Gespräch zum Thema 'Rente und Generationengerechtigkeit - Anspruch, Realität, Reformbedarf'

Shownotes

Das gesetzliche Rentensystem, organisiert über den Generationenvertrag, ist an seine Grenzen gestoßen und funktioniert nicht mehr so, wie es in den 1950er-Jahren konzipiert wurde. Dies liegt vor allem am demografischen Wandel: Das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern entwickelt sich immer ungünstiger. Nach und nach gehen die Babyboomer aus den geburtenstarken Jahrgängen (1957–1968) in den Ruhestand, während aufgrund sinkender Geburtenraten immer weniger Beitragszahler nachkommen. Zudem steigt die durchschnittliche Lebenserwartung, sodass alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – bei gleichbleibendem Renteneintrittsalter – eine längere Rentenbezugszeit haben.
Gemeinsam mit unseren Podiumsgästen werden wir uns dem tagespolitisch aktuellen Thema „Rente“ unter dem Aspekt der Generationengerechtigkeit widmen. Wir wollen nicht nur über die Ursachen der derzeitigen Krise des Generationenvertrags sprechen, sondern besonders über mögliche Lösungen diskutieren: Wie kann unser Rentensystem künftig so organisiert werden, dass einerseits heutige Rentnerinnen und Rentner einen bezüglich ihrer im Arbeitsleben erbrachten Leistung gerechten Betrag bekommen, andererseits aber auch die junge Generation Rentenauszahlungen in angemessener Höhe erwarten kann?

Auf dem Podium:
Prof. Dr. Axel Börsch-Supan, Dr. Reinhold Thiede, Elisa Wittler

Moderation:
Dr. Katharina Löffler, Katharina Wimmer.
Das Gespräch zum Thema 'Rente und Generationengerechtigkeit - Anspruch, Realität, Reformbedarf' fand am 15.10.2025 in der Katholischen Akademie in Bayern statt.

Transkript anzeigen

00:00:02: Da dürfen Sie herzlich willkommen heißen.

00:00:05: zur heutigen Veranstaltung, Rente und Generationengerechtigkeit.

00:00:09: Damit wir hier den Überblick bewahren können und einzelne Sachen diskutieren können haben, haben wir heute ein tolles Podium mit spannenden Gästen die sich in unterschiedlichen Kontexten sowohl hauptberuflich wie auch ehrenamtlich nach dem Istzustand unseres Rentensystems und möglichen Reformen beschäftigen oder beschäftigt haben Von links nach rechts aus Sicht des Publikums Frau Elisabeth Wittler von der Jugend- und Kett-Kommission, zum Thema Alterssicherungssystem in Deutschland.

00:00:41: Daneben dann Herr Dr.

00:00:42: Reinhold Tiede, der lange bei der Deutschen Rentenversicherung Bund gearbeitet hat sowie Prof.

00:00:47: Dr.

00:00:48: Axel Börsch-Supern vom Max Planck Institut für Sozialrecht Sozialpolitik.

00:00:53: Auch Sie drei darf ich ganz herzlich begrüßen, schön dass sie heute da sind und den Abend mit uns gestalten.

00:00:58: Ich würde sagen wir starten in die erste Fragerunde in der wir von allen drei Podiumsgästen Einschätzungen zur aktuellen Situation der gesetzlichen Rentenversicherung einholen möchten Und zwar jeweils besonders aus ihrer jeweiligen Beschäftigung mit dem Thema heraus.

00:01:15: Ich fange jetzt links von mir an, mit Frau Wittler die wir haben es gerade schon gehört als Vertreterin der Jugend Enquete Formission hier ist und ja gleichzeitig zu einer Generation gehört die sich in Ausbildung Studium befindet und das Arbeitsleben noch vollständig oder weitgehend vor sich hat.

00:01:35: Elisa Wittler ist einundzwanzig Jahre alt.

00:01:37: Sie studiert derzeit Jura in Berlin an der Humboldt-Universität.

00:01:42: Sie engagiert sich seit langem in verschiedenen Projekten, die sich um internationalen Austausch und Jugendbeteiligung drehen.

00:01:51: Nachdem sie ihren freiwilligen Dienst im Landtag von Nordrhein-Westfalen abgeleistet hatte entschloss es sich Teil der Jugendinkettkommission zwanzig dreiundzwantig zu werden.

00:02:01: zum Thema Alterssicherungssysteme in Deutschland Sie hat sich dort vor allem mit einem ganz bestimmten Aspekt beschäftigt und zwar mit dem Zusammenhang Niedriglohnsektor Rente.

00:02:12: Auch durfte sie mit zwei anderen Kommissionsmitgliedern das Policy Paper vorstellen, mehrfach öffentlich auch Politikern, und zwar in der Kinderkommission des Bundestages und im Ausschuss Arbeit und Soziales.

00:02:25: Ja auch die interessierte Zivilgesellschaft hat ihr Paper zu sehen bekommen.

00:02:30: Ja Frau Wittler, die Jugendamket-Kommission hat sich wie wir schon gehört haben mit dem Thema Alterssicherungssysteme beschäftigt.

00:02:37: Sie haben mit Expertinnen und Experten gesprochen das paper veröffentlicht.

00:02:41: was hat sie?

00:02:42: Und die anderen Mitglieder Dazu bewegt sich ausführlich mit dem Thema Rente zu beschäftigen.

00:02:46: Es ist ja ein Thema, das zeitlich möchte man meinen zumindest noch etwas weiter weg ist.

00:02:51: Können Sie uns dann ein bisschen Einblicke geben in die Beweggründe?

00:02:54: Die Hintergründe hinter diesem Projekt?

00:02:58: Ja, danke einmal für die Frage!

00:03:01: Ich glaube um einmal nochmal den Bogen zu schlagen der Hintergrund des Projektes besteht Aus-Jugendbeteiligung.

00:03:08: Wie sind wir zu diesem Thema gekommen?

00:03:10: Wir vereinen stellt immer eine Umfrage rein, worüber möchte sich die aktuelle Jugend austauschen.

00:03:18: Das heißt mehrere Tausend junge Menschen haben daran teilgenommen und haben geschrieben sie möchten sich über die Rente über das Alters-Sicherungssystem in Deutschland auseinandersetzen.

00:03:28: Das heisst es ist ein Grund legendes Interesse bei den jungen Menschen.

00:03:32: da nun hatte ich das Privileg mit neunzehn anderen jungen intensiv auseinanderzusetzen und das Attraktive eben an dieser Kommission war, dass nicht so viele Vorkenntnisse gebraucht werden.

00:03:46: Denn natürlich fragten sich junge Personen wie ist diese denn überhaupt schon mit dem Thema Rente in Berührung gekommen?

00:03:55: Spannend ist natürlich viele von uns haben schon Nebenjob.

00:03:58: Das heißt sobald der erste Minijob der Gastro oder bei einem Lieferanten oder sonstiges steht das Wort Rente drauf.

00:04:08: Das heißt, seit ich fünfzehn bin, bin ich in Berührung damit.

00:04:12: Seitdem zahle ich ein und deswegen haben wir uns betroffen gefühlt nicht nur von dem individuellen sondern auch in der Debatte.

00:04:23: ständig hören wir bis ihr in Rente seid gibt es gar nichts mehr.

00:04:28: Ich wusste nicht genau was sich mit all diesem anfangen sollte Und deswegen haben wir uns zusammengesetzt, haben uns mit Expertinnen ausgetauscht und haben gelernt was sind denn die aktuellen Probleme?

00:04:40: Und haben uns selber damit auseinandergesetzt.

00:04:42: Was ist denn die Meinung der Jugend?

00:04:44: Weil wir haben uns umgeschaut mit vielen Expertinnen gesprochen aber niemand war in unserem Alter Mit niemandem konnten wir reden wie sich die Jugend denn dieses Thema?

00:04:54: Deswegen haben wir zusammen gesetzt und uns die wichtigsten Themen ausgesucht im Konsens, denn zwanzig junge Leute, zwanzige Perspektiven, zwanzig Meinungen und haben uns damit auseinandergesetzt.

00:05:06: Wie können wir die Rente nicht nur finanzieren?

00:05:08: Damit sie langfristig für alle da ist, sondern wie können wir es ja auch gerechter bestalten?

00:05:14: Denn ständig wird gesagt Wir wollen die Rante, die Rnte ist nicht mehr sicher aber wieso wollen wir Sie denn finanziert werden?

00:05:22: Wir haben in dem wir uns mit der Rente auseinandersetzt haben auch viele Gerechtigkeitsprobleme gesehen sei es der Unterschied zwischen den Geschlechtern, dass Frauen weniger Rente bekommen.

00:05:33: Haben wir uns mit auseinandergesetzt?

00:05:35: Haben wir diese Probleme angeschaut und gesagt Wir als junge Menschen haben eine Meinung, wir möchten sie äußern.

00:05:40: Wir möchten sie wissenschaftlich fundiert äußeren Und nicht nur zum Thema Finanzierbarkeit sondern auch zu den Gerechtigkeitsproblemen der Rente die bestehen.

00:05:49: Genau, unser nächster Gast ist Herr Dr.

00:05:51: Tideh.

00:05:52: Er hat die Jugend- und Kettkommission ganz massgeblich beraten in ihrem Prozess und hat nach seinem Abschluss in der Volkswirtschaftslehre dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Berlin gearbeitet.

00:06:02: Dort hatte er also auch promoviert.

00:06:05: Ab aus dem Jahr war er in der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte tätig.

00:06:11: Die Zweitausundfünf stand in die Deutsche Rentenversicherung bunt überführt wurde.

00:06:18: Dort hatte er in seiner Position als Lade der Abteilung Forschung und Entwicklung ganz maskepliche Aufgaben, unter anderem darin eben in der Politikberatung tätig zu sein.

00:06:29: Unter anderem in verschiedenen Rentenreformkommissionen.

00:06:32: Er ist also einer dafür einen Experten was dieses Thema angeht.

00:06:36: Seit Jahrzehntausend vierundzwanzig ist er selbst im Rente und bezeichnet sich auch selbst als engagierter Oper.

00:06:41: Genau Herr Tide!

00:06:43: Sie waren vor ihrer Pensionierung über dreißig Jahre mit der praktischen Umsetzung der GAV beschäftigt und haben sich mit empirischem, sozialpolitischem aber auch ökonomischem Fragen rund um das Thema Rente befasst.

00:06:54: Über das Rentensystem und das Reform wird ja schon ewig diskutiert.

00:06:58: Mit welchen Problemstellungen haben sie sich denn genau beschäftigt?

00:07:01: Und würden Sie sagen dass wir heute noch die gleiche Debatte oder die gleichen Debatten über die Rente führen wie vor dreizig Jahren?

00:07:11: Also die Frage ist jetzt, die Frage is echt gut.

00:07:14: Weil man nämlich nachdenken

00:07:15: muss was haben wir eigentlich vor dreißig Jahren diskutiert?

00:07:18: und wenn man das macht dann stellt man tatsächlich fest dass wir wirklich über mindestens drei Jahrzehnte vielleicht länger über sehr ähnliche Dinge diskutieren.

00:07:31: Wir diskutieren übrigens auch Solange, eigentlich schon viel länger.

00:07:35: Ich habe da mal ein bisschen recherchiert.

00:07:38: wir diskutieren seit fast hundert Jahren dass der demografische Wandel umlagefinanzierte Rentenversicherungssysteme kaputt macht oder sie darauf schwer reagieren können.

00:07:48: Da gibt es Quellen aus den frühen dreißiger jahren des letzten Jahrhunderts in denen das beschrieben wurde und damit hab ich natürlich noch nicht zu tun gehabt.

00:07:59: Aber als wir vor dreißig Jahren diskutiert haben, als ich mein Studium abgeschlossen habe oder als Assistent tätig war.

00:08:06: Da haben wir genau die Dinge diskutiert, die wir jetzt auch diskutieren.

00:08:09: Es gibt immer mehr ältere Menschen es gibt weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter.

00:08:15: der Beitragssatz wird deswegen stark ansteigen.

00:08:17: was kann man denn eigentlich tun?

00:08:20: und ich glaube das ist auch gut dass man das immer wieder diskutiert hat.

00:08:25: Man könnte denken, die sind ja gar nicht weitergekommen.

00:08:28: Warum diskutieren sie immer wieder das Gleiche?

00:08:30: Aber diese Diskussion haben natürlich auch immer Ergebnisse gehabt und diese Ergebnisse waren jetzt nicht so dass die Welt plötzlich ein Paradies wurde.

00:08:38: aber die Ergebnisse war

00:08:39: schon so,

00:08:40: dass

00:08:41: immerhin

00:08:42: seit dieser Zeit der demografische Wandel zwar immer vorangegangen ist es tatsächlich immer mehr alte Menschen gibt im Verhältnis zu den Erwerbstätigen Rentensystem funktioniert hat.

00:08:55: Ich habe da einen meiner letzten Aufsätze in der in meiner aktiven

00:09:01: Zeit geschrieben,

00:09:02: man kann sehr schön sehen so Mitte der achtziger Jahre des Letzten Jahrhundertes,

00:09:07: da kamen auf

00:09:09: hundert Menschen im Erwerbsalter Naso-vonzwanzig sechsten zwanzig im Rentenalter.

00:09:14: heute kommen auf Hundert im Erwärbsalter von dreißig im Räntenalter also viel mehr.

00:09:21: trotzdem ist der Beitragssatz der Rentenversicherung heute niedriger als damals.

00:09:27: Und die Renten... Jetzt kann man lange diskutieren über Sachen wie das Rentenniveau, das Rentenniveau ist ein bisschen niedrige als damals aber die Rentnen sind real also auch inflationsbereinigt höher als damals.

00:09:42: Also die Demografie ist schlechter geworden Der Beitragsatz ist nicht gestiegen sondern sogar geringfügig niedrigger und trotzdem sind die Rentengestiegen Und das alles ist ja nicht von selber gekommen.

00:09:54: Die große Rolle hat die gute Wirtschaftsentwicklung gespielt, ganz ohne Frage starker Zuwachs an Erwerbstätigkeit – ganz wichtig!

00:10:02: Aber es hat auch Rentenreform gegeben, die was bewirkt haben und deswegen bin ich übrigens auch wirklich gut vermutes dass wir natürlich auch in Zukunft Baby Boomer der Begriff ist ja schon gefallen noch einen weiteren Anstieg der demografischen Belastung werden.

00:10:18: Ja, das werden wir haben.

00:10:19: Aber ich glaube, es gibt

00:10:21: eine Menge

00:10:21: Ansätze, dass ich zumindest sehr optimistisch bin.

00:10:25: Dass das Rentensystem gut bewältigt und trotzdem funktioniert.

00:10:29: Und da ich ja jetzt selber Kunde bin habe ich dann natürlich ein allergrößtes Interesse daran, dass das so ist und dass das gut weiter funktioniert.

00:10:37: Ich glaube, das kriegen die Kollegen auch hin!

00:10:39: Ja, wunderbar.

00:10:39: Vielen Dank!

00:10:40: Da war schon sehr viel Optimismus drin.

00:10:42: Ich denke auf manche Punkte werden wir im Laufe des Gesprächs nochmal zurückkommen.

00:10:46: Ich möchte Ihnen jetzt den dritten Podiumsgast vorstellen – nämlich Herrn Prof.

00:10:49: Axel Börsch-Supern.

00:10:51: Er war langjähriger Inhaber des Lehrstoß für Makroökonomik und Wirtschaftspolitik an der Uni Mannheim.

00:10:57: Wunderbar, vielen Dank!

00:10:58: Er gründete das Manheimer Forschungsinstitut Ökonomie und demografischer Wandel dessen Leitung er auch übernahm.

00:11:15: Zudem lehrte er einige Jahre lang Economics of Aging an der TU München.

00:11:20: Außerdem ist der Geschäftsführender Direktor the Survey of Health, Aging and Retirement in Europa.

00:11:26: Prof.

00:11:26: Börsch-Supern hat die Bundespolitik immer wieder in verschiedenen Gremien beraten, so beispielsweise in der Rentenreformgruppe der Nachhaltigkeits-, Rüropkommission oder in der Kommission Verlässlicher Generationenvertrag.

00:11:40: Herr Professor Börch-Suppern, in Ihrer Forschung beschäftigen Sie sich ja stark mit demografischen und ökonomischen Aspekten rund um das Thema Rente.

00:11:49: Aktuell diskutieren wir viel über den Zusammenhang demografischer Wandel und Finanzierbarkeit der Rente.

00:11:56: Inwiefern müssen wir in dieser Debatte auch wirtschaftlich strukturelle Gegebenheiten unserer Arbeitswelt, unseres Arbeitsmarktes oder unserer Erwerbsbiografien mit einbeziehen?

00:12:09: Ja erstmal vielen Dank für die Vorstellung und Frage.

00:12:14: Eigentlich hat Herr Tiedes schon alles beantwortet.

00:12:18: Sie dürfen trotzdem...

00:12:19: Lenne hat gesagt, dass das Wunder was passiert ist in den letzten dreißig Jahren

00:12:27: die

00:12:28: Bevölkerung ist immer älter geworden und trotzdem funktioniert die Rente so gut und steil.

00:12:33: die Meinung hundert Prozent wird auch wenn wir nicht ganz große Dumme machen auch in Zukunft weiter funktionieren liegt einfach daran, dass die Wirtschaftsentwicklung so positiver doch über lange Zeit große Wachstumshaken gehabt und insbesondere ist der Verlust an Arbeitskräften immer dadurch wieder ausgeglichen werden, dass die Arbeitskräfte besser ausgebildet waren.

00:12:58: In unserem Fach Chinesisch die Produktivität ist gestiegen und dadurch sind wir eigentlich sehr reich geworden und haben uns eine üppige Rente leisten können.

00:13:08: Und jetzt fangen doch meine Sorgen an!

00:13:10: Weil genau das stagniert im Augenblick.

00:13:12: Und da sind wir eben doch sehr anders heute aufgestellt als vor zwanzig Jahren, aber... Wir hatten schon mal eine ähnliche Situation, nämlich um die Jahrtausendwende Ende der neunziger Jahre Anfang der Nullerjahre.

00:13:27: Da war plötzlich Deutschland auch das einige von Ihnen können sich noch daran erinnern hatte Die Rote Laterne hieß es damals wir waren das Land in Europa was am langsamsten wuchs.

00:13:38: wir hatten große Arbeitslosigkeit und Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder ist ein ziemlicher Bedrängnis gekommen.

00:13:48: Und da sind dann Reformen passiert, einige sehr ungeliebte Reformen die man jetzt im letzten Moment wieder aufgreift.

00:13:56: Hartz und Bürgergeld.

00:13:59: aber damals hat man auch die Rente reformiert und das hat doch einen großen Einfluss auf die Stabilität der Rente gehabt.

00:14:06: und ich denke es ist sehr wichtig dass man sich dieser Zeit wieder erinnert.

00:14:12: Die Rente fällt leider nicht vom Himmel sondern die muss aus Arbeit finanziert wird, Arbeit dir die Höhren leisten.

00:14:22: und wenn wir die verlieren dann verlieren wir auch das Fundament.

00:14:25: Und deswegen muss man so wirklich darauf achten zuallererst eigentlich dass die Wirtschaft funktioniert und dann funktioniert die Rente auch und zwar so wie die Gesetzeslage im Augenblick ist eigentlich von selber.

00:14:37: Man braucht eigentlich keine Rentenreformen im Augenblick sondern da muss ich mehr drauf konzentrieren dass die Und die stottert dem

00:14:47: Augenblick.

00:14:49: Vielen Dank, ich denke auf die Frage brauchen wir eine Rentenreform oder nicht?

00:14:52: Da wären wir im Laufen des Abends tatsächlich auch noch mal zu sprechen.

00:14:56: Danke schön!

00:14:57: Genau, tatsächlich haben jetzt schon einige Punkte von Ihnen gehört bezüglich der aktuellen Situation, der aktuelle Lage und den dazugehörigen Ursachen.

00:15:07: Der Fokus soll heute aber nicht nur auf dem Status vorliegen sondern eben auch darauf was denn in Zukunft für Lösungsvorschläge und Reform Möglichkeiten anstehen.

00:15:17: In dieser Debatte fällt ganz oft ein Begriff, nämlich der Begriff der Generationengerechtigkeit.

00:15:22: da ja auch bei uns im Titel steht und über die beiden Begriffe dieser drin stecken Generationen und Gerechtigkeit könnte man wahrscheinlich den ganzen Abend streiten.

00:15:31: aber trotzdem möchte ich mal von Ihnen drei Wissen.

00:15:34: oder dürfen Sie gerne alle drei antworten?

00:15:37: Was für Sie denn Generationengerechtigkeit im Kontext der Rente bedeutet, damit wir vielleicht den Begriff einmal geklärt haben bevor genau die Debatte weitergeht?

00:15:48: Wenn alle so erwartungsvoll gucken fange ich an.

00:15:53: Also für mich... Ich glaube

00:15:55: es gibt

00:15:56: keine allgemein akzeptierte Definition von Generationengerechtigkeit.

00:16:00: Es gibt sehr viele unterschiedliche Definition aber irgendetwas wo man sagen würde Die Bundesregierung geht davon aus, das ist Generationengerechtigkeit oder es steht im Wikipedia.

00:16:13: Ist ja heutzutage das was früher der Brockhaus war.

00:16:20: also ich glaube so etwas gibt's nicht.

00:16:21: für mich persönlich heißt Generationengerechtigkeit.

00:16:26: man sollte soweit dass möglich ist.

00:16:28: Es ist nicht komplett möglich.

00:16:30: Soweit das möglich ist sollte keine Generation übervorteilt werden in der Alterssicherung, was das angeht, was sie dafür leisten muss und was das angeht, was die dafür bekommt.

00:16:43: Dieses Verhältnis von Was zahle ich?

00:16:46: Und was bekomme ich

00:16:47: raus?".

00:16:48: Das sollte soweit wie möglich für alle Generationen akzeptabel sein!

00:16:55: Dass es nicht komplett geht ist mir klar weil jede Generation von ganz speziellen Bedingungen abhängig ist.

00:17:04: Die Generation meiner Eltern hat den Krieg erlebt.

00:17:06: Das war völlig anderthalb, da hat Rente eine andere Rolle gespielt.

00:17:11: Wir haben das Glück gehabt, meine Generation hat das Glück gehabt jetzt fünfzig, sechzig, siebzig Jahre Frieden zu haben mit einer tollen Wirtschaftsentwicklung und anderen Rahmenbedingungen.

00:17:21: Wie die Rahmenbedinger für diese sind, die heute jung sind wissen wir alle nicht.

00:17:25: Also es wird nicht gehen dass alle exakt gleichgestellt werden in der Rente bei dem was Sie zahlen müssen und was sie rauskriegen.

00:17:34: Aber zumindest anstreben, dass keiner da grob übervorteilt wird?

00:17:38: Das ist für mich Generationengerechtigkeit.

00:17:42: Ich würde da direkt anschließen.

00:17:45: Ich stimme auf jeden Fall zu.

00:17:47: ich würde das nicht nur das Thema Generationengerechtlichkeit im Thema Rente denken sondern wie Sie eben richtig gesagt haben jede Generation hat ihre eigenen Herausforderungen.

00:17:59: Deswegen haben ja nicht alle Generationen dieselben Umstände.

00:18:03: Wir als jüngere Generation sind beispielsweise von der Klimakrise noch viel länger und intensiver betroffen, das heißt natürlich muss man nicht nur bei den einzelnen Themen schauen dass einzelne Generationen nicht der anderen irgendwie etwas wegnehmen bei begrenzten Ressourcen aber schon schauen wie das Gesamtkonzept ist.

00:18:21: es ist schwierig zu verlangen meines Erachtens genau den Ausgleich geachtet wird, dann wiederum bei anderen wie zum Beispiel dem Klima die natürlichen Ressourcen es aber nicht mehr möglich ist dieselben Bedingungen zu haben wie früher.

00:18:39: Das heißt wenn eine Generation wie jetzt die Meinige belastet ist mit einem sehr hohen Schuldenhaushalt mit in folgender Klimakrise ist dann die Frage, ob nicht im Gesamtblick auch noch gefordert werden kann.

00:18:53: Dass dann exakt dieselben Anforderungen bei der Rente sind, weil wir noch zusätzliche Dinge zu stemmen haben.

00:19:00: Aber natürlich schaut die jüngste Generation immer nach oben.

00:19:04: wie geht es meinen Eltern?

00:19:05: Wie geht das meinen Großeltern?

00:19:07: Gleichzeitig müssen aber gerade die jungen Menschen lernen dass auch noch nach ihnen was folgen wird.

00:19:14: Und ich glaube, dass Generationengerechtigkeit eben nicht nur ein Miteinander von all den Menschen sind die wir hier im Raum sitzen.

00:19:22: Die wir auf der Straße sehen sondern auch die noch folgen werden.

00:19:28: Ja das Wort Generationengerechtlichkeit ist eigentlich ungetübt.

00:19:32: Welt ist natürlich nicht gerecht und man kann das Leben unserer Großeltern nicht vergleichen mit dem Leben was wir selber haben und was unsere Enkel und Kinder erleben.

00:19:44: das wissen wir noch gar nicht.

00:19:45: Also insofern ist das ein zu großer Anspruch.

00:19:48: Aber man kann es eigentlich doch viel pragmatischer herunterbrechen, wenn so eine große Herausforderung kommt wie der demografische Wandel dann ist es hier erstmal etwas Belastendes und dann ist aus meiner Sicht Generationengerechtigkeit Generationen, die daran beteiligt sind.

00:20:06: Die Renten haben genauso wie die Einzahler sozusagen sich die Last teilen in einem Maße, wie das tragbar ist oder auch umgekehrt wenn es uns allen plötzlich besser geht wir verdienen mehr wie das in den siebzigern Jahren.

00:20:19: insbesondere war dass das zwischen den generationen aufgeteilt wird.

00:20:23: und die Rente funktioniert ja nicht so da eine Arbeitsministerin sitzt und sagt ihr kriegt jetzt mehr und ihr krieg weniger sondern gibt es Regeln.

00:20:32: Nach den Regeln wird das aufgestellt und ausgerechnet und verteilt zwischen den Generationen.

00:20:37: Und da hat die, kann ich vielleicht noch einige daran erinnern, es gab mal eine rot-grüne Koalition, die hat einen Faktor in die Rente eingebaut, den in der Europkommission wollte ich damals Generationengerechtigkeitsfaktoren nennen.

00:20:55: Da gab's großen Widerstand dagegen.

00:20:58: Und dann hat man gesagt, also wir nennen den Nachhaltigkeitsfaktor.

00:21:02: Aber der Punkt war, wenn die Demografie jetzt auf uns zurollt, dann lassen wir die Beiträge nicht gar zu sehr ansteigen.

00:21:13: Aber auch bei den Renten sind wir vorsichtig, dass sie immer steigen aber nicht so stark, dass Sie die Jüngeren zu sehr belassen und dieser Nachhaltigkeit Faktor hat sich eigentlich wirklich sehr bewährt.

00:21:22: Der ist eigentlich genau der Inbegriff von Generationengerechtigkeit.

00:21:28: Zusätzliche finanzielle Schwierigkeiten werden fifty-fifty zwischen den Jüngern und den Älteren aufgeteilt.

00:21:35: Andere Länder machen das anderes, es gibt also Länder da wird die jüngere Generation die Zeit immer das gleiche ein und wenn dann weniger Einkommen Wirtschaftsleistung da ist kriegen die Rentner halt weniger.

00:21:51: Es gibt auch das umgekehrte Rentensystem, wo die Rentner immer dasselbe kriegen und dann müssen die jüngeren mal mehr oder weniger bezahlen.

00:21:58: Und ich glaube wir haben in Deutschland einen hervorragenden Mittelweg eingeschlagen indem wir sagen wir teilen das heftig auf und diesen Mittelweg den sollte man noch bei behalten in der Zukunft.

00:22:09: Jetzt baut man aber an diesem Mittelweg Rom und sagt will etwas einführen, was sich toll anhört.

00:22:18: Eine sogenannte Halterlinie wo man sagt wir legen die Renten fest und dann passiert genau das was man eigentlich nicht haben will.

00:22:30: Das wird einseitig.

00:22:32: wenn also irgendwelche ja die Wirtschaft mal wieder lahmt steigen die Beiträge enorm an.

00:22:37: Warum rechnen wir damit dass in den nächsten zwanzig Jahren die Beiträger um zweieinhalb drei Prozent ansteigen werden?

00:22:44: Die Rentner werden davon aber verschont.

00:22:48: Das ist nett für die Rentner, aber nicht so nett für andere Generationen und ich denke also dass man diesen Nachhaltigkeitsfaktor unbedingt dritten muss.

00:22:57: der ermöglicht es auch sozusagen durch das dick-und dünn der Generation des demografischen Wandels durchzukommen.

00:23:07: eigentlich macht diese Regel unsere Rente wirklich stabil Und wenn ich den Norbert Blüm jetzt zitieren darf, eben auch sicher.

00:23:15: Er kommt eben durch die demografischen Wandel dürfen.

00:23:19: wir dürfen ihm nur nicht in Fehler machen das einseitig entweder auf die jungen oder auf die Alten zu verteilen.

00:23:24: und da sieht man ganz praktisch was Generationengerechtigkeit heißt bei der Rente.

00:23:29: Ja, wunderbar.

00:23:30: Vielen Dank für die Einschätzungen!

00:23:32: Wir können uns da einiges mal im Hinterkopf behalten.

00:23:35: in der Begriff Generationengerechtigkeit.

00:23:36: Der wird uns noch diesen ganzen Abend begleiten und Herr Prof.

00:23:40: Börschsübern haben ja eine perfekte Überleitung geliefert geht auch um die aktuellen Debatten, um aktuelle Diskussionen konkrete Reformvorschläge, die aktuell diskutiert werden.

00:23:53: So hat die Bundesregierung verschiedene Reformpunkte im Koalitionsvertrag festgehalten und die Einsetzung einer Rentenkommission beschlossen und erste Maßnahmen eingeleitet wie eben die Stabilisierung des Rentenniveaus den Ausbau der Mütterrente sowie die Aktivrente für Menschen, die im Alter weiterarbeiten werden.

00:24:12: Über diese und weitere Maßnahmen wird aktuell sehr stark diskutiert in der Politik, in den Medien, in der Wissenschaft aber auch ja in der Bevölkerung wie ich auch im eigenen Umfeld bemerke.

00:24:24: Wir haben uns jetzt ein paar konkrete Maßnahmen und Vorschläge raus gegriffen die wir unserem Podium an die Hand geben wollen und wo uns die Einschätzung interessieren.

00:24:33: Wir können natürlich nicht alles aufhören aber wenn es etwas gibt was sie sehr interessiert wir haben nachher eine Fragerunde da können Sie sich zu Wort melden.

00:24:41: Ja, zu folgenden Vorschlägen bitten wir jeweils zwei von Ihnen um die Einschätzung und in Runde eins sind das Frau Wittler und Herr Professor Börsch-Supan.

00:24:51: Die Bundesregierung hat eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters im Koalitionsvertrag nicht verankert.

00:24:58: dennoch wird aktuell immer wieder darüber diskutiert zum Beispiel über die Frage sollte man auf siebzig Jahre hochgehen?

00:25:05: jetzt die Frage an Sie beide sollten wir ernsthaft über eine Erhöbung nachdenken Und wenn ja, wie sollte die Altersgrenze eigentlich gehandhabt?

00:25:14: Ausgestaltet werden.

00:25:16: Ihre Einschätzung dazu wer anfangen mag?

00:25:21: Ja im Rahmen der Kommission haben wir uns auch mit diesem Thema intensiv auseinander gesetzt.

00:25:26: nochmal zur Erinnerung ich bin einundzwanzig.

00:25:28: das heißt wenn jetzt in Das alters Renteneintritt Alter auf siebzig angehoben wird das sind noch fünfzig Jahre das ist ein halbes Jahrhundert.

00:25:38: Natürlich haben wir uns gestanden und macht, was in einem halben Jahrhundert ist.

00:25:42: Aber so wirklich sicher sind wir uns noch nicht wie wir uns da fühlen.

00:25:45: Wir können uns nicht schon vorstellen, was unsere Sorgen, was wir noch leisten können wenn wir siebzig sind.

00:25:53: Aus der theoretischen Perspektive haben wir es damit auseinander gesetzt dass natürlich die Lebenserwartung steigt.

00:25:59: Dementsprechend ist natürlich der Instinkt, wenn wir länger leben und das Verhältnis von Arbeitszeit- und Rentenbezugszeit gleich bleiben soll, muss das Renteinstitut Alta steigen.

00:26:12: Die Frage ist nur, von wem steigt die Lebenserwartung?

00:26:16: Ganz spannend sind da die Studien.

00:26:20: Gerade Menschen mit niedrigen Einkommen, gerade Menschen, die einen schweren physischen Job haben, die gebrochene Bildungs- und Erwerbsbiografien haben, Meistern mussten, haben nicht so eine lange Lebenserwartung.

00:26:36: Das heißt die Frage ist wenn wir das Eintrittsalter ansteigen wohin verteilen wir eigentlich das Geld?

00:26:44: Denn in dem Moment, in dem Menschen mit niedrigen Einkommen weniger lange leben länger aber einzahlen finanzieren sie die Rente von den Menschen die grundsätzlich eine längere Lebenserwaltung haben beispielsweise gut verdienen mit Büro-Jobs, wo eben die Lebenserwartung länger bleibt.

00:27:05: und das heißt es wird dann pauschal wenn man das so sagen darf von Arm zu Reich unverteilt.

00:27:13: Und das ist natürlich eine Frage die uns sehr lange beschäftigt hat und wir haben gesagt wir wollen das nicht.

00:27:21: Natürlich kann das für immer sieben Sechzig sein jetzt wo es schrittweise angehoben worden ist.

00:27:29: Auch da können wir sagen, wir wollen das nicht für immer haben.

00:27:31: Weil auch für Menschen die weniger lange Lebenserwartung hat, steigt sie.

00:27:37: Unsere Idee war ein dynamisches Renteneintrittshalter gerade in dem Moment, in dem man Arbeit reduzieren kann und mit einem Rentenbezug schon kombinieren kann wie das jetzt eben mit Aktivrente vorgesehen wird also dass Rentnerinnen und Rentner immer noch arbeiten dürfen und sich das auch steuerlich lohnt schaffen wir einen Anreiz, dass nicht alle ab siebensechzig komplett weg sind.

00:28:05: Aber nur noch sozusagen die arbeiten können und wollen dies auch noch schaffen.

00:28:11: Und eben nicht gesagt wird, alle müssen bis siebzig arbeiten egal ob ihr wollt oder nicht das dazu.

00:28:20: Herr Professor Börsenpann?

00:28:22: Ja ich halte das ganze Rentenalter eigentlich für ein Unsinn.

00:28:26: Menschen sind so verschieden, zum Teil aus den Gründen die sie gesagt haben.

00:28:31: Aber die einen wollen gerne länger arbeiten und anderen möglichst früh weg.

00:28:35: Man sollte sich nicht auf ein Rentenalter festlegen sondern den Menschen die Freiheit lassen früher oder später in Rente zu gehen.

00:28:43: Mit dem

00:28:44: Frühjahr

00:28:44: hat es so seine Bewandten ist wenn jeder mit fünfzehn in Rnte geht dann wird das richtig teuer.

00:28:49: Das können wir uns nicht leisten.

00:28:50: also brauchen wir schon eine gewisse Untergrenze je nachdem, wie es einem gesundheitlich geht.

00:28:56: Das haben wir ja eigentlich auch im Rentensystem.

00:28:58: aber wir haben auch effektiv eine Obergrenze.

00:29:00: ist gar nicht so einfach länger zu arbeiten als das gesetzliche Rentenalter.

00:29:05: der Staat verbietet das mehr oder weniger grundsätzlich.

00:29:08: ich weiß nicht ob Herr Tiedel sie noch gerne ein Jahr oder zwei.

00:29:14: Wir müssen da eigentlich flexibler sein und diese Flexibilität die fehlt Im Augenblick entwickelt sich die Lebenserwartung relativ langsam.

00:29:23: Wir haben ohnehin jetzt in den nächsten fünf Jahren noch eine Entwicklung hin bis zur Rente mit sieben Sechzig.

00:29:29: Insofern ist das eigentlich eine ziemlich chemische Diskussion, die wir da führen und wir sollten uns lieber darauf konzentrieren.

00:29:37: erstens dass Arbeitsbedingungen besser sind.

00:29:39: also man sieht die Leute die wirklich früh in Rente gehen sind nicht die Dachdecker die das nicht mehr können, sondern es ist eine Büroangestellte, die gelangweilt sind und keine Motivation bekommen von ihren Arbeitgebern.

00:29:54: Also da muss man auf der betrieblichen Ebene eigentlich was ändern.

00:29:58: Das ist eigentlich eine viel wichtigere Diskussion als zu sagen, soll jetzt irgendjemand Spaßvogel oder kein Spaßvorgel?

00:30:05: Ich weiß es nicht!

00:30:06: Er hat letzte Woche von dreiundseventig als Rentenalter geredet.

00:30:09: Es ist natürlich völliger Schmarrer.

00:30:11: Wir sehen mal, dass wir in die sieben Sechzig kommen und machen die Arbeitsbedingungen besser.

00:30:15: Und dann funktioniert

00:30:17: es.

00:30:17: Wunderbar!

00:30:18: Das ist ja auch wieder die Verknüpfung zwischen der Rentenfrage und unseren Arbeitsstrukturen unserer Arbeitswelt, unseren Arbeitsbedienungen.

00:30:25: Vielen Dank!

00:30:26: Genau, Elisa Herr Dr.

00:30:27: Tide.

00:30:28: im neuen Koalitionsvertrag von Union und SPD fordert die Regierung ja dass man quasi neue Selbstständige zumindest in gewissen Gruppen in die GAV mit einbezieht.

00:30:41: Die Diskussion gibt es ja auch schon deutlich länger für zum Beispiel Beamte.

00:30:45: Würden sie diese beiden Vorhaben befürworten?

00:30:49: würden Sie sagen da steht dann am Ende vielleicht auch ein gewisses finanzielles Ersparnis?

00:30:54: Wie stehen Sie dazu?

00:30:55: Sie haben ja zwei Fragen gestellt, nicht?

00:30:57: Und ich würde die Fragen beantworten mit Ja und Nein.

00:31:01: Aber auch nicht beide mit Ja-und-Nein, sondern die eine mit Ja oder die andere mit Nein.

00:31:06: Also ich halte es für sehr sinnvoll, möglichst alle Bevölkerungsgruppe in ein einheitliches Alterssicherungssystem einzubeziehen Das heißt auch Beamte, übrigens auch Abgeordnete und selbstständige.

00:31:26: Ich würde überhaupt nicht rühren wollen an funktionierenden Alterssicherungssystemen.

00:31:31: die einige Selbstständige haben sollen sie gerne behalten.

00:31:34: aber die Selbständigen die heute keine obligatorischen also nicht pflichtversichert sind irgendwo Die

00:31:41: meine

00:31:41: ich sollte man in die Rentenversicherung einbeziehen.

00:31:46: Da mache ich mich vielleicht das beeindruckend unbeliebt, aber ebenso meine ich auch die Beamten sollte man einbeziehen.

00:31:52: Ich meine nicht dass die Rentenversicherung daraus finanzielle Vorteile hätte.

00:31:57: Ich glaube nicht dass das zur Finanzierung zu besseren Finanzierungen der Renten Versicherung beitragen kann.

00:32:04: zum einen weil wir wissen dass gerade diese Selbstständigen die heute nicht ordentlich abgesichert sind was heißt ordentlich?

00:32:10: die nicht pflicht versichert Sind kein überdurchschnittlich hohes Einkommen haben.

00:32:15: Die sind nicht einkommensmäßig sehr viel besser dran als abhängig Beschäftigte im Durchschnitt und deswegen kann die Rentenversicherung da keine zusätzlichen finanziellen Mittel in großem Umfang irgendwie erwarten.

00:32:30: Bei den Beamten, die haben zwar ein schnitten höheres Einkommen aber bei dem Beamt muss man sehen Entweder kriegt man das Problem, dass die Dienstherne Beamten also Bundländer gemeinden dann zusätzlich zahlen müssen.

00:32:45: Weil sie nämlich für die heute schon pensionierten Beamten die Pensionen zahlen mussten und gleichzeitig noch Beiträge in die Rentenversicherung für ihre dann aktiven Beamten.

00:32:55: Die müssen also zweimal zahlen.

00:32:56: Das wird schwierig!

00:32:58: Wenn man das vermeiden will – das kann man auch vermeiden – wenn man das vermeiden will heißt es Das, was heute eingezahlt wird für die Beamten, kriegen die Pensionäre auch sofort wieder raus.

00:33:13: Und damit hat die Rentenversicherung nichts gewonnen.

00:33:15: Also finanziell bringt das für die Rentennversicherung auch nichts.

00:33:20: Aber warum?

00:33:21: Ich halte es trotzdem für sinnvoll und zwar aus einem ganz wichtigen Grund.

00:33:25: Wenn man in der Zukunft weitere Rentenreformen macht dann wird es immer so sein dass einzelne Reformen dem einen nicht schmecken schlechter Stellen vielleicht und dem anderen nicht so gut gefallen oder besser gefallen.

00:33:40: Und um diese unsägliche Diskussion hinzu vermeiden, die Beamten stehen aber besser da.

00:33:47: Die haben diese ganzen Reformen nicht oder die Selbstständigen können sich ja darum drücken, um das alles zu vermeiden würde ich sagen alle in ein System dann werden alle in gleicher Weise betroffen.

00:33:57: Dann hat man die Möglichkeit Reformen zu machen ohne zumindest immer diese Flanke offen zu haben.

00:34:06: den Beamten geht es ja viel besser.

00:34:08: Ich kann das übrigens sagen, ich war nie Beamter und immer angestellter und krieg jetzt eine ordentliche Rente und bin deswegen sehr

00:34:14: zufrieden.".

00:34:16: Ja, ich würde auch mit Ja-und-Nein antworten.

00:34:19: Langfristig sind wir auch überzeugt dass alle in einem selben System einzahlen und rausbeziehen sollen.

00:34:27: einfach große Stichwort Generationengerechtigkeit ist auch in der Generation selber.

00:34:32: Das heißt wie Sie gerade schon angesprochen haben, natürlich erzeugt das eben nicht nur bei den Krankenkassen ein Art Klassensystem sondern auch bei der Alterssicherung.

00:34:44: Aber nochmal zurück zu den Selbstständigen.

00:34:47: Gerade Soloselbständige fehlt die Transparenz.

00:34:50: viele wissen gar nicht wie ihre Alters-Sicherung aussieht weil einfach auch das Wissen dahinter fehlt.

00:34:58: Den muss sie sich beschäftigen.

00:35:00: aber die fehlende Mittel, wie man sich überhaupt damit auseinandersetzt.

00:35:04: Wenn man in den zwanziger und dreißigern anfängt sich selbstständig zu machen, wer denkt denn da schon wirklich an die Rente wenn man eben nicht durch einen Start dazu gebracht wird?

00:35:14: Das führt dazu dass viele Soloselbständige eben ein großes Risiko an Altersarmut haben und damit schnell in die Grundsicherung im Alter überführt werden, weil sie eben nicht genügend vorgesorgt haben oder haben konnten.

00:35:29: Da ist dann auch die Frage aus staatlicher Perspektive nicht nur aus individueller wir sozusagen garantieren können, wenn man selbstständig ist.

00:35:37: Dass man am Ende des Lebens auch noch mal was zurückbekommt sondern aus staatlicher Perspektive ergibt es sehr viel Sinn denn sobald die Menschen eben in das Sozialhilfesystem also in die Grundsicherung kommen zahlt der Staat hundert Prozent.

00:35:53: Bei den Beamten

00:35:54: ist es schwieriger wie angesprochen nicht nur die reinen juristischen Themen Wie können wir diese Ansprüche überführen?

00:36:02: Sondern auch an wen geht das?

00:36:05: Und die Attraktivität des Beamtentums hängt damit zusammen, ist eine gesamtgesellschaftliche Debatte.

00:36:11: Andererseits ist die Frage wie lange wollen wir uns diese Debatte noch entziehen?

00:36:15: weil wir eben sagen ja es ist nicht von heute auf morgen möglich aber irgendwann müssen wir anfangen und deswegen ist die frage hat die aktuelle politik bzw.

00:36:25: die entscheidende Entscheidung treffen können den Willen dazu oder nicht?

00:36:29: Gerade ist es zwiegespalten, wir sind gespannt.

00:36:32: Aber dementsprechend langfristig sollten alle einzahlen?

00:36:36: Vielleicht noch eine politische Bemerkung.

00:36:39: Jedes Mal wenn dieses Thema aufkam in sämtlichen Rentenkommissionen wurde's still und man muss sagen die Rentenversicherung gehört zu den... Also vielleicht ist das jetzt leicht übertrieben aber nicht sehr viel wirklich zu den Säulen unserer Gesellschaft.

00:36:56: Die Sorge für Stabilität und auch stabilitätspolitisches Stabilität im Land.

00:37:02: Und dass sich da ausgerechnet die Abgeordneten, die Beamten rausziehen ist politisch ganz schlecht.

00:37:09: Das ist wirklich ein Politikrum.

00:37:11: Beamte sollen den Staat vertreten und damit auch die Rentenversicherung.

00:37:15: Vielen Dank!

00:37:16: Dann rufe ich noch das letzte Duo auf.

00:37:18: Herr Prof.

00:37:19: Birsch-Suppern Sie können gerne das Mikro gleich behalten und Herr Dr.

00:37:22: Tide Für Sie habe ich noch zwei Ideen, zwei Vorschläge die zuletzt stattdestotiert wurden.

00:37:28: Die sich auf Rentnerinnen und Rentner beziehen.

00:37:30: das eine ist die bereits von Frau Wittler erwähnte Aktiv-Frente durch die die Bundesregierung die freiwillige Weiterarbeit nach erreichen der Regelaltersgrenze ermöglichen möchte oder erleichtern möchte Und des Zweite is ein Vorschlag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung Der Auf die Unterstützung ärmerer Rentnerinnen und Rentner durchwohlhabender hinaus laufen würde, um Altersarmut entgegenzutreten.

00:37:58: Nämlich der Boomersoul Soli Ich bitt sie beide zuholt zur Aktivrente und Boomassoli Stellung zunehmen.

00:38:06: wir sind gespannt.

00:38:11: So ist das mit den heißen Kartoffeln.

00:38:15: Also ich halte die Aktivrente für ein Geldrausschmiss und es wäre viel gescheiter, wenn insbesondere der Staat denjenigen, die gerne weiterarbeiten würden das erlauben würde.

00:38:27: Da braucht man nicht auch noch Steuergelder, die ja knapp sind hier einsetzen.

00:38:31: also es gibt doch mittlerweile doch einen recht großen Prozentsatz an Menschen, die zumindest Teilzeit weiter arbeiten wollen vielleicht nicht Vollzeit und die kriegen eine Menge Hürden in den Weg gelegt, aber die arbeiten nicht etwa deswegen weil sie Steuern sparen wollen sondern weil sie im Leben bleiben wollen weil sie nicht isoliert sein sollen.

00:38:51: Und da gibt es eigentlich genug motivierende Gründe.

00:38:53: dann muss man nicht noch Geld in die Hand nehmen.

00:38:55: Wir müssen einfach sehen im Augenblick haben wir nicht so viele Steuergelder und die sind besser investiert in Infrastruktur damit die Bahn wieder fährt Bildung und was wir alles in Innovationen brauchen, in diesem Land anstatt sie da zu investieren.

00:39:12: Also schön ist wenn wir unendlich viel Geld haben, dann können wir alles machen.

00:39:15: aber das haben wir eben nicht und von daher bin ich gegen die Aktiefrente sondern lieber einen einfacheren Übergang der insbesondere bei den großen Arbeitgebern es erlaubt dass man weitermachen kann im bestehenden Job.

00:39:29: Was die Idee der Umverteilung angeht, wir haben natürlich ein Steuersystem.

00:39:33: Was im Wesentlichen dazu da ist dass die Reicheren die ärmeren unterstützen.

00:39:38: das gilt auch für die Rente.

00:39:40: Die Rente wird mittlerweile versteuert und zwar ganz erheblich mehr für reicherer Rente als für die ärmere.

00:39:47: ich weiß nicht ob Herr Fratscher da nicht gut informiert war aber das hätte eigentlich mal betonen müssen.

00:39:56: Nichtsdestotrotz, auch innerhalb der Rente gibt es Umverteilung.

00:39:59: Wir haben erstens eine Grundsicherung, die nicht so richtig zur Rente gehört aber zum Altersversorgungssystem und wir haben eine Grundrente, die aus den Einnahmen der Rentenversicherung finanziert wird.

00:40:10: also es gibt schon jede Menge Mechanismen wo wir von Reich nach Arm umverteilen.

00:40:17: Herr Tide?

00:40:18: Ja, jetzt mache ich mal ein bisschen einen Unterschied damit, wenn nicht immer das Gleiche sagen.

00:40:23: Also bei der Boomer... Diesen Boomer-Abgabe bin ich ganz Ihrer Meinung.

00:40:28: Also Herr Fratsch hat in letzter Zeit einige so skurrile Ideen gehabt wo ich mich auch wirklich frage was hat den umgetrieben?

00:40:37: Weil das war nicht nötig!

00:40:39: Das hatte er nicht nütig sowas zu sagen und die Boomerrente war sowas.

00:40:42: und dieser komische freiwilligen Dienst für ältere also da ist glaube ich sogar Grundgesetzwidrig.

00:40:49: Aber da sind wir von einer Meinung, ich glaube das ist keine kluge Idee gewesen.

00:40:56: Wir haben Umverteilungselemente in der Rentenversicherung Das ist richtig.

00:41:00: Wenn man wirklich in die Richtung weitergehen wollte könnte Man sich auch noch weitere Elemente überlegen Müsste das aber sehr klug machen glaub Ich.

00:41:10: aber so mal schnell irgendwie So eine Zusatzabgabe also das finde ich auch völlig abwechig.

00:41:15: Mit dieser Aktivrente bin ich ein bisschen vorsichtiger.

00:41:18: Also, ich glaube auch wir haben eigentlich in der Rentenversicherung schon jetzt eine Regelung die eine Menge bringt für die Betroffenen vielleicht sogar mehr als diese Aktivrente bringt.

00:41:29: nämlich

00:41:30: wenn man

00:41:30: über die Regelaltersgrenze hinaus arbeitet kriegt man ja Zuschläge zu seiner Rente So wie man, wenn man vorzeitig in Rente geht, Abschläge kriegt.

00:41:39: Kriegt man länger Arbeit?

00:41:41: Zuschlägen!

00:41:41: Ich habe da persönlich von profitiert, muss ich zugeben und diese Zuschlage sind sogar so gestaltet dass sie prozentual höher sind als die abschläger, die man zahlen muss, wo man vorzeitig geht.

00:41:53: also die sind eigentlich sehr attraktiv.

00:41:55: jetzt zu sagen wir brauchen noch was weiteres ist eigentlich überflüssig.

00:42:02: Deswegen bin ich da nicht so ganz und würde sagen, es ist ein Schmarrn.

00:42:05: Das einzige was man da sehen könnte ist der Staat kann ja eigentlich erst mal nicht davon ausgehen dass die Leute länger arbeiten als die Regelaltersgrenze.

00:42:16: dafür ist das eben die Regel-Altersgrenzen.

00:42:18: Das heißt eigentlich muss der Start davon aus gehen ab dem Zeitpunkt arbeiten die Leute nicht mehr oder kriegt auch keinen Steuern mehr.

00:42:27: Nun arbeiten einige weiter und da könnte man, da ist es dann nicht so ganz abwegig zu sagen.

00:42:33: Dann sollen sie zunächst auch mal keine Steuern zahlen.

00:42:36: Trotzdem würde ich sagen, da bin ich dann wieder bei Ihnen.

00:42:40: eigentlich haben wir im Moment sind für mich in einer Situation wo wir Steuereinnahmen verschenken können und von daher wäre ich also ich kann nachvollziehen dass das ein gewissen Gedanken gewisse Logik hat dieser Ansatz aber Er wäre für mich in der Priorität und ist ganz unten.

00:42:57: Und eigentlich kann man auch ohne, weil man diese Zuschläge schon hat.

00:43:03: Wenn man ein Jahr länger arbeitet als Regelaltersgrenze also ein Jahr später erst geht kriegt man seine gesamte Rente um sechs Prozent erhöht und man hat ja in diesem Jahr noch zusätzliche Rentenansprüche erworben.

00:43:16: Also insgesamt kommt man das schon mal locker auf neun Prozent mehr Rente für einen Jahr länger arbeiten Und das ist, glaube ich – und dass das Leben lang.

00:43:25: Und jedes Jahr noch einmal erhöht mit der Rentenerhöhung!

00:43:28: Von daher, glaube Ich, ist das eigentlich viel mehr wert als diese Aktivrente?

00:43:36: Sie haben mal was beschlossen und sind sich einig.

00:43:38: Es ist ja auch immer schön wenn sie sich einigen sind im Bundestag.

00:43:42: Die Frau Wittlar gebeten noch ganz kurz Stellungssignal.

00:43:46: Auch hier einmal ganz wichtig, ich bin beim Podium was das Thema Boomer Soli angeht.

00:43:51: Denn dass es bei der medialen Debatte ist wird immer im Namen der Jugend argumentiert Wir brauchen die Boomer soli und die Jugend freut sich weil ihr Standpunkt ist.

00:44:01: Hauptsache wir müssen's nicht zahlen.

00:44:03: Da möchte ich einmal mitbrechen denn auch da wird in der Debatte immer vergessen wir werden auch eines Tagesrennerinnen und Renner sein Und tausend Euro Darauf überreden wir gerade.

00:44:13: Ab dem Moment geht man als reiche Rentnerin, dass man dann umverteilen soll.

00:44:18: auch das wollen wir nicht.

00:44:19: also da einmal brechen.

00:44:21: Wir als Jugend sind nicht davon überzeugt, dass der Buma Soli im Namen der Jugend gemacht werden sollte.

00:44:30: Jetzt habe ich nochmal eine Frage an Sie alle drei.

00:44:33: Ich meine schon die ein oder andere Sache gehört zu haben aber vielleicht können sie ja noch mal kurz Impulse setzen.

00:44:38: Wenn Sie sich eine Maßnahme aussuchen müssten, egal ob schon umgesetzt oder noch nicht.

00:44:43: Die vielleicht relativ klein wirkt aber total viel bewirken würde.

00:44:48: Welche wäre das und welche wäre eine Maßname die Sie auf gar keinen Fall umsetzen würden?

00:44:53: Also die Haltlinie die sogenannte Auf keinen Fall Umsetzen weil sie krass Generation ungerecht ist Und obendrein sehr sehr teuer.

00:45:03: Nicht nur teuer sondern sehr teurer.

00:45:08: Was man ändern könnte, wenn man überhaupt... Der Witz ist ja in diesem Herbst der Reformen.

00:45:14: Vielleicht kommt er ja noch, wissen wir noch nicht.

00:45:19: Ist in der Rente eigentlich angesagt gerade keine Reform zu machen?

00:45:23: Weil viele der Reform die im Augenblick angedacht werden sehr teuer sind, generation ungerecht und zum Teil auch überflüssig.

00:45:31: Wenn man etwas machen müsste Dann sollte man bei der Betriebsrente, über die haben wir ja heute noch gar nicht geredet dafür sorgen dass sie auch kleinere und mittlere Unternehmen haben.

00:45:43: Und nicht nur die Großunternehmer denn die betriebsrende ist für viele Menschen eine wichtige Stütze aber sie fehlt bei den kleinen oder bei den mittleren Unternehmen und da könnte man hin ausbauen Aber darüber redet man

00:45:54: kaum jemand.

00:45:56: Jetzt muss ich andere Schwerpunkte setzen als Sie.

00:46:00: Also ich würde dann mal sagen, was ich unbedingt machen würde und das habe ich ja eben schon gesagt.

00:46:03: Das ist für mich glaube ich wirklich ein wichtiger Punkt.

00:46:05: Ich würde versuchen möglichst

00:46:08: in

00:46:08: absehbarer Zeit alle gesellschaftlichen Gruppen In ein obligatorisches Alterssicherungssystem zu bekommen Und insbesondere die Beamten und Abgeordneten auch in die Rentenversicherung Weil ich glaube, das ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir in den nächsten fünfzehn Jahren auch noch weitere Formen wirklich mit Akzeptanz der Bevölkerung umsetzen können.

00:46:30: Und was ich nicht machen würde – da bin ich wieder so ähnlich wie Herr Barschupan – ich würde nicht in die nächsten fünf bis zehn Jahre über eine höhere Altersgrenze nachdenken wollen!

00:46:42: Weil, also was auf lange Sicht kommt wissen wir alle nicht.

00:46:45: Aber ich habe ... Sie haben das aber so halb angedeutet und ich will das mal konkret sagen.

00:46:50: Wir sind im Augenblick in einer Phase wo wir die Regeln Altersgrenze anheben.

00:46:56: Jedes Jahr um ein Monat ab jetzt jedes Jahr um zwei Monate Und das machen wir bis zum Jahr.

00:47:02: two-tausend eindreißigen dann sind wir bei siebenund sechzig.

00:47:05: Und ich habe mir mal angeguckt, jetzt gerade aktuell wieder wie hat sich eigentlich... Wir sind damit angefangen in den ersten Monat angehoben.

00:47:16: Und wie hat es sich eigentlich seitdem die Lebenserwartung entwickelt?

00:47:21: Die Durchschnittliche und wir haben wie gesagt heute im Jahr twenty-fünfundzwanzig sind für vierzehn Monate über der Altersgrenze von zwei tausend elf Und die Durchschnittliche Lebenserwartung der fünfundsechzigjährigen ist im gleichen Zeitraum um fünf bis sechs Monate gestiegen.

00:47:41: Das heißt, die durchschnittlichen Lebenserwahrung ist nicht mal halb so hochgestiegen wie die Altersgrenze schon gestiegen ist.

00:47:47: Heißt übrigens auch einen Grund dafür warum die Finanzlage der Rentenversicherung im Moment ganz gut ist?

00:47:52: Es wird weniger lange Rente gezahlt als noch vor zehn, fünfzehn Jahren und solange.

00:48:00: ich will da keine Regel raus machen aber Im Grundsatz würde ich schon sagen, solange nicht die Lebenserwartung wenigstens da der Anstieg der Lebenserwaltung so groß ist wie der Ansteig der Altersgrenze sollte man über dieses Thema nicht mehr reden.

00:48:16: Danach kann man vielleicht

00:48:17: wieder rüber.

00:48:18: Gute als letztes... Ich würde auch einmal ganz kurz die forty-eight Prozent Erhaltlinie ansprechen aber als positive Seite denn man muss sich immer auf der Zunge zergehen lassen.

00:48:32: Wenn jemand das ganze Leben im Niedriglohnsektor gearbeitet hat, komplett geschlossene Erwerbsbiografie.

00:48:39: Achtundvierzig Prozent vom Mindestlohn ist gar nichts!

00:48:43: Also da kriegt man nichts mehr als Rentnerin dann raus.

00:48:48: Dementsprechend würde ich da sagen wenn wir jetzt das Rentenniveau noch weiter absacken lassen und es fängt an bei sieben Vierzig Prozent aber irgendwann sind wir bei vierzig Prozent Keine würde im Alter mehr garantiert, damit ist niemand mehr abgesichert.

00:49:05: Wenn das vor allem die einzige Säule ist im Rentensystem wenn sie gerade angesprochen haben Die Betriebsrente und die private Altersvorsorge Ist einfach nicht so stark wie die gesetzliche Rente Positiv.

00:49:16: um neun Punkt einzubinden würde ich sagen dass wir mehr Transparenz schaffen müssen.

00:49:22: Es gibt gerade das Prinzip vom Rentensplitting,

00:49:24: d.h.,

00:49:25: dass die Versorgungsansprüche nach einer Scheidung zwischen den Ehreleuten dort aufgeteilt werden.

00:49:32: In dem Moment in dem aber dem Renteninformationsschreiben schon bei einer bestehenden Ehe über diese Versorgungslage aufgeklärt wird kann es dazu führen noch mal im Bewusstsein geschaffen wird, was bedeutet das denn eigentlich?

00:49:48: Wenn eine Person zu Hause bleibt.

00:49:49: Was bedeutet es dann eigentlich auf lange Sicht und eben nicht erst wenn sozusagen die Ehe gescheitert ist um da nochmal das Bewusstsein zu schaffen

00:49:59: wogegen

00:50:00: ich auch bin klar.

00:50:01: Renten mit siebzig.

00:50:03: Ich glaube man sieht es an unserem Nachbarland Frankreich.

00:50:06: Sie gehen auf die Barrikaden bei vierund sechzig.

00:50:09: Dementsprechend.

00:50:10: ich weiß nicht ob das Land brennen würde wenn jetzt Rente mit siebzig eingeführt wird.

00:50:15: Trotzdem ist die Frage, es gibt andere Reformvorschläge und deswegen ist die große Sache, wo ich sage, kontra es so lassen wie es ist.

00:50:28: Riester ist von zwei tausend eins.

00:50:31: zur Einordnung bin zweitausend vier geboren worden.

00:50:34: So dementsprechend Ich bin seit einundzwanzig Jahren hier auf dieser Erde Und natürlich habe ich jetzt Renteneintrittsalter, Reform mitbekommen.

00:50:41: Aber die waren im Jahr seven Rente mit sieben Sechzig und Zweitausend vierzehnt.

00:50:45: Da war ich in der Grundschule.

00:50:47: Das heißt große Reform haben wir nicht mehr gesehen.

00:50:50: Dementsprechend würde ich dazu anregen weiter daran zu machen.

00:50:54: wenn dagegen Wenn wir aufhören an der Rente zur Arbeiten und das System anzupassen an unsere jetzigen gesellschaftlichen Vorstellungen

00:51:02: Ja, super.

00:51:02: Vielen Dank!

00:51:04: Wir haben jetzt insgesamt sehr viel über Herausforderungen, Probleme, Reformverschläge, Veränderungsdruck ja oder nein diskutiert.

00:51:12: Sie haben jetzt gesagt was würden sie machen?

00:51:13: Was würden sie nicht machen?

00:51:15: Fragen wir doch mal anders.

00:51:16: Was funktioniert denn eigentlich schon gut?

00:51:18: Was ist etwas woran man einfach nicht rütteln sollte Ihrer Meinung nach in diesem ganzen Prozess, in dem wir jetzt gerade stecken?

00:51:29: Generationengerechtigkeitsfaktor oder Nachhaltigkeinsfaktoren, wie man nennen will.

00:51:34: An denen sollte man nicht rutteln und ich stimme Ihnen zu was die ja geschwöre.

00:51:42: also ein bisschen weitergehen.

00:51:44: Nicht nur im Mindestlohn sondern das untere Drittel der Rentenbezieher verdiene ich viel Geld auch im internationalen Durchschirm.

00:51:51: Das kann man anheben und das wäre gescheite.

00:51:53: Also man kann sich zum Beispiel überlegen ob man da die Halterlinie macht Aber den, die eine Betriebsrente bekommen, die im oberen Teil der Einkommensverteilung sind unter Rentnern.

00:52:07: Da kann man den Generationengerechtigkeitsfaktor beibehalten und die Rente funktioniert insgesamt gut.

00:52:15: also das was Tida am Anfang gesagt hat es muss man immer wieder unterstreichen wenn Insbesondere jüngere Menschen sagen, von der Rente kann ich mir später gar nichts mehr erwarten.

00:52:27: Das ist Unsinn!

00:52:29: Die Rente ist nicht sicher in ihrer Höhe.

00:52:32: aber dass die Rentenversicherung als Ganzes dahin sieht, ist falsch.

00:52:38: Es eine der stabilsten Institutionen, die wir haben und daran sollte man nicht rütteln.

00:52:47: Das kann ich natürlich nur unterzeichnen.

00:52:51: Ich glaube... Wir sollten auch an einem Grundprinzip in der Rentenversicherung nicht rütteln, dass da heißt wir versuchen zwei Grundsätze miteinander zu verbinden.

00:53:03: Nämlich zum einen den Grundsatz ja, Äquivalenz-Prinzip ist.

00:53:08: der Fachbegriff Einzahlung und Auszahlung sollen miteinander in Verbindung hängen.

00:53:14: Wer mehr einzahlt soll auch mehr rauskriegen.

00:53:16: so das wird vielleicht etwas klarer gesagt.

00:53:19: Das ist das eine Prinzip Und das ist in der Rentenversicherung Teil der Regelungen und gleichzeitig ist es aber kompensiert oder begleitet, kompenziert nicht begleitet durch ein zweites Prinzip, nämlich durch das Prinzip des solidarischen Ausgleichs.

00:53:37: Und diese Verbindung einerseits Leistungsgerechtigkeit, aber mit Umverteilungselementen zugunsten von denen die es nötig haben.

00:53:45: Das finde ich ist gut in der Rentenversicherung.

00:53:47: Das haben wir heute schon, aber da kann man natürlich auch noch überlegen ob man es noch ergänzende andere bessere Methoden findet.

00:53:54: Aber das ist Kern der Rentennversicherung heute und das finde ich is auch etwas woran man nicht rütteln darf und das hat übrigens auch dazu beigetragen dass das System so sicher Leistungsgerechtigkeit, wer mehr zahlt soll auch mehr kriegen.

00:54:09: und andererseits wer aus bestimmten Gründen nicht zahlen kann oder zu wenig zahlen können weil er so einen schlechten Job hat.

00:54:17: Der muss aufgestockt werden der muss was dazu kriegen dass diese Verbindung die muss erhalten

00:54:23: bleiben.

00:54:24: Ich kann mich anschließen, möchte als neuen Punkt gerne noch den Generationenvertrag als solches sagen.

00:54:30: Denn nicht nur aufgrund der Finanzierbarkeit sondern auch als gesamtgesellschaftliches Phänomen.

00:54:36: Rente betrifft nicht nur die aktuellen Rentnerinnen und Rentner.

00:54:39: Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und ich habe glaube ich noch keinen aktiven Vorschlag gehört.

00:54:47: Lasst uns den kompletten Generationenvertrag auflösen, es führt dazu dass wir in der Gesellschaft zusammenkommen weil wir voneinander abhängig sind.

00:54:55: Wir sind davon abhängigt das die jetzigen Menschen im Arbeitsmarktbeiträge zahlen und deswegen das sollte unbedingt beibehalten werden.

00:55:07: Und die gute Nachricht auch bei der Rente ist, viele Probleme im Rentensystem sind nicht von der Rnte selber.

00:55:15: Denn da würde ich einmal widersprechen ganz von Anfang.

00:55:17: Nicht nur die Wirtschaftspolitik ist gleich Rentenpolitik sondern Arbeitsmarktpolitik ist Rentenpolitik.

00:55:24: Denn am Ende soll im Idealfall die Rente die Lebensleistung widerspiegeln.

00:55:30: Sie soll das was man das Leben macht hat widerspiegern.

00:55:34: Das Problem ist, wenn es im Arbeitsmarkt schon Schieflagen gibt.

00:55:38: Sie ungleicher Lohn zwischen Männern und Frauen, sie ungleiche Lohn Ost- und West.

00:55:43: Dass eben da, wenn die Probleme da gelöst werden können dass wir sehr viel auch in der Rente erreichen können weil sich das alles darauf auswirkt und ich glaube, dass das auch nochmal ein positiver Blick ist.

00:55:57: Ich habe noch mal eine Frage, die Sie, Herr Dr.

00:55:59: Thiede schon in Ansätzen vorher angeschnitten haben.

00:56:03: Ich möchte sie aber trotzdem nochmal stellen und von Ihnen allen meinen Meinungswillen zu bekommen.

00:56:07: Gibt es denn andere Länder, von denen wir im Anbetracht des Rentensystems einen Bezug auf die Rentenpolitik noch etwas lernen können?

00:56:15: Welche wären das denn?

00:56:16: Also wenn man sich bei den Nachbarn umschaut dann sieht man dass die Dänen und die Niederländer deutlich höher Gesamtrenten bekommen als in Deutschland auch deutlich höher als in Österreich.

00:56:28: Und das liegt schon an einem sehr anderen Rentensystem, was Sie haben – die haben Verpflichtende für alle und sehr gut angelegte Betriebsräume.

00:56:40: Das hat in der Boomphase in den letzten zwanzig-dreißig Jahren zu eben sehr üppigen Renten der jetzigen Generation geführt.

00:56:49: Also davon könnten wir lernen und deswegen auch vorhin meine Bemerkung Wir sollten uns, wenn wir überhaupt was an dem jetzigen System ändern wollen, die Betriebsrente wirklich generell allen zugänglich machen und nicht nur zu denen, die bei Siemens oder bei BSF verarbeiten.

00:57:08: Wir sehen aber auch das Gegenteil des Frankreichs wo das Rentenalter von sechzig auf zweiundsechzig angehoben werden sollte Und das ist jetzt gestern oder heute im Laufe des Tages Adakta gelegt worden.

00:57:20: Das kann nicht funktionieren und da wird das ganze Land unterleiden, wenn wir den Nächsten nicht mehr der allerletzte in der Schlange sind weil die Franzosen noch schlechter sind.

00:57:34: sprich das nicht für uns sondern dass die Franzose Fehler gemacht haben.

00:57:38: Die Italiener haben ihr System sehr stark reformiert Das Rentenalter hochgesetzt und damit eigentlich geholfen, dass der italienische Staat die Schule nicht weiter nach oben getrieben hat im Gegensatz zu Frankreich.

00:57:54: Und aus von den Griechen kann man lernen das man durch die Rentenversicherung ein ganzes Land in den Abgrund stürzen kann.

00:58:01: es hat dann eine wirklich brutale Reform bedurft, um Griechenland wieder auf das Gleis zu setzen.

00:58:10: Aber da sieht man wie wichtig einerseits die Wirtschaft für die Rente ist

00:58:15: aber

00:58:17: auch ein großer Bestandteil unserer Wirtschaft ist und die beiden müssen eben im Einklang sein.

00:58:23: also kann eine Menge lernen an positiven negativen Dingen wenn wir einfach nur unsere Nachbarn Griechland sind nicht exakt unser Nachbar wenn man schaut, was da gut gelaufen ist oder nicht.

00:58:36: Man kann viel lernen von den Nachbarn.

00:58:38: ganz eindeutig, wovor ich mal ein bisschen wahrne ist zu sagen wir können das einfach kopieren so wie dies machen und dann wird es sehr gut klappen.

00:58:51: Das liegt daran, dass nicht nur unser Sozialsystem sondern auch unser Sozial-, Steuer- und Wirtschaftssystem doch sehr länderspezifisch jeweils ist.

00:59:01: Und eine rentenpolitische Maßnahme dann zusammenpassen muss mit dem Übrigen.

00:59:09: Ich bin mit Ihnen der Meinung das so diese Frage Stärkung der zweiten Säule also der betrieblichen Alterssicherung Dass das vielleicht etwas ist was man generell ganz gut sagen kann, weil es eben nicht so sehr verknüpft ist mit den übrigen sozialrechtlichen und steuerrechtlichen Regelungen.

00:59:25: Ich tue mich immer ganz schwer wenn man einzelne Maßnahmen sonst rausflückt und sagt ja sieht man doch mal also das machen die doch supergut warum machen wir das nicht auch so?

00:59:34: Und dann dabei übersieht dass aber eine andere Regelung die eng

00:59:39: damit zusammenhängt

00:59:40: in dem anderen Land ganz anders gemacht wird.

00:59:42: Das heißt das könnte man bei uns gar nicht so machen.

00:59:44: jedenfalls wäre die Wirkung ganz anders.

00:59:46: Man kann einige Sachen wirklich lernen.

00:59:49: Also ich nehme jetzt mal das Beispiel Österreich, weil das ja auch ganz viel genannt wird und ich glaube – ich habe das eben auch schon gesagt – was man aus Österreich lernen kann?

00:59:58: Weil es nicht so stark mit anderen Dingen verknüpft ist wie die, die das hingekriegt haben mit den Beamten.

01:00:04: Das haben sie, glaube ich, ziemlich klug gemacht.

01:00:08: Was man von Österreich nicht gut lernen kann sind, glaube Rentenformel oder die Höhe der Rentenzahlungen verbessert oder erhöht.

01:00:22: Weil man nämlich dann über Giss übersieht, dass die in Österreich ein völlig anderes Recht bei der Krankenversicherung haben.

01:00:28: Bei der Pflege- versicherung haben im Steuerrecht haben.

01:00:31: Renten in Österreich werden vom ersten Euro an besteuert nicht so wie bei uns.

01:00:36: So langsam schrittweise irgendwie wachsen wir in die Besteuerung.

01:00:39: in Österreich wird jede Rente voll besteuern.

01:00:42: In Österreich ist auch der Eingangsteuersatz Der betrifft Renten dann ziemlich oft weil Renten ja niedriger sind Im Regelfall als Erwerbseinkommen.

01:00:51: Also die werden gleich von Anfang an kräftig ranganommen.

01:00:54: Deswegen kann ich glaube ich so einzelne Punkte, so schwer vergleichen und ein ganzes System, ganzes Steuer- und Transfersystem aus dem anderen Land will man ja auch gar nicht haben.

01:01:06: Ich meine das ist hier gewachsen.

01:01:09: Leute sind auch im Grundsatz in jedem Land, übrigens meistens mit ihrem jeweiligen System zufrieden.

01:01:14: Also von daher glaube ich so Grundstrukturen das kann ich mir schon vorstellen.

01:01:19: also gerade was Betriebsrenten stärken da bin ich das kann nicht mehr vorstellen.

01:01:24: man kann sich auch einzelne Sachen vorstellen wie diese Beamtenversorgung übernehmen dass da bin Ich mit dem österreichischen System auch sehr konform.

01:01:32: aber so grundsätzlich Zu sagen wir machen das so wie in dem land Da halte ich mich so.

01:01:38: viel von Frau Witter, das ist jetzt den Schlusspunkt des ersten Teils.

01:01:43: Ja, jetzt haben wir meine Vorredner ja ganz viele spannende Punkten gesagt.

01:01:48: Dementsprechend würde ich gar nicht mehr so in dieses Technische was die einzelne Maßnahmen angeht sondern eher die Form gerade bei Österreich angesprochen.

01:01:57: Thema Gerechtigkeit in der Generation alle Zahlen zusammenbeamten auch.

01:02:01: Das Thema Kapital gedecktes Rentensystem ist jetzt wenig gekommen.

01:02:07: also so berühmt-berüchtigte Aktienrente, gerade in den nordischen Ländern zeigt uns das.

01:02:14: Es ist nicht das Allheilmittel und es gibt sehr viele Probleme daran.

01:02:19: aber viele schauen jetzt neidisch darüber weil sie angefangen haben.

01:02:23: Das heißt solange man die Reformen nicht ausprobiert können wir auch nicht in zwanzig dreißig vierzig Jahren sagen es hat funktioniert.

01:02:32: Das letzte Thema, auch wenn natürlich das Finanzielle wir uns jetzt nicht von Frankreich abschauen sollten vielleicht die gewisse Emotionalität.

01:02:39: Denn bei der Rente geht es nicht nur um die Finanzierbarkeit sondern um nicht weniger als die Würde im Alter und dass die Menschen, die unterschiedlichen Generationen natürlich in ihren Debatten darüber reden aber wirklich dafür auf die Straße gehen was eben dieses Beispiel ist wollen wir eine Rente mit oder lassen wir einfach die Politikerinnen darüber entscheiden und dann müssen wir damit leben.

01:03:08: Vielleicht sollten uns da noch mal ein bisschen diesen Aktivismus anschauen, und Rente zu unserem Thema

01:03:13: machen.".

01:03:13: Vielen Dank!

01:03:14: Jetzt haben wir das Thema geweihtet von Deutschland auf die Nachbarländer, ich möchte jetzt den Kreis der Fragesteller weiten.

01:03:21: Ich habe schon mitbekommen bei Frage.

01:03:23: Jetzt hat sich auch schon einiges getan.

01:03:25: deswegen würde Als erstes eine Frage aufrufen und Sie im Saal können sich auch schon mal bereit halten, wenn sie eine Frage haben.

01:03:33: Ja also über das Online-Tool sind schon viele Fragen eingegangen und eine schließt jetzt sehr gut an.

01:03:39: was Frau Wittler gerade angedeutet hat und sie richtet sich an Professor... Da wird jetzt nochmal aufgegriffen, was von der letzten Bundesregierung ja und diskutiert war.

01:03:49: Stichwort Generationenkapital also die teilweise Einführung von Kapitaldeckungen in der Rentenversicherung.

01:03:56: Und da ist eben von dem Frage Die Frage Ist das sinnvoll auch aus Sicht des Staates sinnvoll?

01:04:01: Wird da die Neuverschuldung mit angekurbelt?

01:04:05: Was halten Sie von dem Vorstach?

01:04:08: Also den Vorschlag gab es in verschiedener Form.

01:04:11: Was am Schluss übrig war, war dass der Staat Schulden aufnimmt um damit Aktien zu kaufen und die dann anzulegen, und zwar zentral anzulägen.

01:04:21: Davon halte ich gar nichts.

01:04:23: also erstens sich wir haben gerade genug Schulden und wir sollten die Schulden dazu verwenden Zukunftsinvestition zu machen wo man später auch wirklich was davon hat.

01:04:34: das rechtfertigt Schulden aber nicht dass man auf der einen Seite Schulden nimmt und auf einer Seite dafür Aktien kauft.

01:04:41: Das andere ist Die Kontrolle über dieses Kapitals ist sehr, sehr schwierig.

01:04:48: Soll der Staat auf das Geld aufpassen oder wer soll darauf aufpassen?

01:04:53: Es sind eine Menge Geld die da anwächst.

01:04:56: Das muss man sich vorher überlegen.

01:05:11: Ich glaube, das war nicht schlecht, dass diese Idee in der Versenkung verschwunden ist.

01:05:15: Wenn man mehr Kapitaldeckungen haben möchte... Ist die Betriebsrente das Beste?

01:05:20: Da gibt es verschiedene Modelle, die konkurrieren miteinander.

01:05:23: Es ist klar, wem die Betriebseinte gehört nämlich den Mitarbeitern in den Betrieben.

01:05:28: Das ist das viel bessere Modell als... ...es ist auch das bessere Model als eine neue Riste-Rente zu erfinden wo man alleine sich überlegen muss was ist das beste?

01:05:37: Na ja, da ist man überfordert.

01:05:38: Also kommen Versicherungsvermittler nach Hause und sagt einem dann was das Beste ist.

01:05:43: Und dann wundert man sich später, dass wir über den Tisch gezogen waren.

01:05:46: Das ist auch keine gute Idee!

01:05:48: Sondern die Betriebsrente ist ein schöner Mittelweg.

01:05:52: Aber die Betriebensrente ist doch faktisch eine Lohnerhöhung?

01:05:55: Da werden die Arbeitgeber schön etwas dagegen haben meiner Meinung nach.

01:05:59: Ja, die Arbeit Geber schimpfen immer wenn sie jetzt...

01:06:04: Nein,

01:06:04: ich sehe das nicht als eine Lohnerhöhung.

01:06:07: Sondern die Betriebsrente hat zwei Elemente.

01:06:10: Das eine ist sie zahlen da selber ein und kriegen das nach einiger Zeit als Rente wieder ausbezahlt.

01:06:16: Das ist wirklich was Sie machen.

01:06:18: Und dann mag der Arbeitgeber aber vielleicht auch noch etwas dazugeben um sich sozusagen an das Unternehmen zu binden Betriebstreue sozusagen zu belohnen.

01:06:31: Aber das muss nicht sein, also es gibt viele Betriebesrentensysteme wo die Angestellten einzahlen und später daraus ihre Rente bekommen.

01:06:40: Das einzige was der Arbeitgeber macht ist sozusagen die ganze Verwaltung zu übernehmen und dafür zu sorgen dass sie nicht alleine mit dem Versicherungsvertreter verhandeln müssen sondern dass ein ganzer Betrieb das macht oder eine ganze Sparte von Betrieben.

01:06:57: Aber die, die wenig verdienen können sich das ja vielleicht auch wieder nicht leisten.

01:07:02: Also noch was dazu einzuzahlen zur Betriebsrente?

01:07:06: Das ist korrekt und das gilt natürlich auch für die gesetzliche Rente.

01:07:13: Und auf beiden Art und Weisen schneidet er sozusagen in das Netto, was man vom Brutto hat.

01:07:20: aber da haben sie völlig

01:07:20: recht Frau Wittler, Sie haben das Mikro in die Hand genommen.

01:07:24: Wollt sie dazu noch was sagen?

01:07:26: Ja um mich einmal in die Betriebsrentendebatte einzuklingen weil ich die total spannend finde und eigentlich immer zu kurz komme woran es aber liegt ist wir haben Super wenig Tarifverträge.

01:07:38: Die Anzahl der Menschen, die mit einem Tarif-Vertrag arbeiten sinkt immer weiter.

01:07:44: deswegen ist doch die Frage natürlich verständlich dass irgendwie gesagt wird der erste Instinkt es nicht attraktiv für den Arbeitgeber.

01:07:52: aber da ist erstmal die Frage wie viele Menschen betrifft das denn überhaupt?

01:07:56: und Es ist ein Wettbewerbsvorteil in Zeiten wo der Fach der Arbeitskräftemangel überall zu sehen ist, ist doch einfach gerade attraktiv.

01:08:08: Und dann sollte man doch auf die kleine und mittlere Betriebe zugehen und sagen auch hier im ländlichen Bereich es ist attraktif ihr könnt was gestalten und davon profitieren alle.

01:08:18: und wenn dadurch dann auch die Beschäftigungsrate höher wird ist das mehr als sozusagen die Angst dass sozusagen die einzelnen Beiträge steigen und dann der Lohn irgendwie zu hoch wird.

01:08:32: Und es wirtschaftlich nicht mehr rentabel ist.

01:08:34: Dankeschön!

01:08:35: Ja, eine weitere Frage, die vielleicht am besten von Dr.

01:08:38: Tide beantwortet werden kann ob unser Rentensystem durch versicherungsfremde Leistungen belastet ist, die eigentlich über Steuern finanziert werden müssten?

01:08:47: Also ich mag ja diesen Begriff Versicherungsfronteleistung nicht weil sich da jeder was anders darunter vorstellt und man sich auch fragen kann, in einer Sozialversicherung eigentlich versicherungsfremd.

01:09:00: Ich finde den Begriff besser nicht.

01:09:02: beitragsgedeckte Leistungen also Leistungen die die Rentenversicherung zahlt

01:09:07: obwohl

01:09:08: keine Beiträge dafür eingezahlt wurden.

01:09:12: Eigentlich hatte ich eben gesagt wer mehr einzahlt kriegt mehr raus.

01:09:15: wenn man einzahlt kriecht man was.

01:09:18: es gibt aber auch Leistung für die nie einen Beitrag gezahlt wurde, obwohl trotzdem die Leistung gezahlt wird.

01:09:24: Und das sind die sogenannten nicht beitragsgedeckten Leistungen.

01:09:28: Das sind gar nicht so wenig und man kann lange darüber diskutieren.

01:09:34: was gehört alles dazu?

01:09:37: ich glaube ziemlich unstrittig ist ein bestimmter set an leistungen die ganz eindeutig nie zuvor durch einem Beitrag finanziert wurden.

01:09:48: Zwei, drei Beispiele nur die aktuelle Mütterrente, die gerade diskutiert wird.

01:09:54: Das ist so eine typische Leistung.

01:09:56: Eine zusätzliche Leistung, die die Rentenversicherung zahlen soll obwohl niemals vorher dafür ein Beitrag gezahlt wurde.

01:10:03: das ist ne Leistung.

01:10:05: die sollte aus meiner Sicht selbstverständlich dann auch durch Steuern finanziert werden.

01:10:09: warum sollen denn die heutigen Beitragszahler oder die künftigen das finanzieren?

01:10:15: Das wäre so ein Punkt.

01:10:16: Ein anderer Punkt wäre Aufwertungen von Entgelten, für die eben nicht entsprechende Beiträge zahlt wurde.

01:10:23: Wir haben ganz lange Zeit in den neuen Bundesländern und vorher in der DDR Beitragszahlungen gehabt Und diese Beitragszahlung waren niedrig weil die Löhne niedrig waren.

01:10:36: da hat man sie aufgestockt.

01:10:38: gesagt Der Rentenanspruch der daraus entsteht ist größer als das wofür der Beitrag gezahlt wurde.

01:10:44: Und das ist genau der Punkt, ne?

01:10:46: Der Rentenanspruch ist größer als dafür für den, der Beitrag gezahlt wurde.

01:10:51: Da ist ein Teil drin, für den kein Beitrag bezahlt wurde.

01:10:53: deswegen meine ich auch da Das heißt nicht dass diese Leistungen nicht sinnvoll sind.

01:10:57: um Himmels Willen die können sehr sinnvoll sein und wenn der Gesetzgeber beschließt dass der Bundestag beschließs das soll so sein dann ist es mehr oder weniger.

01:11:07: die Rentenversicherung macht es auf jeden Fall.

01:11:08: ob sie in Ordnung ist oder nicht ist eine persönliche Bewertung.

01:11:11: aber gezahlt werden sollte sowas nicht aus Beitragsmitteln, denn die heutigen Beitragszahler haben da nichts von.

01:11:21: Das sind die Punkte.

01:11:23: Und die Rentenversicherung hat, glaube ich gerade im letzten Jahr noch mal – das kann man sich bestellen oder einsehen im Internet auch – die Rentennversicherung weiß das aus, was sie für nicht beitragsgedeckte Leistungen hält.

01:11:34: Sie summiert das auf und stellt das gegenüber dem Bundeszuschuss den wir kriegen.

01:11:38: Und im Augenblick ist das, was wir an Nicht-Beitragskedecktenleistung zahlen etwas niedriger als der Bundeszuschluss?

01:11:47: Heißt übrigens den Satz sag ich immer so gerne, deswegen sage ich das trotzdem noch.

01:11:52: Wenn es diese ganzen nichtbeitragsgedeckten Leistungen nicht gäbe, wäre der Beitragssatz niedriger als heute?

01:12:00: Allein mit dem Beiträgen könnten wir die beitragsgedeckten Renten vollständig finanzieren und bräuchten nicht mal alles.

01:12:08: Ich möchte ein völlig anderes Thema ansprechen, und zwar die europäische Komponente.

01:12:12: Wenn man wie ich das europäisch zusammenwachsen für essentiell für unsere Zukunft

01:12:18: hält.

01:12:19: Stellt Sie auch die Frage, würden sich die europäischen oder die nationalen Sozialversicherungssysteme irgendwie europäisch zusammenwachsen lassen?

01:12:30: Ist das völlig unmöglich und können sie sich da eine Lösung vorstellen, die eher europäische sozialversicherungseinheitliche Sozialversicherungssysteme aus dem heutigen wachsen lassen können?

01:12:42: Also da überfordern Sie uns und auch die Rentensysteme.

01:12:47: Einige der Rentenssystemen sind wirklich grundsätzlich anders, und die mit unserem System zusammenzuführen würde ich mal für unmöglich halten.

01:13:00: Ich

01:13:00: bin mir nicht sicher, dass man das braucht oder gar möchte.

01:13:07: Herr Tieder hat vorhin gesagt, Rentensystemen sind gewachsen.

01:13:12: Die werden ja nicht irgendwie vom Bundestag beschlossen, sondern der gute Bildsmark hat angefangen und dann haben wir weiß so viele Regierungen hier was geändert und da war es uns gewachsen.

01:13:22: Und man kommt aus dieser Geschichte nicht heraus und soll das auch nicht weil die Präferenzen in verschiedenen, was sie Leute gerne haben weniger gerne haben ändert ist ja verschieden in verschiedenen Ländern.

01:13:36: Wir Deutschen haben doch eine relativ distanzierte Haltung zu Kapitalgedeckten Renten in den Niederlanden, in Schweden sieht das sehr anders aus.

01:13:46: Warum soll man das alles über einen Leister schneiden?

01:13:50: Also ich glaube erstens denke ich es ist nicht so einfach machbar Um zu vermeiden, gar nicht

01:13:58: machbar.

01:13:59: Und zweitens ich glaube auch nicht dass es wünschend wert ist.

01:14:02: wir können zusammenwachsen und haben trotzdem verschiedene Systeme.

01:14:07: Wir schneien ja auch nicht alle über einen leisten was Was die Schule angeht?

01:14:13: Was andere Dinge geht wo die länder bestimmen in deutschland inner von deutschlands Was wir machen was wir nicht machen

01:14:20: wird das gerne noch ergänzen.

01:14:22: Ich sehe das ganz genauso und ich glaube unbedingt nötig ist fürs Zusammenwachsen von Europa.

01:14:29: Das haben wir schon!

01:14:31: Wir haben nämlich eine Regelung jetzt, jetzt schon im europäischen Rentenrecht also im Rettenrecht aller EU-Staaten dass die Leistungen gegenseitig anerkannt werden... Also nehmen wir mal ein Beispiel, wo wir kriegen.

01:14:44: Also jemand der zehn Jahre in Frankreich gearbeitet hat, zwanzig Jahre in Belgien und den Rest in Deutschland.

01:14:51: Der kriegt wenn er in Rente geht eine Rente aus allen drei Ländern aus Frankreich eine für die zehn Jahre, aus Belgien für die zwanzig Jahre und aus Deutschland für den Rest.

01:15:02: Wenn es jetzt was ganz häufig ist in den Ländern Regelungen gibt wo man bestimmte Wartezeiten, bestimmten Zeiten erfüllen muss dann zählen aber alle Zeiten in Europa zusammen.

01:15:15: also Hier unser Fall, den ich gerade sagte hat ja nach den Dreißig Jahren in Frankreich und Belgien höchstens noch, ich sag mal fünfzehn in Deutschland verbracht.

01:15:25: Wenn der jetzt eine Leistung in Anspruch nehmen möchte wo man Versicherungszeit von dreißig jahren braucht dann hat er die weil dann der französische und belgische mitzählt.

01:15:37: also das Rentenrecht in Europa ist schon so weit, dass zumindest man keinen Nachteil davon hat wenn man in verschiedenen Ländern tätig war.

01:15:46: Also insofern sind wir da schon zusammengewachsen und ein Stück weit und können trotzdem unsere verschiedenen Systeme behalten weil jedes Land dann nach seinen Regeln rechnet.

01:15:56: Genau, eine weitere Frage die kann am besten Frau Wittler oder vielleicht auch Frau Wimmer beantworten.

01:16:01: Wie können junge Menschen dazu motiviert werden sich rechtzeitig mit dem Thema private Zusatzrente und Betriebsrente auseinanderzusetzen?

01:16:11: Also im Ende des Tages ist es immer Wissenes macht.

01:16:15: je früher gebildet wird, darüber aufgeklärt wird, dass du früher kann man sich damit auseinandersetzen.

01:16:22: Es ist schwierig immer alles direkt in die Schulen zu rüberzuladen weil am Ende alles in der Schule gelehrt werden soll.

01:16:31: trotzdem ist die Frage eine gewisse Sensibilität über was erwartet mich eigentlich im Rest meines Lebens?

01:16:39: Was kann ich für Vorteile haben, wenn ich bei meinen Ausbildungsstädte schon darauf achte?

01:16:43: Das ist ein Tarifvertrag mit einer betrieblichen Rentenvereinbarung gibt.

01:16:48: Es zeigt einfach das Wissen was bedeutet.

01:16:52: Mein Lieblingsbeispiel auch da gerade beim Minijobs ist es möglich sich vom Rentenbeitrag befreien zu lassen.

01:16:59: als Ich mit fünf sind angefangen habe war noch einen vierhundertfünfzig Euro Job und ich hatte diese Outmöglichkeit Und alle haben gesagt, ja kannst du dir fünf Euro sparen.

01:17:12: Ich wusste nicht was das bedeutet und ob die fünf Euro für mich im Alter einen Unterschied machen, wusste ich auch nicht aber die fünf euro im Kino haben den Unterschied gemacht.

01:17:23: Das heißt wenn wir schon wissen was das für uns bedeutet was auf diesem Blatt steht kann sehr viel gewonnen werden.

01:17:33: erreichen wir, indem wir das Thema Rente zugänglich machen und nicht nur sagen ja jetzt reden die, die gerade selber Rente beziehen.

01:17:40: Wir machen es zugängig in dem wir nicht sagen oh das Thema ist zu kompliziert liest dich da gar nicht ein du verschwendest deine Zeit bis du so alt bist.

01:17:49: es ist eh ganz anders und ich glaube da über Transferent Bildungsarbeit und aber auch die ausgestreckte Hand die Förderung dass man sich damit auseinandersetzen kann bringt ganz viel.

01:18:01: Ja, dem kann ich mich anschließen.

01:18:03: Ich glaube aus der Perspektive meiner Vereinsarbeit kann ich sagen dass wir immer wieder mitbekommen bei den unterschiedlichsten Themen und auch beim Thema Rente war das für uns ganz prägnant.

01:18:12: junge Menschen interessieren sich für das Thema die möchten sich damit beschäftigen aber viele bringen gar nicht zum Beispiel aus der Schule das Vorwissen mit dass man eigentlich setzen könnte.

01:18:23: Ich hatte zum Beispiel Glück mit meiner Wirtschaftslehrerin, die hat versucht vielleicht neben dem grundsätzlichen Lehrplan auch noch ein zwei wichtige Themen mit einzubringen.

01:18:31: aber für die Rente ist im Wirtschaftsunterricht so permanent überhaupt einen hat in der Schule wenig Zeit vorgesehen und das ist bei so einem komplexen System das für einen selbst

01:18:42: so

01:18:42: große Folgen hat und so große Bewandtnis hat im Alter.

01:18:46: Das ist schon fatal

01:18:47: weil

01:18:48: wie gerade schon gesagt wurde, wenn ich mich nicht damit auskenne was soll ich denn machen?

01:18:52: und deswegen würde ich sagen es ist total wichtig dass in der Schule diese Bildung schon anfängt.

01:18:57: zu diesem System.

01:18:58: Zu verschiedenen Reformationsvorschlägen zur Geschichte dieses Systems vielleicht auch.

01:19:06: Ich glaube allein das wäre eine gute Möglichkeit, unter natürlich auch jungen Menschen die Stimme und die Möglichkeit zu geben sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen.

01:19:14: Und auch mal in der kritischen Diskussion zu gehen und eben auch Dinge zu hinterfragen weil letztendlich sind Leute aus unserer Generation unter anderem die, die noch eine Chance haben an diesen Stellschrauben zu rütteln sollte das so nötig sein.

01:19:25: Die Verwidler hat einen interessanten Aspekt in die Diskussion eingebracht nämlich dass sozusagen die Möglichkeit an der Rente dann zu partizipieren ungerecht verteilt ist, schon nach den Lebenschancen die man insgesamt erhält.

01:19:38: Also an welchem Arbeitsplatz man handelt was eins zu eins oder nicht wie in Einzelfall aber statistisch einher geht mit Lebenserwartungen.

01:19:46: und die größten Lebenserwartungen haben ja bekanntlich die Beamten.

01:19:50: Und wenn dem so ist sozusagen dass immer dann also die Ausbeute oder das Equalenz-Prinzip besonders schief wird eigentlich im Welt, es zu den Lebenschancen.

01:20:01: Gibt es denn eine Fantasie, wie das in einer Rentenformel eingearbeitet werden könnte?

01:20:06: Ich werde auf jede Antwort dankbar egal wer sie da vorne bringen kann.

01:20:11: Ja ich würde einmal anfangen.

01:20:14: unsere Formel ist dazu da um mathematisch einen sehr komplicierten Sachverhalt und zwar die komplette Erwerbsbiografie nicht nur in unserer Generation sondern mit den Generationen von allen zusammenzufassen.

01:20:28: gerade bei der Frage spezifisch ist das Problem, wenn wir sagen okay besonders physisch schwierige Jobs kriegen irgendwie eine besondere Anrechnung die sind schwieriger.

01:20:41: Da ist die Frage Wir haben einen Wandel in der Erwerbstätigkeit, nur weil man irgendwo eine Ausbildung angefangen hat.

01:20:50: Nur wenn man irgendwas mal angefangen hatte zu studieren heißt das nicht dass man das für immer macht.

01:20:55: viele schaffen es gar nicht fünf vierzig Jahre in einem körperlich sehr anstrengenden Beruf zu sein.

01:21:00: und dann ist nämlich die Frage wie bildet man das denn in einer Formel ab?

01:21:04: kann man dann sagen okay ich habe jetzt zwanzig Jahre auf dem Bau gearbeitet und dann aber fünfzehn Jahre in einer Arztpraxis?

01:21:14: Wie schlägt sich das Stress aus?

01:21:16: Wie kann man dann sagen, dass es jetzt anders zu bewerten?

01:21:20: und ich glaube verkomplizieren unsere Formel damit.

01:21:24: Es ist mathematisch gar nicht möglich jeden Einzelfall jede individuelle Bewerbsbiografie darauf anzupassen obwohl es natürlich schön wäre wenn jede Lebensumstände auch da abgebildet werden.

01:21:37: Ja Ich glaube ein Stück weit haben wir was im Rentensystem, aber möglicherweise nicht genug.

01:21:43: In den allermeisten Rentenreformkommission der letzten dreißig Jahre sag ich mal wurden auch immer Elemente diskutiert wie man mit dieser Frage die sie haben umgehen kann.

01:21:55: also Wir haben im aktuellen Rentenrecht die Grundrente.

01:22:00: Die Grundrente die sagt bei Menschen die eine bestimmte Dauer im Rentensystem verbracht haben, Versicherungsjahre haben und in der ganzen Zeit sehr stark unterdurchschnittlich verdient haben.

01:22:12: Bei denen werden diese Rentenansprüche angehoben.

01:22:17: Höher als sie die Beiträge gezahlt haben – nicht bei das gedeckte Leistung in Klammern – wird übrigens vom Bund gezahlt also von daher alles sauber finanziert.

01:22:27: Das wäre so ein Element.

01:22:29: Das ist allerdings ein Element was wirklich für die sehr niedrig Verdiener nur greift und vielleicht auch noch etwas klüger hätte ausgestaltet werden können als es jetzt ist, aber das ist so ein Element.

01:22:39: In den Reformkommissionen wurde immer wieder darüber nachgedacht ob man Wege finden kann wie man Menschen mit niedrigen Einkommen eine andersartige Hörwertung geben kann.

01:22:53: Es gab früher mal die Rente nach Mindesteinkommen oder es wurde auch nachgedachten Eintritt, also wenn man in Rente geht und die Rente berechnet wird ob man da irgendwelche Umverteilungselemente noch rein baut.

01:23:09: Also sagt für die ersten ich sage jetzt mal einfach den Fachbegriff Rentenpunkte ohne das weiter zu erläutern Für die ersten dreißig Renten Punkte gibt es so viel Euro für die nächsten zwanzig gibt weniger oder so, dass man da durch eine Umverteilung hinkriegt.

01:23:27: Also es gibt dann eine Reihe von Überlegungen und Vorschläge die in den Rentenreformkommissionen bedacht wurden.

01:23:35: umgesetzt wurde bisher die Grundrente, wie wir sie aktuell haben.

01:23:41: Und man muss auch sehen es gibt Vor- und Nachteile.

01:23:43: also es gibt immer gute Argumente dafür untergegen wenn man über so etwas nachdenkt.

01:23:48: ich persönlich bin auch ein Freund davon zu sagen in einem solidarischen Sozialversicherungssystem braucht das nicht nur die Leistungsgerechtigkeit, die braucht es unbedingt und die muss ganz vorne stehen aber es braucht auch solidarische Ausgleichselemente und da wäre die Grundtrende.

01:24:04: eins und weiteres könnte man überlegen Gibt es vielleicht in irgendeiner der tausendkünftigen Reformkommissionen so eine Idee?

01:24:12: Sie haben die Lebenserwartung angesprochen.

01:24:15: Das ist natürlich ein ganz schwieriges Thema, weil ... Die Lebenserwaltung hängt zum Teil sehr vorhersehbar an Dingen, die bei den Jugend schon feststehen, aber auch gar nicht vorherrösebar sind und da Ausgleich zu schaffen ist sehr schwierig.

01:24:34: Wir wissen Raucher leben im Schnitt sechs Jahre kürzer, andere Dinge die aus dem eigenen Verhalten rauskommen.

01:24:44: Wir wissen aber auch dass diejenigen die hart arbeiten kürzeres Leben haben und das nicht etwa wenn sie da besonders viel Bier trinken am Bau sondern weil sie wirklich hart gearbeitet haben.

01:24:57: Aber das Auseinander zu erhalten ist fast unmöglich.

01:25:02: Deswegen muss man da aufpassen.

01:25:03: Wir haben in letzter Zeit, jetzt darf ich mal als Institutsleiter reden den Dachdecker wieder aufgegriffen.

01:25:10: das war ja eine beliebte Figur.

01:25:12: der gute Kurt Beck hat ich glaube damit sogar Stimmen gewonnen in seinem Land wo ich auch herkomme.

01:25:21: und wir haben angeschaut wie sieht es eigentlich aus?

01:25:26: Wie ist die Verteilung von Gesundheit innerhalb dieser Spaten?

01:25:31: und da fallen die Dachdecker schon auf.

01:25:34: Die sind überdurchschnittlich, haben die Schäden insbesondere was das Knochengerüst angeht.

01:25:44: Aber insgesamt sieht man, dass wenn man jetzt eine Dachdecker-Rente einführen würde die Dachdäcker so verschieden gar nicht sind von vielen Büroleuten.

01:25:56: Die Verschiedenheit innerhalb der Dachdeckerbranche ist größer als die Unterschiede zwischen Büroleuten und den Dach-Deckerleuten.

01:26:08: Also, die Verschiedenheit in jedem Beruf ist so riesig, dass es eigentlich einen Unsinn ist, berufsspezifische Renten zu machen.

01:26:16: Das ist ein Vorschlag der immer wieder auftaucht und der eigentlich ihrer Überlegung rausschwimmt.

01:26:21: Es stimmt einfach nicht, dass man die Leute sozusagen nach ihrem Beruf eingliedern kann.

01:26:28: Und dann weiß man, die leben fünf Jahre länger und die weniger, dem ist nicht so.

01:26:32: Sondern das sind große Vielfalt innerhalb jeder Berufszeit.

01:26:35: Das andere was man sich vergessen darf, was auch bei diesen Diskussionen eigentlich immer wieder aufkommt So viele Dachdecker haben wir gar nicht.

01:26:43: Und die Leute, also man darf den nicht vergessen und dafür haben eine Erwerbsminderungsrente und alle möglichen Institutionen.

01:26:52: aber diejenigen, die körperlich noch hart arbeiten sind immer weniger geworden.

01:26:57: wenn sie mal nach BMW gehen hier in München und schauen sich an wie der Autos zusammengearbeitet werden das ist völlig anders als noch für dreißig Jahren und da spielt der Kopf mittlerweile eine große Rolle als die Muskeln.

01:27:12: Ja, hier ist noch eine Frage an Sie Herr Prof.

01:27:15: Börsch-Supern adressiert.

01:27:17: Sollte nicht einfach die Tatsache das man Kinder hat höher als die Erziehungszeiten bisher angerechnet werden?

01:27:24: Denn sie sind ja die künftigen Einzahler.

01:27:27: Naja im Prinzip bewerten wir ja die Kinderzeit schon sehr hoch ob man jetzt noch höher haben will oder nicht.

01:27:36: letztlich Also da gibt es keine Formel oder eine gute empirische Grundlage, wie man damit umgehen soll.

01:27:45: Was sehr wichtig ist, ist dafür sorgen dass die Erwerbshistorien von Frauen nicht also eine große Unterbrechung haben und vor allen Dingen das man Frauen nicht dafür bestraft wenn sie wieder in die Wirtschaft zurück gehen, dass sie dann mit dem niedrigen Lohn weiter machen.

01:28:05: Das ist eigentlich das, was Frauen am meisten schadet.

01:28:08: Sie kommen raus in drei, vier, fünf Jahre nicht im Betrieb und dann werden sie auf einem anderen Posten der weniger bezahlt wird wieder eingestellt.

01:28:16: Das ist ganz schlecht!

01:28:17: Das sieht man in Erwerbsbiografien.

01:28:20: Das schadete die Rente von Frauen.

01:28:24: Die Rentenlücke, die Frauen haben gegenüber Männern ganz besonders.

01:28:29: Aber es ist mehr die Organisation des Arbeitslebens als zusätzliche Rentenpunkte, wo man was machen müsste.

01:28:39: Und auch da nochmal darauf hinweisen...

01:28:43: Ich finde das

01:28:44: ganz schwierig davon Quantität auf Qualität zum Beispiel der Betreuungszeit zu schließen.

01:28:52: Es kann zum Beispiel sein dass ein Kind deutlich höheren Pflegeaufwand hat und dementsprechend dann eine Mutter mit zwei Kindern dann aufgrund der Quantität der Kinder, wenn man das so sagen möchte.

01:29:06: Sozusagen noch mal besser gestellt wird was ihre Rente angeht als eine Mutter die eben aufgrund davon dass ihr Kind einen höheren Pflegebedürftigkeitsgrad hat länger zu Hause bleiben muss.

01:29:19: da auch noch mal zur arbeitsmarktpolitischen Situation.

01:29:23: Es wäre doch viel sinnvoller mit Reizen zu spielen, beispielsweise geteilte Elternzeit nochmal zu belohnen um da eben nochmal im Sinne der Gleichberechtigung einen Renten ein, anreizt zu schaffen als rein durch die Quantität der Kinder.

01:29:40: Ja, mit dem Blick auf die Uhr und bisschen was schaffen wir noch?

01:29:43: Ich habe dahinten eine Meldung gesehen.

01:29:45: ich hätte nur meine Frage zur Kapitaldeckung.

01:29:48: Sie hatten oder wenn ich jetzt eine Bilanz ziehen dürfte aus einigen, was ja so mein Take-away ist dann im Großen und Ganzen läuft vieles gut.

01:29:57: Aber gleichzeitig, wenn man sich anguckt das Rentenniveau sinkend seit den letzten zehn Jahren kontinuierlich, gleichzeitig steigen die Beiträge um die Bundesregierung die Rentenbezuschuss.

01:30:11: Und dazu kommt natürlich der zunehmende demografische Wandel.

01:30:14: Und das war alles kein Problem, solange es natürlich ein gesundes Wirtschaftswachstum gab.

01:30:19: Da gebe ich ihn natürlich recht.

01:30:20: aber das ist ja nun nicht mehr so und das wird perspektivisch wenn man sich eben die chaotische Lager in der Welt anguckt.

01:30:27: Das würde auch perspektive bleiben wie ein Land das auf Export ausgerichtet ist und das lässt sich auch nicht so schnell ändern und die Lage mit den ganzen Zölln etc.

01:30:35: Ist einfach nicht perfekt für einen Land dass auf export ausgerichtet ist.

01:30:41: Die Kapitaldärkung meines Erachtens hat einen großen Vorteil und das ist einfach, dass es eine höhere Rendite verspricht als wenn das Geld schlicht umgelegt wird auf die Rentner.

01:30:53: Der norwegische Staatsvermacht zum Beispiel sechs Prozent Rendite pro Jahr und gleichzeitig was ich immer mir denke bei der Debatte, es gibt ja auch also die großen Krankenversicherungen seien es die privaten, seien sie gesetzlichen.

01:31:06: gut vor allem die Privaten investieren natürlich ihr Geld, also die Präime in die eingezahlt werden insgesamt auch um die zweieinhalb, dreien Milliarden Euro pro Jahr investieren wir ja wiederum in den Finanzmarkt.

01:31:19: In einer anderen Anliegeformen, um auch Gewinn zu machen aber auch um diese Brücke praktisch zwischen Einzahlung und Auszahlungen zu überbrücken.

01:31:27: Und da klappt es ja auch.

01:31:28: Es ist ja auch enorme Geld zum... Aber bisher ist ja nicht passiert das eine der großen Versicherer beim Grott gegangen ist.

01:31:35: Meine Frage daher wassend aus Ihrer Sicht?

01:31:39: Wie sinnvoll ist eine Kapitaldeckung, was sind Einschränkungen?

01:31:44: Was lässt sich nicht gut umsetzen.

01:31:47: Genau

01:31:48: das auch gerne an alle.

01:31:51: Ich fände die Perspektive da sehr spannend.

01:31:53: Danke.

01:31:54: Also wenn ich vielleicht einige entschuldigen Sie aber einige ja Missverständnisse ausräumen darf Die Leistung der Rentenversicherung sind nicht runtergegangen sondern enorm gestiegen.

01:32:05: Das Renten-Divor mag runtergegangen sein, aber die Rentenzahlbeträge sind massiv hoch gegangen und vor allem die Rentenbezugszeit.

01:32:12: Also die Leistungen, die man aus der Rentenversicherung bekommen hat ist kontinuierlich gestehen und nicht zurückgegangen trotz des demografischen Wandels, der ja schon einige Zeit langsam nicht so schnell wie jetzt vorgegangen ist.

01:32:27: Aber ich glaube, es ist wichtig dass man das im Kopf behält.

01:32:30: die Leistungen sind gestiegen und die Beiträge sind eigentlich sehr moderat.

01:32:35: also im Augenblick sind sie niedriger als sie vor fünfzehn Jahre, zwanzig Jahren gewesen sind.

01:32:42: Dass das eine Missverständnis andere ist.

01:32:46: die Rendite des Kapitaldeckungsverfahrens ist unwesentlich höher als der umlagefinanzierten Rente und hängt extrem von dem Produktivitätszuwachs ab also die die kapitalgedeckte Rente wächst wenn man die sie halbwegs sicher und in große Maßstab anlegt, ungefähr so schnell wie das Wirtschaftswachsum des Bruttosozialprodukts.

01:33:14: Das Umlageverfahren verliert im Augenblick Geld dadurch, dass weniger junge Erwerbstätige in den Arbeitsmarkt kommen, aber sie gewinnt nach wie vor durch Produktivitätszuwächse.

01:33:25: Und da ist im Augenblick der Pferdefuß drin und deswegen ist die Rendite deutlich höher als im Umlageverfahren, weil wir kein Produktivitätswachstum mehr haben sondern das stagniert.

01:33:39: anfängliches Thema.

01:33:40: Deswegen ist es so wichtig, dass wir im Augenblick hingehen und Bildung, Innovation, Infrastrukturausgaben machen, damit wir mit dem Produktivitätswachstum wieder höher gehen.

01:33:50: Und dann ist der Unterschied zwischen Kapitaldenkungsverfahren und Umlageverfahren gar nicht zu groß.

01:33:57: Also das man sich da wundert erhoffen kann – das ist eine Illusion!

01:34:00: Die großen Vorteile von Kapitaldenkungsverfahren sind, dass man nicht auf das eigene Land angewiesen.

01:34:08: Was das Umlageverfahren angeht, das will keiner mit Deutschland teilen.

01:34:12: Vielleicht die Japaner weil sie noch schneller altern als wir oder die Chinesen jetzt mittlerweile aber ansonsten sind wir als schnell alterndes Land unbeliebt.

01:34:23: Während Kapital können wir auf der ganzen Welt verteilen und sozusagen unser eigenes demografisches Problem, Herausforderung dadurch etwas abmildern.

01:34:34: Man hat auch mehr Anlagemöglichkeiten.

01:34:38: Das ist also ein großer Vorteil vom Kapitaltextverfahren.

01:34:41: aber man soll den Unterschied zwischen den beiden nicht übertreiben.

01:34:46: Ein Mischsystem ist in jedem Fall hilfreich weil man sozusagen ja wenn man in Zukunft Geld anlegen will dann muss man diversifizieren alle Eier in einen Korb, sondern viele Körbe.

01:35:02: Und dazu gehört bei der Altersvorsorge dass man zumindest ein paar in die Kapitaldeckung reintut.

01:35:07: aber übertreiben muss wir das nicht und eine Lösung unseres demografischen Problems kriegen wir auch dadurch nicht mehr hin.

01:35:13: denn selbst wenn die Jüngeren unter uns jetzt anfangen wie die Wilden zu sparen müssen sie wirklich ihr ganzes Leben sparen.

01:35:21: für Leute die schon etwas angegrauter sind kriegen das nicht mehr hin, in ein anderes System zu

01:35:29: investieren.

01:35:30: Also man erhängt auch da fest.

01:35:33: Würde das trotzdem gerne um zwei Aspekte ergänzen?

01:35:37: Der eine Aspekt ganz eng an dem was Sie auch gerade gesagt haben Herr Berschuban es ist nicht verkehrt auf Kapitaldeckungszusetzen.

01:35:47: Es ist nicht verkehrt, ein kapitagedeckte Säule neben der Umlage finanziert zu haben.

01:35:52: Wir haben das in Deutschland ja versucht.

01:35:53: Riester ist dieser Versuch.

01:35:56: es ist ein Versuch wo man auch über die Ergebnisse unterschiedlich bewerten kann aber der vielleicht nicht so gut gelungen ist wie das damals zweitausend

01:36:05: erhofft wurde.

01:36:08: aber es ist einen Versuch gewesen und ich wäre mich so dagegen, im Nachhinein immer zu sagen da hat man es doch gemacht.

01:36:16: Es ist ja alles schief gegangen.

01:36:17: wir haben das gleich gewusst dass das schief geht.

01:36:19: damals haben uns nur wenige gesagt das geht schief.

01:36:22: damals haben die meisten sagt oh super jetzt können wir doch endlich in die Kapitaldeckung einstecken.

01:36:27: trotzdem ist es nicht falsch das zu tun.

01:36:30: was glaube ich man nicht denken sollte ist man könnte damit das

01:36:35: system

01:36:36: praktisch umstellen auf kapitaldecke.

01:36:38: und weil Sie muss immer bedenken, wenn wir heute anfangen wie so wie über Barista angefangen sind dann muss man ja trotzdem die heute alte Generation mitversorgen.

01:36:48: Man muss gleichzeitig diejenigen die heute fünfundfünfzig sind und höchstens noch zehn fünfzehn Jahre ansparen können auch mit versorgen.

01:36:55: das heißt die generation die groß einsteigen will in kapitaldeckung hat eine erhebliche doppelbelastung.

01:37:02: Das muss dieser generation dann auch bewusst sein.

01:37:04: sie zahlt nicht doppelt, aber eins Komma fünffach oder Eins Komma dreifach.

01:37:09: Und letzter Punkt, den ich gerade stellen wollte es ist nicht so dass der Bundeszuschuss ständig steigt.

01:37:17: die Nominalbeträge steigen natürlich klar alles steigt.

01:37:22: das sind heute unter zwanzig Millionen glaube ich und waren vor zehn Jahren erst neunzig Millionen.

01:37:28: Das heißt ja nicht, dass real da mehr steigt.

01:37:31: Ich habe mir das gerade auch von dieser Veranstaltung angeguckt.

01:37:34: Der Anteil des Bundeszuschusses am BIP ist gesunken, seit zweitausend fast permanent gesunken.

01:37:45: Am Bundeshaushalt ist in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken – die absolut Beträge nicht!

01:37:52: Aber es ist nicht so, von seinen Einnahmen ausgeben muss für Bundeszuschuss, sondern das ist vergleichsweise stabil in letzter Zeit sogar leicht

01:38:03: rückläufig.

01:38:04: Ja mit dem Blick auf die Uhr würden wir jetzt die Schlussrunde einleiten?

01:38:10: Genau!

01:38:10: Jetzt haben wir viel über funktionale Sachen, über wirtschaftliche Aspekte gesprochen.

01:38:15: Das Thema Jung und Alt ist aber auch schon ein bisschen angerissen worden.

01:38:19: im sozialen Kontext.

01:38:21: Auch eine Frage an Sie alle drei Wie schaffen wir es denn, dass in diesem Dialog und diesen Diskurs zu Rente jung und alt nicht gegeneinander ausgespielt werden?

01:38:31: Sondern das man zusammen mit einem generationengerechten und auch Generationen übergreifenden Konsens schaffen kann.

01:38:37: Oder zumindest ein Dialog der auf beiden Seiten konstruktiv funktioniert.

01:38:42: Also ich glaube... Ich glaube, dass sich so eine Gruppierung wie die Jugend Orchettkommission diesen Thema Rente so differenziert auseinandersetzt, wie sie das getan hat.

01:38:53: Ich habe das ja gesehen da in der Zeit.

01:38:56: Das finde ich ist schon ein sehr ermutigendes Zeichen weil das nämlich zeigt unsere Gesellschaft lässt sich eben nicht auseinander dividieren.

01:39:05: Ich muss ehrlich zugeben, ich hatte in den späten achtziger und frühen neunzig Jahren tatsächlich mal die Angst dass das passieren könnte, weil da kamen so ganz stark auch über Medien gespielt, ganz stark dieses Krieg der Generationen einen ganz fürchterlichen Titel dazu gemacht und da hatte ich wirklich Angst, dass es dazukommen könnte das die Generation gegeneinander ausgespielt werden.

01:39:28: Und dann letztlich auch ein System brechen kann.

01:39:31: in der Zeit haben wir jede weil sie eben sagte kein Mensch denkt gerade den Generationenvertrag zu kündigen In.

01:39:36: derzeit haben wir massenweise Brief bekommen.

01:39:39: hiermit kündige ich den generationen Vertrag ab.

01:39:41: morgen will ich nicht mehr zahlen.

01:39:43: Ganz im Ernst Und ich gehe jede Wette ein, wenn man die Leute heute fragen würde.

01:39:47: Wenn ihr das wirklich gemacht hättet, wo stendet ihr dann?

01:39:50: Dann würden die ihnen ganz langes Gesicht bekommen aber... Ich glaube, diese Angst habe ich heute nicht mehr.

01:39:57: Weil ich merke der gesamte Diskurs ist auch in den Medien nicht mehr so alt gegen Jungs sondern er ist viel verantwortungsbewusster als ich damals geglaubt hätte.

01:40:09: und wie gesagt gerade solche Aktionen wie dieses Papier der Jugend-Onkett-Kommission das macht mir da viel Mut.

01:40:15: Das zeigt mir eigentlich ziehen wir am gleichen Strang.

01:40:21: Das ganze System und zwar nicht nur das Rentensystem, sondern unser ganzes Gesellschaftssystem funktioniert nur wenn wir gemeinsam dran arbeiten.

01:40:30: Und deswegen habe ich da jetzt keine Angst mehr dass da was schiefgehen

01:40:33: kann.

01:40:36: Wir sollten erstmal den Veranstaltern danken die er hier jung und alt zusammen bringen.

01:40:42: also ich glaube dass solche Veranstaltungen schon wichtig sind weil man dann auch miteinander redet.

01:40:47: Man kann sich vielleicht, wenn ich das so sagen darf hier ein etwas gemischteres Alterspublikum vorstellen aber auf dem Podium ist das ja etwas ungleichgewächtig.

01:41:02: Aber die katholische AKDW hat sicher auch da eine Aufgabe Jungen all zusammen zu bringen.

01:41:08: und aber ansonsten teile ich eigentlich auch den Optimismus und zwar nicht nur gefühlt, sondern wenn man in den Daten die wir sammeln nachschauen gibt es eigentlich Generationen Konflikte.

01:41:20: Wo sind sie?

01:41:21: In welchen Familien?

01:41:22: was sind das für Familien?

01:41:24: Dann sieht man dass sich die Generation nicht über die letzten Jahre auseinandergelebt haben überhaupt nicht.

01:41:30: und das gilt für Europa nicht nur für Deutschland.

01:41:33: also da kann optimistisch sein.

01:41:35: ich denke dass man in der Schule das haben wir das Thema auch schon aufgegriffen solche Dinge stärker in den Vordergrund stellen muss.

01:41:44: Was sind eigentlich so die Pfeiler unserer Gesellschaft, die die Gesellschaft zusammenhalten?

01:41:49: In der Sozialkunde muss nicht in der Wirtschaft

01:41:51: sein

01:41:52: aber dass man das sehr früh macht und nicht erst nach dem Studium bei solchen

01:41:58: Veranstaltungen.

01:41:58: Frau Wettler Sie dürfen den Schlusspunkt setzen für heute.

01:42:02: Auch hier ein positives Beispiel.

01:42:05: Wir kommen zusammen, wir reden auch gleich gerne die Einladung nachher noch mal in den Austausch zu treten denn ich bin da auch sehr gespannt nochmal drüberzureden.

01:42:15: In dem Moment in dem wir zusammenkommen setzen wir doch im Zeichen dagegen dass wir nicht auseinandergekommen sind.

01:42:22: Allgemein darf es nicht sein, dass Boomer ein Schimpfwort ist.

01:42:26: Es darf nicht sein.

01:42:28: das einzige Beschreibung für die junge Generation ist faul.

01:42:32: Aber in dem Moment, indem wir reden und sehen, Rente ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt und kein Geheimnis.

01:42:40: Das behalte ich mir jetzt vor und wir können darüber reden wenn du im Alter bist.

01:42:45: Das ist eine aktive Aufforderung.

01:42:46: Reden Sie mit den Menschen in Ihrem Umfeld über dieses Thema?

01:42:50: überlassen wir nicht nur dem Medien den Diskurs, auch wenn sie sagen es war früher schlimmer.

01:42:55: Heute Morgen am Deutschlandfunk wurde noch über die jungen Wilden Abgeordneten der Union gesprochen, die jetzt sich gegen das Gesetz erwehren weil es nicht generationgerecht ist solange über junge wilde gesprochen wird.

01:43:09: in dem Moment indem Sie meines Erachtens berechtigte Sorgen äußern sind wir an keinem konstruktiven Punkt gelandet.

01:43:17: Aber hier kommen wir zusammen und deswegen bin ich sehr, sehr dankbar.

01:43:21: Und auch an Sie die Aufforderung geben Sie mit Ihren Menschen.

01:43:25: Ich würde sagen es waren doch drei tolle Plädoyers am Schluss.

01:43:28: damit sind wir am Ende der heutigen Veranstaltung angekommen.

01:43:32: ein ganz herzliches Dankeschön noch an unser Podium dass sie hier waren das die Fragen beantwortet haben ihre Einschätzungen hier mit uns geteilt haben.

01:43:40: Vielen lieben Dank Ihnen allen, dass Sie gekommen sind.

01:43:43: allen die sich zugeschaltet haben vielen dank für die fragen ja und ansonsten wünsche ich ihnen einen guten nachhauseweg alles gute für die kommende zeit und wir hoffen wir sehen uns bald

01:43:55: wieder.

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