haben sie auch noch mal einen Kommentar dazu bitte?
01:08:55: Ja und auch gerne nochmal ein konkretes Beispiel.
01:08:58: die Frage beim Lieferkettengesetz, den man sich erstellen muss ist
01:09:02: erreicht
01:09:03: es denn
01:09:05: das Ziel
01:09:05: dass ich beabsichtige de facto wurde es so umgesetzt, dass der Verkäufer unterschrieben hat?
01:09:17: ich halte mich an alles.
01:09:20: Was hat der chinesische Zulieferer gemacht?
01:09:24: Reale Geschichte eines Unternehmens.
01:09:26: die kaufen irgendwelche Teile in China bei dem Zuliefere ein Und dann ist das Unternehmen auf den Zugegangen hat gesagt, also es gibt jetzt ein neues Gesetz in Deutschland.
01:09:38: Er muss ihm jetzt bitte den Zettel unterschreiben, dass bei ihm keine Kinderarbeit und er sich an die Regeln hält.
01:09:45: Erste Frage, rhetorisch ich weiß glauben Sie der, der sich wirklich nicht dran hält, hat Skrupell den Zettle zu unterschreifen?
01:09:53: Und die tatsächliche Konsequenz in der Praxis?
01:09:59: Das sind Geschäftsleute, der chinesische Zulieferer sagt wunderbar ohne den Zettel selber preis.
01:10:05: Wenn ich den zettel der Unterschrieben dazugeben soll fünf Prozent teurer?
01:10:09: Das ist das was in der Praxis passiert.
01:10:11: dadurch erreiche ich null das Ziel hinter dem die Wirtschaft steht.
01:10:15: wir wollen auch keine Kinderarbeit.
01:10:17: aber die Frage ist halt erreiche Ich mit solchen Regeln in der praxis genau dieses Ziel?
01:10:23: Derjenige der dagegen verstößt wird am wenigstens Gruppel haben diesen Zettels unterschreiben Der ist davor schon kriminell geworden.
01:10:31: Wahrscheinlich auch nach Landesrecht in vielen Ländern, aber die Frage ist kann ich diese Aufgabe dann der Wirtschaft übertragen?
01:10:39: und die Unternehmen werden alle wahnsinnig weil sie sagen ja wie muss sich denn jetzt noch irgendein Zettel unterschreiben?
01:10:45: Und es war ja sogar so ausgestaltet dass der in Freising dem in Stamberg unterschreifen musste das bei ihm keine Kinderarbeit stattfindet.
01:10:52: und da kommt das Unternehmen aufs Zitronen sagt was soll das also?
01:10:56: das sind jetzt nur ein paar Schlaglichter.
01:10:59: Aber das Lieferkettengesetz war und ist auf europäischer Ebene ein großes Ärgernis.
01:11:07: Verstanden, dem Anliegen nicht falsch aber nicht gut gemacht.
01:11:12: Das habe ich jetzt verstanden.
01:11:13: Das nehme ich mir auch persönlich sozusagen mit von heute Abend.
01:11:16: Karin du wolltest auch nochmal kurz kommentieren?
01:11:18: Ich
01:11:19: glaube wer sich den Namen Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz hat einfallen lassen belegt damit wie kompliziert das Ganze ist und dass man es umständlich erklären muss.
01:11:31: Ich bin ja heute diejenige, die für Beispiele zuständig ist.
01:11:34: Es gab vor Jahren einen Vorfall wo der Autokonzern in Indien T-Shirts hat fertigen lassen, die mit Payetten bestickt wurden und der Stern hat damals aufgedeckt dass diese Kinder in irgendwelchen Kellerräumen dieser Arbeit machten und hat das skandalisiert.
01:11:58: Michael Otto, der damals den Konzern oder das Unternehmen noch leitete, hat gesagt wir kriegen hier echten Problem.
01:12:05: Hat sich der ganzen Sache angenommen?
01:12:08: hat recherchiert, hat dafür gesorgt dass das nicht mehr passiert.
01:12:12: Dass diese Kinder die da für ihn letztendlich genäht haben eine schulische Ausbildung und Vertrag bekommen haben.
01:12:20: und der Konzern hat sich verändert.
01:12:22: Und das ist eigentlich das was man ja braucht Die Einsicht von Unternehmen.
01:12:27: Ich bin nur dann auf dem Markt wettbewerbsfähig wenn ich Standardregeln einhalte die den Schutz der Menschenrechte garantieren.
01:12:36: Sie können aber nicht hingehen und ich komme aus einem Haushalt.
01:12:39: Meine Eltern hatten einen Hotel in Gaststättengewerbe, wir haben daheim gearbeitet.
01:12:44: das war ganz normal wenn jemand meinen Vater gesagt hätte aber die darf jetzt da nicht abends noch stehen und das Bier zapfen.
01:12:52: der hat gesagt er fehlt mir eine Arbeitskraft.
01:12:54: also man muss ein bisschen acht geben dass wir es nicht übertreiben aber das Ziel nicht aus den Augen verlieren.
01:13:00: deswegen glaube ich dass wir mit freiwilligen Angeboten mit Schulungen weiter kommen, als wir das alleine mit rechtlichen Regeln und Sanktionen machen.
01:13:10: Denn bei den Sanktsionen heißt es auch dann, dann investiere ich da lieber nicht weil ich habe keine Lust mit dem halben Bein vor dem Kadi zu stehen.
01:13:18: Und das ist eigentlich nicht dass wir brauchen.
01:13:21: Ich würde noch gern Einsatz zu dieser Zusammenarbeit zivilmilitärisch sagen.
01:13:25: Ich glaube, wir sind weiter heute!
01:13:27: Wir sind nicht mehr da wo wir angefangen haben als der Afghanistan-Einsatz war und die Entwicklungspolitik sagte mit dem Militär wollen wir nichts zu tun haben.
01:13:36: Diese ganzen Jahre haben uns ja belegt, dass man nur dort auch Entwicklungspolitik tätig sein kann sei es über staatliche oder NOS oder Unternehmen wenn man den Schutz des Militäres erfragen darf und ihn auch bekommt, damit man da sich auch engagieren kann.
01:13:57: Also von daher ist diese Grenze die es damals so gab Ich würde sagen, die ist tatsächlich überwunden.
01:14:04: Weil jeder auch weiß in welchem Segment er tätig ist.
01:14:08: Ich würde gerne eine Frage an Sie noch... Die muss ich stellen Maria!
01:14:11: Eine Frage nehme ich stellen.
01:14:13: Wenn wir im Bereich der Wirtschaftlichen Zusammenarbeit über das Wirtschaftsministerium reden Dann gibt es für Unternehmen in fragilen Bereichen die Hermes-Berkschaft Absicherungen rechtliche Absicherung finanzielle Absicherung.
01:14:27: Ich bin eine Anhängerin dafür darüber nachzudenken, ob es nicht auch eine entwicklungspolitische Hermes-Bürgschaft geben kann.
01:14:39: wirklich ein schwieriges Marktsegment zeigen oder für deutsche Unternehmen in Neuland sind, ob man denen nicht auch mit so etwas unter die Arme greifen kann damit man mit ihnen auch in der Entwicklungszusammenarbeit kooperieren kann.
01:14:51: Aber da hätte ich gerne nochmal ihre Expertise
01:14:54: zugehört.".
01:14:54: Das
01:14:55: ist eine Frage an Herrn Angerbau und ohne Zweifel auch an den Bundestagsabgeordneten.
01:14:58: Ich sehe aber noch eine Dame, die sich bereit gestellt hat schon eine ganze Weile auf der Schlussspur sozusagen und von daher würde ich Ihre Frage gerne mit dazunehmen.
01:15:14: Und dann das Podium nochmal befragen, bitte schön!
01:15:16: Wir hätten auch noch weitere Wortmeldungen hier im Publikum.
01:15:20: Dann sammeln wir die jetzt.
01:15:23: Ja,
01:15:24: mein Name ist Daniela Kölsch.
01:15:26: Ich bin seit dreißig Jahren ehrenamtliche Mitarbeiterin in einem Weltladen.
01:15:32: Deswegen meine Frage an Sie Was ist Ihre Einstellung zu diesem Thema?
01:15:38: Ist es eine Ergänzung?
01:15:40: Ich merke, dass viele Menschen die dort ehrenamtlich mitarbeiten auch für das Thema Entwicklungshilfe sensibilisiert werden.
01:15:48: Auch für die Frage der Herkunft von Produkten und Arbeitsbedingungen anderen Ländern.
01:15:56: Dankeschön, mein Name ist Hannes Kräller von der katholischen Arbeitnehmerbewegung.
01:16:00: Wir haben auch einige Projekte in verschiedenen Ländern und unter anderem auch in Tansania wo wir sehr stark aktiviert sind.
01:16:06: Meine Frage ganz kurz benannt – wir haben sehr viel über wirtschaftliche Zusammenhänge und Beziehungen gesprochen und nur in Nebensätzen ist das Wort Hilfe zur Selbsthilfe gefallen?
01:16:18: Und für mich ist es vor allem eine Bedeutung hattest.
01:16:21: ich möchte jetzt mal ein bisschen mit kurzen Sätzen untermauern Wenn es darum geht, junge Mädchen in Tanzania wo wir als untertätig sind zu begeistern dass sie eine Berufsausbildung machen.
01:16:33: Das hat mit wirtschaftlicher Zusammenarbeit im deutschen Sinne also nix zu tun ist aber eine Wertschätzung dessen wo es darumgeht die betreffenden Personen zu fördern damit sie überhaupt rankommen.
01:16:44: Zweitens Beispiel, was letztes auch noch dazu.
01:16:47: Die Versorgungsstrukturen.
01:16:49: Viele Familien dort die also nicht beruflich tätig sein können weil es uns nicht entsprechend angemütigt gibt brauchen eigene Versorgungsstrukturen, eigene Hühner, eigene Tiere und in gewissweisen eigenen Handel den sie da betreiben der gefördert werden muss auch durch Kleinkredite diese selbst organisieren.
01:17:07: Diese Strukturen Habe ich den Eindruck, werden in nächster Zeit also durch die Entwicklung des Entwicklungshilfenministeriums und auch die Kürzung der Mittel eher schwieriger.
01:17:18: Weil das ein Problem ist.
01:17:20: Also die Frage ist welche Rolle spielt diese Hilfe zur Selbsthilfe auf die Zukunft noch?
01:17:25: Noch die letzte Frage!
01:17:28: Hallo mein Name ist Katja Breidenbach.
01:17:30: Ich habe eine Verständnisfrage, das Thema ist neu aber spannend für mich.
01:17:35: wenn es jetzt richtig verstanden hat gab es kritische Perspektiven auf die Kosten-Nutzenverhältnisse in der Entwicklungszusammenarbeit.
01:17:42: gleichzeitig war auch die Rede davon dass viele kleine und mittelständische Unternehmen zusammengebracht wurden einer Kooperation.
01:17:49: Jetzt ist meine Frage wie kann es über mehrere Jahre oder Jahrzehnte sozusagen laufen falls diese Kosten nutzen Abwägung in wirtschaftlicher Sicht nicht positiv?
01:17:57: ausfallen sollte, wäre ich sehr dankbar noch um eine Erklärung dazu.
01:18:03: Ja ganz herzlichen Dank.
01:18:04: das war nochmal ein bunter Strauß von unterschiedlichen Anfragen die jetzt wirklich zu verteilen.
01:18:11: Ich glaube jeder der sich berufen fühlt sagt was.
01:18:14: aber wir sind dann tatsächlich in der letzten Runde und da würde ich nochmal wenn jeder auch noch einmal gucken kann Solidarität und Eigeninteresse geht das zusammen oder eben doch nicht?
01:18:27: Möglicherweise denken Sie das noch mal mit, wenn sie die Fragen aus dem Publikum sozusagen, wie sie sich ausgesucht haben behandeln.
01:18:37: Ich würde einfach so der Reihe nachgehen.
01:18:39: Hubertus fängst du an?
01:18:40: Ja ich fange mal an.
01:18:41: Ich glaube die beiden letzten Fragen gehören ja ziemlich zusammen Hilfe zur Selbsthilfe und die Tragfähigkeit von Modellen über die Zeit auch über die zeit der Unmittelbeiförderung hinaus.
01:18:50: Das ist natürlich das Geheimnis.
01:18:51: also Wenn ich etwas in Gange bringe Dann darf es nicht der eine Brunnen sein, den ich bohre und damit ist es dann Schluss.
01:18:58: Sondern ich muss eine Wertschöpfungskette aufbauen – ich wiederhole das nochmal!
01:19:02: Und ich will einen besonderen Aspekt dabei nennen.
01:19:04: Was wir häufig beobachten, wenn so eine Wertschaftskette im Aufbau ist, müssen wir sehr aufpassen mit humanitärer Hilfe.
01:19:12: Denn wenn gerade zum Beispiel die Versorgungsstrukturen für Familien in Tansania im Aufbaus sind weil sich eine lokale Genossenschaft bildet wo man gemeinsam das Hühnerquutter einkauft Und dann kommt der Dampfer vom Welternäherungsprogramm und macht die Schotten auf.
01:19:25: Dann ist dieses Geschäftsmodell ganz schnell wieder weg, das ist eine Sache, die beobachtet mir relativ häufig.
01:19:30: da muss man einfach vorsichtig sein.
01:19:32: Und dann nochmal zu deiner Frage wir haben jetzt heute gar nicht gesprochen über strategisches Interesse.
01:19:37: also wirtschaftliches Interesse ist natürlich immer dann da wenn ein Teil dieser Wertschöpfungskette sich in Entwicklungszusammenarbeit abbilden lässt in einem anderen Land.
01:19:46: Das Beispiel der holländischen Gemüsesatzsüchter mag dafür stehen.
01:19:50: Aber wir haben natürlich auch ein Interesse als Deutschland, wenn es um die Strategie, in der sich vielleicht gerade abzeichnen neuen globalen Ordnungen geht, dass wir über das Mittelentwicklungszusammenarbeit Partnerschaften bilden, die auch im politischen Bereich tragen und das haben wir heute Abend jetzt gar nicht drüber gesprochen.
01:20:09: aber ich glaube ist extrem wichtig auch nicht nur in Afrika sondern auch vielleicht in Zentralasien oder insbesondere zum Beispiel auch in der Ukraine, dass wir das mitdenken.
01:20:20: Dankeschön!
01:20:20: Wir haben noch über ganz viele Sachen nicht gesprochen aber bitte schön Karin
01:20:25: Ich greife gerne die Frage zu den eine Weltläden auf, die einen unschätzbaren Wert haben.
01:20:31: Sie sind ja vor allen Dingen im Kirchengemeinden entstanden wo nahm Gottesdienst Produkte aus den Herkunftsländern, den produzierenden Ländern verkauft wurden und damit hat man im Grunde Fair Trade in Deutschland bekannt gemacht.
01:20:45: Und was die Weltläden machen ist, sie verkaufen ja nicht nur.
01:20:51: Produktionsbedingungen.
01:20:53: Sie informieren darüber, welche Wirkungen dort erzielt werden und sie haben mit dazu beigetragen dass diese Produkte auch heute in Supermärkten zu kaufen sind weil Verbraucher Nachfragen gestellt haben die dann auch eine größere Vertriebsstruktur brauchten.
01:21:11: also großartige Arbeit.
01:21:13: dies weiterhin auch zu fördern und auch zu unterstützen gilt vor allen Dingen auch weil es nicht nur um die großen Konzerne geht die da etwas produzieren und verkaufen, sondern weil es vor allen Dingen kleinere Kooperativen sind.
01:21:27: Viele Frauengruppen, die etwas herstellen und die damit eben auch die Möglichkeit haben das auf diesem Markt zur Verfügung zu stellen.
01:21:34: zum Thema nochmal Warum machen wir das?
01:21:38: Es gab vor kurzem ein Wort von Papst Leo und der hat gesagt, Solidarität alleine reicht nicht.
01:21:45: Sondern warum wir das machen ist ein Prinzip eine Voraussetzung für Gerechtigkeit.
01:21:51: Wir sind alle verursacher von Umweltzerstörungen In dem Moment wo wir unsere Altkleider in Container werfen die dann irgendwo in Bangladesh wieder auftauchen oder in Ghana vernichten Textilproduktionen.
01:22:08: Also wir müssen darüber nachdenken, wenn es um Gerechtigkeit geht wie gehen wir mit unserer Welt?
01:22:14: Wie gehen wir Menschen auf diesem Klobus um und wie teilen wir auch unsere Aufgaben?
01:22:20: das ist keine Frage nur alleine von Milktätigkeit sondern es ist eine Frage vom Verstand weil wir eben wissen Wenn sich in bestimmten Bereichen der welt solche Krisenhärte entwickeln wie wir sie gerade feststellen dann bedroht das unser aller Leben und da haben wir, glaube ich noch eine große Aufgabe.
01:22:42: Wir sprechen deswegen auch nicht mehr von Nord- und Süd sondern wir sprechen von der Weltgemeinschaft und wir sprechen auch nicht von Entwicklungshilfe, wir sprechen vom internationalen Zusammenarbeit und wir müssen stärker hinhören.
01:22:56: was brauchen diese Länder?
01:22:57: Was brauchen die Menschen dort?
01:22:59: Und nicht was meinen wir was das Richtige wäre?
01:23:03: Danke schön, liebe Karin.
01:23:04: Und jetzt würde ich ehrlich gesagt einmal dich überschlagen damit du das politisch an den Schalthebeln in die richtige Richtung lenken kannst dann doch noch mal die Möglichkeit zu einem kleinen Schlusswort hast.
01:23:17: Herr Angerbauer bitte schön.
01:23:22: Thema wertorientierte Entwicklungszusammenarbeit und wirtschaftliche Interessen.
01:23:27: für mich kein Widerspruch.
01:23:28: natürlich kann das Hand-in-Hand funktionieren.
01:23:32: es gibt eine Reihe von Stellschrauben.
01:23:36: Ich fand die letzte Frage tatsächlich ganz spannend, wie kann das sein dass so etwas über viele Jahre entstanden ist?
01:23:45: und das kann man glaube ich allgemein beantworten ohne jetzt spezielle Entwicklungszusammenarbeit?
01:23:51: Das betrifft Unternehmen genauso wie eine Organisation wie uns.
01:23:55: es gibt einen gewissen Selbsterhaltungstrieb in Organisationen.
01:24:02: Sie werden nicht ihren eigenen Job abschaffen.
01:24:05: Das bedeutet, tendenziell ist ein rein psychologischer Effekt.
01:24:10: werden sie wenn einem Projekt zu Ende ist in einem Abschlussbericht diesen eher positiv darstellen?
01:24:16: weil sie sagen ja nichts war Quatsch was ich die letzten drei Jahre gemacht habe und Das führt dann dazu, dass sie einen Verlängerungsantrag schreiben auf Basis der Erfolge über die Sie berichtet haben.
01:24:28: Wie gesagt das ist eine Unternehmen in jeder Organisation dieselbe Struktur, die aber dazu führt, dass sich solche Dinge verfestigen.
01:24:38: Das dazu und ein Wunsch den ich vielleicht noch Sie hatten darauf wollte ich nochmal eingehen.
01:24:46: Sie hat mich auch vorhin nochmal direkt angesprochen.
01:24:50: Sie hatten das Beispiel aus der Ukraine mit den Krankenhäusern und was wieder aufgebaut wird, und dem Projekt dort genannt.
01:24:57: Großartig wichtig Unternehmen voll dabei die auch in der Ukraine sehr aktiv sind.
01:25:08: In vielen anderen Ländern ist es so dass dort die Entwicklungshilfe tendenziell für die eigenen Unternehmen ausgegeben wird klassisch die Japaner, die Amerikaner natürlich auch.
01:25:21: Die Franzosen also.
01:25:22: da versucht man eben in Ausschreibungen wenn man sagt das ist jetzt deutsche Steuergeld dass man dann sagt okay jetzt muss Ausrüstung für ein Krankenhaus oder für Gebäude in der Ukraine gekauft werden Dann kommen leider deutsche Unternehmen verhältnismäßig selten zum Zuge bei den Ausschreibungen der deutschen Entwicklungshilfe-Projekte.
01:25:46: Und das ist auch im Koalitionsvertrag, wenn ich den richtig gelesen habe dass man da versuchen möchte mehr als die Hälfte oder ein Großteil glaube ich so ist es formuliert einen Großteil der Entwicklungshhilfe wenn eben unternehmerische Leistungen irgendwo beansprucht werden sollen Deutsch oder zumindest europäisch zu nutzen.
01:26:07: Das wäre mein Wunsch an die Runde, dass das da zumindest in die Richtung geht.
01:26:14: Wunderbar.
01:26:14: noch einen Wunsch an dich lieber Wolfgang?
01:26:18: Also die Frage nochmal, die im Raum stehen.
01:26:22: dann meine Frage Solidarität und Eigeninteressen?
01:26:25: geht das zusammen?
01:26:26: Und natürlich an dich was nimmst du denn nun mit nach Berlin?
01:26:30: Wo meinst Du, dass sich da nochmal tatsächlich Hebel in Bewegung setzen lassen müssten?
01:26:37: Ja vielen Dank für die angeregte Diskussion und den spannenden Abend.
01:26:41: Und es zeigt ja auch die, den Facettenreichtum, den wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat vom ganz konkreten, vom Lieferketten-Sorgfaltspflichtengesetz angefangen bis hin zu Freihandelsabkommen, Armut und Hungerbekämpfung, Gesundheit also die unterschiedlichsten Lebensbereiche sind davon ja auch betroffen.
01:27:07: Mein Wunsch wäre ja im Endeffekt, dass sich Entwicklungszusammenarbeit eigentlich überflüssig macht.
01:27:15: Weil sich die Länder so entwickeln, weil wir ... so auch gemeinsam gestalten, dass wir das eigentlich nicht bräuchten.
01:27:26: Das wäre ja eigentlich das härere Ziel von der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und Entwicklung, dass es sich irgendwann überflüssig macht.
01:27:33: Ich glaube da noch einen weiten Weg dazu hin haben und vor allem gerade in den heutigen Zeiten die von Herausforderungen geprägt sind die unterschiedlichsten Krisen, Kriege, Konflikte klimatischen Veränderungen.
01:27:54: Dass wir hier einfach uns auch immer wieder klarmachen dass wir am Ende alle in einem Boot sitzen und das ist aber halt die Schwierigkeit politisch auch verhandeln es mal mit den Chinesen über ein Lieferkettengesetz.
01:28:11: da wünsche ich viel Vergnügen und deshalb ist es natürlich auch manches vielleicht auch ein bisschen mit unserer Brille wieder betrachtet, dass wir sagen, wir müssen aber da vorankommen.
01:28:26: Dann haben wir wieder die Fragen welche Fesseln legen wir unseren eigenen Betrieben an?
01:28:32: Welche Zweige, Zertifizierungsindustrie
01:28:36: etc.,
01:28:37: entstehen dann dadurch wieder?
01:28:39: also am Ende ist das Wichtige und das hat Frau Koppmann vorher gesagt Dieses Nord-Süddenken und so weiter, am Ende ist es eine Welt.
01:28:49: Eine Welt unsere Verantwortung und die der müssen wir uns alle gemeinsam auch stellen kann auch jeder ganz konkret ob das mit den Weltläden ist ob man beim Einkaufen auch darauf achtet ob da irgendwo Fairtrade oder ein anderes Label auch drauf ist wobei wird er auch wieder über Zertifiz... Zierungen sprechen müssen.
01:29:08: Grüner Knopf haben wir damals auch gemeinsam mit etabliert, was die zertifizierten Kleidungsstücke betrifft.
01:29:17: also es gibt so viele Möglichkeiten selber da auch etwas zu tun und dass diese Chancen glaube ich sollten wir auch nutzen.
01:29:25: politisch ist es einfach so und erhoffe ich auch auf ihre Unterstützung das sie den Themenbereich vor allem auch positiv mit vertreten.
01:29:36: So wie ich vorher gesagt habe, jeder von uns hat jeden Tag mit Entwicklungsländern zu tun und auch wenn sie eben Freundeskreise im Verwandtenkreis oder sonstwie wo auch immer diskutieren und gesagt wird jetzt hat Hamster wieder zehn Milliarden Neuen, fünf oder wie viel auch immer für Entwicklungszusammenarbeit.
01:29:53: Und es gibt ja auch manche die sagen Warum bleibt das Geld nicht hier?
01:29:56: Wir haben selber Rentner und sonstige, die es wieder heute alles irgendwie Äpfel mit Birnen oft auch verglichen dass sie da auch dafür eintreten und am Ende sagen stopp.
01:30:06: Das Thema ist für uns alle wichtig, weil wir alle auch jeden Tag mit den Ländern zu tun haben.
01:30:12: Wenn Sie das heute auch von dem Abend mitnehmen, dann wäre eines meiner Ziele, mit dem ich heute hierhergekommen bin schon mit erfüllt und sofern die politischen Weichenstellungen in Berlin noch richtig stellen – in allen Bereichen, die uns gerade bewegen ob das Entwicklung ist, ob das Wirtschaft ist oder ob das Gesundheit ist und wo wir überall große Baustellen haben, den ich gerade mit verantworten darf, dank der Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger in München.
01:30:39: Und tut es sehr gerne und sage ein herzliches Vergänzgott und Dankeschön für Ihr Interesse und vor allem dafür dass Sie Feinschmecker sind und dieses Thema Entwicklungszusammenarbeit auch mit nach Hause tragen.
01:30:53: Herzlichen Dank!
01:30:58: Ganz, ganz herzlichen Dank.
01:30:59: Ich würde sagen wenn ich es – ich hoffe nicht zu hochgegriffen zusammenfassen darf – Solidarität ist in unserem eigenen Interesse.
01:31:08: Vielleicht können wir das so zusammenziehen.
01:31:11: Ganz herzlichen Dank für die engagierte Diskussion hier auf dem Podium, die natürlich nicht alle Themen beinhaltet hat.
01:31:21: Wir haben nicht gesprochen über Klima zum Beispiel also das ist auch ein klassisches Thema zur wirtschaftlichen Betätigung ehrlich gesagt Hinten runter gefallen aus Zeitgründen.
01:31:32: die Frage Start-ups, die Frage Digitalisierung oder KI ist eine, die wir hier überhaupt nicht besprochen haben.
01:31:39: Die aber sicherlich ausgesprochen interessant sind und wo staunen können manchmal, was da in unseren Partnerländern im globalen Süden tatsächlich alles auf den Weg gebracht wird.
01:31:50: Die Frage Gesundheit ist überhaupt nicht angesprochen worden.
01:31:53: also wenn sie jetzt möglicherweise immer noch interessiert sind an dieser Thematik dann möchte ich Sie sehr gerne hinweisen auf das Akademiegespräch am Mittag nämlich am sechsten Mai per Zoom mit dem Generalsekretär der UNIDO dem einen oder der anderen auch noch bekannt sein als Bundesentwicklungsminister und Prinz Ludwig von Bayern, der sich ja seit Jahren für bessere Lebenschancen die Ausbildung von jungen Menschen insbesondere auch Mädchen in Kenia einsetzt.
01:32:25: Das wäre sozusagen eine Fortführung unseres Projekts heute wieder unter Federführung Bayern, Dr.
01:32:34: Achim Budde hat hier heute Abend aufmerksam zugehört und wird dann all das erfahren und erfragen letztendlich was heute Abend auch der Strecke geblieben ist.
01:32:44: Ihnen allen ganz herzlichen Dank für Ihr großes Interesse, Ihr freundliches Mitdiskutieren und mitdenken und einen guten Abend und Gutes nach Hause kommen!
01:32:54: Danke schön.
Neuer Kommentar