Gespräch zum Thema 'Der Theopoet Gottfried Bachl - Das Jesuslibretto in aller Freiheit aufführen'
Shownotes
Der Theologe und Schriftsteller Gottfried Bachl (1932-2020) war überzeugt, dass ihn der „schwierige Jesus“ befreit hat: zum Leben, zu sich selbst, zu den Mitmenschen, zu Gott. Aus diesem Befreit-sein erklärt sich der frische, unverkrampfte, unvoreingenommene und großzügige Blick, mit dem Bachl alles wahrnahm: das Menschliche, das Abgründige, Gott, zugleich das Entsetzliche, Sinnlose, Leidvolle. Kaum jemand konnte über den Holocaust so sprechen wie er, nur wenige vermochten so ihre Finger in die Wunden der Kirche zu legen.
So wurde Bachl zum inspirierenden, aber auch aneckenden und irritierenden Zeitgenossen. Was er am „schwierigen Jesus“ wahrnahm, traf zugleich auf ihn zu: das gelegentlich Schroffe, Abweisende, mitunter Erratische. Dies alles neben einer einfühlsamen Empathie sondergleichen. Nicht von ungefähr seine Nähe zur Literatur, die ihn zum Schriftsteller werden ließ. An diesem Abend des 23.4.2026 in der Katholischen Akademie in München wird der Theologe und Theopoet zum Klingen kommen.
mit: Prof. em. Dr. Erich Garhammer, Prof. em. Dr. Heinrich Schmidinger, Veronika Schmidinger,
einleitende Gedanken und Begrüßung: Dr. Astrid Schilling.
Transkript anzeigen
00:00:02: Guten Abend meine sehr geehrten Damen und Herren.
00:00:05: Ich begrüße Sie ganz herzlich in der katholischen Akademie in Bayern zur heutigen Abendveranstaltung, das Jesus-Libreto in aller
00:00:11: Freiheit aufführen – der Theologe und Theopoet
00:00:14: Gottfried Bacheln!
00:00:15: Und ich begrüßte sie sowohl hier
00:00:17: im Saal als auch diejenigen im Livestream.
00:00:19: Mein Name ist Astrid
00:00:20: Schillinge,
00:00:20: ich leite den Programmbereich hier im Haus und freue mich, dass wir eine Veranstaltung zu einem äußerst
00:00:26: sprachmächtigen Theologen
00:00:28: organisieren konnten.
00:00:29: Ich selbst
00:00:30: bin auch Theologin habe immer wieder über
00:00:32: Gottfried Bachel gelesen und er wurde mir auch schon des öfteren Wärmsens empfohlen.
00:00:36: aber ich hab es bisher auch nie wirklich geschafft, mich mit ihm und seinen Texten näher zu
00:00:40: beschäftigen.
00:00:41: Ab heute Abend gibt es keine Ausreden mehr denn zwei ebenso berätete Theologien und eine Schauspielerin werden uns das Werk von Gottfried Bachel näher bringen.
00:00:50: Ich begrüße ganz herzlich Veronica Schmedinger, Professor Dr.
00:00:53: Heinrich Schmediger und Prof.
00:00:55: Dr.
00:00:55: Erich Garhammer.
00:00:56: Herzlich willkommen,
00:00:57: schön dass Sie da
00:00:57: sind!
00:01:00: Dann begrüß ich auch ganz herzlich Bernhard Saupel den Sohn von Gottfried Bacheln der uns im Stream zugeschaltet
00:01:06: ist.
00:01:07: dann Herrn Stefan Weber vom Herrder-Verlag der die gesammelten Schriften von Gott Fried Bachl mit auf den Weg gebracht hat und jetzt eben bei Herrder die Schrifte mit herausbringt
00:01:16: Und
00:01:17: Wilhelm Achleitner und Alois Halbmeier, die Mitte herausgeber von Heinrich Medinger
00:01:22: von den gesammelten Schriften von Gottfried
00:01:23: Bachel.
00:01:24: Auch schön dass Sie da sind und auch Ihnen ein herzliches Willkommen!
00:01:30: Ja dann ordne ich Ihnen zunächst Gottfried Bachl noch etwas biografisch ein.
00:01:35: Er wurde in Lins geboren und starb im Jahr zwanzig für Klapprück.
00:01:39: Von der Zeit von drei Jahren fünfzig bis zu neunzehnhundertdreiundsechzig studierte er Theologie
00:01:44: in Rom.
00:01:45: In
00:01:45: dem Jahr neunundundfünfzig wurde er zum Priester geweiht.
00:01:49: Von nineteenhundertdreiundsechzig bis sechsundsechtzig war er Kaplan in Wels.
00:01:53: Von neunzehnhundertsechsundsächzig bis siebzig erst Lehrbeauftragte, dann Professor für Dogmatik und
00:01:58: kommunische Theologie
00:02:00: an der katholisch-theologischen
00:02:01: Hochschule in Linz.
00:02:03: Ab neunzenhundertdechzig war Gottfried Bachl Professor für dogmatik an der Theologischen
00:02:07: Fakultät
00:02:08: der Universität Salzburg.
00:02:10: Neunzenthundertachtundneinzig wurde er emmeritiert.
00:02:13: So viel zu den
00:02:15: formalen
00:02:15: Daten.
00:02:18: Der katholische Theologe, Erwachsenenbildner und Publizist Gotthard Fuchs schrieb einmal in einer Rezension über das Flüchtige Nu des Lebens ein Gottfried Bachel-Lesebuch.
00:02:29: Gottes Rede die auf der Höhe der Zeit ist und bei ihrer Sache bleibt ist immer der Poesie benachbart Denn Glaube und Liebe gehören nicht nur sprachlich zusammen.
00:02:39: Immer geht es um die Unsagbarkeit des Nächstliegenden, nämlich um das Geheimnis des Daseins und seine Nicht selbstverständlichkeit also um Beten
00:02:48: und Denken.
00:02:49: Gottfried Bachl war in diesem Sinne wohl der kreativste katholische Theologe seiner Generation, seine hundert Gedichtgebete gesammelt unter dem Titel Meiluft- und Eisgang gehören zu den kostbarsten Texten gewagten
00:03:02: Glaubens.
00:03:05: Der besondere Reiz des Lesebuchs liegt in der gelungenen Mischung unterschiedlicher Textsorten und in der Veröffentlichung noch unbekannte oder entlegene Beiträge.
00:03:13: Schon die erste Veröffentlichung zu Weihnachten, in der Welser Zeitung lässt den unverwechselbaren Bachel-Sound hören.
00:03:23: Es sei hier ganz privat eingeladen zum sparsamen Gebrauch von großen Worten
00:03:28: zur Skepsis
00:03:29: allem flotten Optimismus gegenüber.
00:03:33: Was der in Rom ausgebildete Bauernjunge aus dem Müllviertel dann noch als Kaplan veröffentlichte hatte er als Salzburger Dogmatikprofessor vielfarbig entfaltet.
00:03:42: schon damals hatte er die Problemgenießer, ebenso im Visier wie die heiteren Besitzer ewiger Wahrheiten.
00:03:51: Zitat mir scheint man muss Gott mehr fragen als
00:03:55: loben.
00:03:56: Wachelsfragebögen sind in der Tat ungemein anstiftend.
00:04:00: Warum duzen sie Gott?
00:04:03: Warum wählt das Wort Gott wenn es ertönen soll so auf die imperative Satzform?
00:04:09: Warum zuckern wir die Hostia nicht?
00:04:12: Hier zeigt sich besonders der durchgängige,
00:04:14: neugierige
00:04:15: und subversive Charakter dieser Art von Theologie nicht ohne viel schalkhaften
00:04:19: Humor- und lösend
00:04:21: Ironie.
00:04:22: Gesamtzitatende!
00:04:24: Das hat Ihnen hoffentlich einen kleinen ersten Einblick gegeben in die Sprache des Theopäaten Gottfried Bachl.
00:04:31: In fünf Bänden wobei Band vier zwei geteilt ist liegen seine gesamten Schriften
00:04:35: nun vor.
00:04:36: Band eins beschäftigt sich mit der Gottesgeschichte.
00:04:39: Band zwei mit Hoffnung
00:04:41: und Vollendung
00:04:42: Band III.
00:04:43: mit Christsein in Kirch und Welt, Band
00:04:45: IV.,
00:04:46: Teilband I., Lesestücke, Gebete, Reden, Frühe Texte, Theologische Poser und Ästhetik und Band IV.
00:04:54: Teilband II.
00:04:56: Ebenfalls Lesestücken, Gebete, Räden, Salmen, Predigten
00:04:59: und
00:04:59: Gespräche.".
00:05:01: In dieses Öffre einführen und durch es hindurch führen werden uns nun Heinrich Schmidinger und Erich Garhammer dazwischen mit Veronica Schmidiger Originaltext zu recitieren.
00:05:11: Und auch unsere Referentin und unsere Referenten darf ich Ihnen kurz vorstellen.
00:05:16: Veronica Schmidinger ist in Salzburg geboren, um den Innsbruck aufgewachsen und erhielt ihre Schauspiel-Ausbildung
00:05:22: in Wien.
00:05:23: Seitdem ist sie als freiberufliche Schauspillerin und Sprecherin tätig.
00:05:27: Als Sprecherin für Literaturlesungen war sie für das Robert Musel-Institut Klagenfurt, das Adalbert Stifterhaus Linz, das Literaturarchiv Salzburg sowie für das Literaturhaus am Inn in Innsburg tätig.
00:05:41: Heinrich Miedinger studierte Theologie und Philosophie an der Päpstlichen Universität Gregoriana
00:05:46: in Rom,
00:05:47: und habilitierte sich aus dem Jahr fournachtzig an der Theologischen Fakultät der Universität Innsbruck im Fach Christliche Philosophies.
00:05:55: Von nineteenhundertdreiundneunzig bis zweitausendzweiundzwanzig war er Professor am Fachbereich Philosophien an der katholisch-theologischen Facultät des Universitäts Salzburg – von zweitausendeins bis zu zweitauzeinzehn auch Rektor der Universitäters Salzburg.
00:06:09: Er ist, wie schon gesagt, mit Herausgeber der gesammelten Schriften von Gottfried Bachel.
00:06:14: Erich Gahammer studierte katholische Theologie und Germanistik an der Universität Regensburg.
00:06:18: In den
00:06:19: letzten
00:06:20: Jahren wurde er zum Priester geweiht.
00:06:22: Von nineteenhundertneinhalb bis zweitausend war Erleerstuhlinhaber für Pastoraltheologie und Homulätik in der kathologisch-theologischen Fakultät Paderborn von zweitausend bis zweitaussentzehn an der kATHOLISCH THEOLOGISCHEN FAKULTÄT der Universitet Würzburg.
00:06:37: Seine große Leidenschaft gilt im Brückenschlag von Theologie
00:06:40: zu
00:06:40: Literatur und
00:06:41: Poesie.
00:06:42: Und damit ist er ja in diesem Haus auch regelmäßig aktiv mit eindrucksvollen
00:06:45: Gesprächen,
00:06:46: mit Literatinnen und Literaten.
00:06:49: Ja dann wünsche ich Ihnen und uns allen einen anregenden Abend und übergebe das Wort zunächst an Professor Schmidinger.
00:06:55: Vielen Dank!
00:07:01: Guten Abend sehr geehrte Damen und Herren!
00:07:04: Mir obliegt jetzt die Aufgabe den Theologen Gottfried Bachl zu charakterisieren und darzustellen.
00:07:14: Ja, das ist nicht ganz einfach weil sein Werk ist natürlich sehr, sehr groß.
00:07:18: Das sagen ja schon die fünf Bände.
00:07:21: aber ich verbinde mit dieser Ausgabe vor allem die Hoffnung.
00:07:26: dass die Auseinandersetzung mit dem Theologen Gottfried Bachler auch wirklich beginnt hat für meine Einschätzung noch nicht wirklich begonnen.
00:07:37: Was bis jetzt durchaus der Fall ist, die große Wertschätzung, die man vor allem seinem literarischen Vermögen entgegenbringt und das ist wirklich mehr als beachtlich.
00:07:49: Also in der Gestalt wird er rezipiert, wird er rezensiert, immer wieder apostrophiert wie immer sie wollen aber eben die theologischen Thesen die er aufgestellt hat, die, glaube ich, haren noch der Auseinandersetzung mit ihnen.
00:08:09: Gut in diesem Sinne!
00:08:11: Durch das Werk von Gottfried Bachl zieht sich ein Leitmotiv.
00:08:17: Es ist die von ihm am häufigsten zitierte Bibelstelle I Korinther XIII-XII.
00:08:24: Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse.
00:08:29: Dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesichts.
00:08:32: Jetzt erkenne ich Unvollkommen, dann aber werde ich durch und durch erkennen so wie auch ich durch- und durcherkannt worden
00:08:41: bin.".
00:08:42: Man übertreibt nicht wenn man behauptet dass sich Bachels gesamte Theologie und Spiritualität als eine Auslegung dieser Verse des Apostels Paulus begreifen lässt das sich nicht zuletzt darin äußert dass er seine Abschiedsvorlesung aus dem akademischen Leben, und den Titel Dank am Paulus stellte.
00:09:06: Um dieser These zustimmen zu können lohnt bereits ein kurzes Eingehen auf die beiden zitierten Sätze.
00:09:14: Das Erkennen von dem hier die Rede ist kann weder ein bloßes Betrachten noch ein mystisches Schauen sein.
00:09:22: das verunmöglicht schon der Kontext in dem diverse stehen.
00:09:27: Wir alle wissen, lesen wir es hier am Ende des sogenannten Hohe Lieds der Liebe zu Beginn des dreizehnten Kapitels des ersten Korintherbriefes.
00:09:36: Deshalb hat das Erkennen hier mit der Liebe zutun ganz im biblischen Sinne oder ganz im Sinne des biblischem Vokabulas in dem erkennen und lieben Synonymes bedeuten.
00:09:49: Nicht von ungefähr schauen wir von Angesicht zu Angesichts was auf griechisch übrigens prosopon, pros-prosopon heißt.
00:09:58: Was sich wiederum von Person zu Person übersetzen liese.
00:10:04: Der Akzent liegt also auf Begegnung, Auf dem Gegenseitigen erblicken Dem Sicht ins Gesicht schauen Im Hinblick oder in den Blickkontakt.
00:10:15: Von Angesicht zu Angesichts werde ich als Du aufgerufen Als dass du eines Ich das im selben Augenblick Zu meinem Du wird und mich meinerseits zu einem Ich macht.
00:10:29: Mit ich und du ist gegenseitig ein Ich selbst berührt und angesprochen, nicht etwa eine äußere Hülle, ein Ees, eine Maske.
00:10:39: Zu diesem Gegenseitigen Ich-Selbst gehört in einem elementaren Sinne Freiheit – die Freiheit den Blick zu erwidern, dem Blick stand zu halten, den Blick zuzulassen, denblick Ausdruck zu geben und als Ausdruck zu nehmen.
00:10:57: Die Freiheit aber auch, die ich und du nicht je für sich besitzen sondern zu der sie sich gegenseitig befreien indem Sie sich in Ihr gegenseitung achten und respektieren.
00:11:11: Die freiheit schließlich, die in Form einer ethischen Forderung gilt, sie sich immer wieder neu gegenseitet einzurahmen.
00:11:21: Vor diesem Hintergrund ist ein Bekenntnis Gottfried Spachels zu lesen welches er als Achtzigjähriger über sein Leben stellte.
00:11:31: Zitat, ich habe ihn Jesus angesehen und Er hat mich
00:11:36: angesehen.".
00:11:38: Das ist das Grundwort meines Glaubens.
00:11:41: wenn dort kein Gesicht dann kein Leben keine Welt keine Freude keine Hoffnung.
00:11:49: Zu recht resumiert Bachl damit seinen Werdegang als Priester als Theologe als Spiritual als Dichter und Schriftsteller.
00:11:59: Nicht nur wiederholte dieses Ich habe ihn angesehen, und er hat mich angesehen über Jahrzehnte.
00:12:05: Manchmal variiert in der Formulierung ich sehe dich Jesus so wie du bist Du siehst mich!
00:12:11: Immer wieder kommt er darauf zurück.
00:12:13: das Glauben heißt einander ins Gesicht schauen den Blick tauschen sich gegenseitig erblicken im Augenblick sich als du und ich Witzeversa aufzurufen.
00:12:28: Deshalb wieder Zitat, gibt es für ihn kein Christentum ohne Gesichter beziehungsweise kann sich das Christenturm Gott nicht ohne Gesicht denken.
00:12:41: und alles andere als zufällig widmet er in seinem Spätwerk Spuren im Gesicht der Zeit.
00:12:46: ein wenig Eschatologie, zwei Tausendacht Ein ganzes Kapitel dem Thema Gesichter.
00:12:52: Und ebenso wenig überraschend fügt er in die Neuauflage seines Buches über Eucharistie von three und achtzig ein Kapitel über die Augenkommunion ein.
00:13:04: Mein Du im Blick Kontakt des Glaubens ist niemand anderer als Gott.
00:13:08: christlich gesehen Jesus, das Gesicht Gottes selbst wir immer wieder sagt.
00:13:16: Sofern Jesus in seinem menschlichen Leben Gott stabbiert und umgekehrt Gott sich in der gesamten Grammatik des Lebens Jesu ausdrückt und handelt.
00:13:28: Vor Gott stehen von Angesicht zu Angesichts heißt Jesus ins Gesicht schauen, seinen Blick der jeweils mir gilt zu erwidern ihm Stand zu halten.
00:13:41: Müßig zu betonen dass auch dieses gegenseitige Erblicken etwas existenzielles ist.
00:13:48: Bachl sagt uns nicht, wie und wann ihm dieses.
00:13:51: Ich habe ihn angesehen.
00:13:53: Er hat mich angesehen, bewusst wurde.
00:13:56: Es muss früh gewesen sein.
00:13:58: Spätestens während seiner Zeit an dem Kollegen Germanikum Ungarikum in Hormen, aus der Kräger-Ojana studierte er die Theologie.
00:14:10: Denn die Dissertation, die der Frage nachgeht ob sich Jesus selbst als der leidende und sünnende Gottesknecht bei Jesaja verstanden habe scheint mir bereits aus diesem Blick Kontakt zu resultieren.
00:14:24: Schon da wollte Bachl nicht so sehr wissen wie die Evangelien das Neutestament, die Tradition, die Kirche oder sonst jemand Jesus interpretierten Auch wenn er eben dieser Interpretationen bzw.
00:14:39: Spiegel, siehe Paulus, methodisch bedurfte und kein Weg zu Jesus an ihn um vorbeiführte, vielmehr und trotzdem zielte er auf das Selbstverständnis Jesu.
00:14:53: Was sagt Er von sich selbst über sich?
00:15:02: Nur dies und nur so fragen, schien es Bachl angemessen zu sein dem Blick zur Erwidern der den er auf sich gerichtet fühlte.
00:15:11: Zu Beginn seines Christologischen Hauptwerkes, das Schwierige Jesus vom Nineteen Vierundneinzig kommt er darauf zurück und hält im Sinne Sören Kirkegaards einem seiner wichtigsten Inspiratoren fest – er, Jesus ist die Gestalt mit der man sein sollte!
00:15:31: statt sie allein zum Denkobjekt zu machen.
00:15:34: Die Koexistenz ist die wirklich angemessene Form des Umgangs mit ihn, mein Reden von ihm ist zugleich ein Reden zu
00:15:44: ihm.".
00:15:46: Setzt man dazu in Beziehung was Bachland zwei zentralen Stellen seines Werkes vermerkt nämlich Zitat existieren heißt gesehen werden.
00:15:58: alles was isst wird von irgendeinem gesehen, weil es ist und damit es
00:16:05: ist."
00:16:06: So bestätigt ist das behauptete.
00:16:10: Koexistenz als angemessene Form des Umgangs mit Jesus bedeutet einander zu erblicken.
00:16:17: Von Angesicht zu Angesichts.
00:16:19: Genau darin bin ich und isst er!
00:16:26: Was dies für die Theologie besagt liegt auf der Hand.
00:16:29: Wenn Ihr Reden von Gott zugleich ein Reden zu Gott ist, dann kann sie sich nicht darin erschöpfen, reine Wissenschaft zu sein.
00:16:38: Sie würde aus dem von Angesicht zu Angesichts ausschärmen wenn sie sich darauf beschränkte.
00:16:44: Will sie dies nicht?
00:16:45: Nimmt sie das vom Angesich zu Angersicht ernst?
00:16:49: So vermagst sie nur als eine genuine Einheit von Wissenschaft und Spiritualität überhaupt zu sein!
00:16:57: Das wusste in aller Regel die christliche Tradition, wenn sie Theologie definierte.
00:17:03: Bachl afirmiert es aus seinem Ansatz.
00:17:07: Ich habe ihn angesehen und er hat mich angesehen heraus.
00:17:11: Selbiges lässt ihn zusätzlich zum Schriftsteller und zum Dichter werden.
00:17:16: Man versteht warum?
00:17:17: Beim
00:17:18: Beimeinander in die Augen schauen beim gegenseitigen Erblicken herrscht Phänomenologisch betrachtet Unmittelbarkeit.
00:17:26: Reflexion gibt es in diesem Moment lediglich im wörtlichen Sinne von Reflektare wiedergeben.
00:17:34: Wenn sich Blicke begegnen, geschieht eine gegenseitige Berührung und die Reaktion darauf besteht nicht aus einer Zurechtlegung, Erklärung oder Schlussfolgerung sondern aus Evokationen und Resonanz.
00:17:51: Naturgemäß drängt auch dieser Eindruck nach Ausdruck nach Sprache Besserwohl nach Ansprache und Entsprechung.
00:18:03: Solch einen Ausdruck jedoch finden Kunst- und Literatur eher und treffender als alles Reden über, als das Gezielte interpretieren als jede Wissenschaft.
00:18:15: Dank seines ihm angeborenen Talents besaß Bachl dafür ein Gespür wie es nur wenigen Menschen eigen und besonders unter Theologen selten
00:18:24: ist.".
00:18:25: In seiner Theologie kommt es zu tragen und deshalb bildet sein dichterisch-literarisches Schreiben um Sprechen keinen Appendix zu seiner theologischen Wissenschaft.
00:18:36: Vielmehr ist das als deren Ausgangspunkt zu betrachten, sofern ihm alles darum zu tun war dass seine Theologie von jener Resonanz durchstimmt blieb die der unmittelbare Blickkontakt mit dem Gesicht Gottes, mit Jesus in ihm evoziert hatte und immer wieder neu hervorrifft.
00:18:57: Dass er seit seines Lebens bei jeder Gelegenheit dazu ansetzte seine Theologie in Lyrik oder in dichterische Brosa auszudrücken ist wesentlich durch diese Absicht motiviert.
00:19:12: Der Ansatz – ich habe ihn angesehen, er hat mich angesehen schlägt sich jedoch nicht nur oder nicht allein in der Form dieser Theologie nieder, sondern gleichermaßen in deren Inhalt.
00:19:25: Erinnern wir uns im gegenseitigen Erblicken von Ich und Du begegnen sich ich selbst und ich selbst was besagt dass sich ich und du und umgekehrt darin ansprechen und aufrufen worin jedes vom beiden je zu sich selbst ist in absoluter Einmaligkeit und Individualität.
00:19:49: Das geht in einem elementaren Sinn mit Freiheit einher.
00:19:53: Die schon allein dadurch gegeben ist, dass es überhaupt einen Selbstverhältnis gibt das ich mich zu mir selbst verhalten kann so wie du dich zu dir selbst Verhalten kannst.
00:20:05: In der Begegnung von Angesicht zu Angesichts sprechen sich die, die sich erblicken gegenseitig genau darin an je sie selbst zu sein.
00:20:15: mehr noch Sie rufen sich gegenseitung dazu auf je selbst zu sein.
00:20:21: Und dabei räumen Sie sich wiederum gegenseitig Freiheit ein.
00:20:25: und so liegt die Freiheit nicht nur darin, dass zu jedem Menschen ein nicht ableibbares Selbstverhältnis gehört sondern in eins damit darin das ich und du Witzeverser zu Ihrer Freiheit befreien indem sie diese in ihrer Beiderrichtung anerkennen zulassen ja evozieren und wollen.
00:20:48: Dieses Letztere jedoch, wie alle wissen es ist nicht einfach der Fall gelebte Realität oder gar zwangsläufige Konsequenz.
00:20:59: Wenn überhaupt tritt es an uns heran als Forderung, also etwas das sein sollte – ein siddliches Gebot.
00:21:07: und schon allein dies dass die Freiheit nicht einfach ist im Sinne eines Faktums sondern im Sinne einer ethischen Norm gilt, deutet an dass hier keinerlei Automatik herrscht.
00:21:19: Vor allem steht uns viel mehr wie wenig Selbstverständliches ist, dass das gegenseitige Erblicken in eine gegenseITige Befreiung zur Freiheit zum jeweiligen Ich-Selbst mündet.
00:21:33: und wir kennen auch den Grund Beim gegenseItigen sicher Blicken werden unsere Blicke nicht nur aufgefangen sondern auch eingefangen.
00:21:43: Eingefangen wovon?
00:21:45: Von der Optik in der wir uns die Welt theoretisch und praktisch zurechtlegen, von den Bedürfnissen, die uns dabei begleiten.
00:21:54: Von den Erwartungen, die wir an sie herantragen.
00:21:58: Von dem Bewussten und Unbewussten wünschen wir uns umtreiben – von den Emotionen, die das bestimmen.
00:22:05: Dieses Einfangen ein für den Menschen unvermeidlicher Akt im Rahmen seiner Existenzbewältigung steigert sich oft dermaßen.
00:22:15: Das ist die Wirklichkeit ausschließlich funktionalisiert, ja verschlingt und vertilgt so dass eine Begegnung zwischen ich selbst und du selbst abhanden kommt.
00:22:26: Und die Freiheit im Zueinander von Ich und Du zum Ding der Unmöglichkeit wird.
00:22:33: Dieses einmal eins jeder Dialogphilosophie das Gottfried Bachels übrigens weniger an den Klassikern der seltene Art dem Buber- und Ferdinand Eberner exemplifiziert als ein Kanzbestimmung der menschlichen Person, die in ihrer Würde als Selbstzweck anzuerkennen sei und nicht als Mittel zum Zweck betrachtet werden dürfe.
00:22:55: Wendet er prominent – nicht ausschließlich auf die Christologie sprich auf das Oblickten Gottes im Gesicht Jesu an!
00:23:04: Und dabei gewinnt eine in Zeit seines Lebens zutiefst bewegende
00:23:09: Erkenntnis.".
00:23:11: Bereits in den frühesten und ältesten Überlieferungen, die sich von Jesus im neuen Testament finden setzt in der Begegnung mit ihm eine Funktionalisierung ein.
00:23:22: Die auf der Stelle die gesamte Jesus-Rezeption dermaßen dominiert dass Jesus in ihr aufgeht ja wie Bachl sich nicht schaut zu sagen in ihr als er selbst verschwindet nämlich Jesus ist gestorben für uns Hyperhemon Bronobis.
00:23:43: Er hat uns von Tod, Leid und Schuld erlöst.
00:23:48: Instantan wird er zum Erlöser schlechthin.
00:23:51: Außer in dieser Rolle scheint es ihnen selbst gar nicht mehr zu geben.
00:23:57: Jesus verwandelt sich wie Bachel sagt in ein Christusprinzip und er ruft dazu prominente Zeug auf.
00:24:11: Christus, der Gesandt wurde und zu sterben musste notwendigerweise auch geboren werden damit er sterben konnte.
00:24:19: Babs Leo, der große Zitat Und es gab für den Sohn Gottes keinen anderen Grund geboren zu werden als dass er ans Kreuz geschlagen werden konnte.
00:24:31: Karl Barth zitat Er Jesus ist dessen ihm dem Menschen von Gott gesandter und zugestellter erretter.
00:24:42: Nichts sonst?
00:24:44: Nein, wirklich nichts sonst.
00:24:47: Und Romano Guardini – weil wir hier an der Akademie in München sind – Zitat Jesus ist nichts anderes als die Vollzugsform des Erlösungswillen Gottes.
00:25:00: Weitere Zitate aus Werken von Heinrich Schürmann, Josef Ratzinger oder Walter Kasper ließen sich anfügen Mit Jesus als dem Gesicht Gottes wird zwangsläufig Gott selbst vereinnahmt.
00:25:13: Die Opferungs- bzw.
00:25:15: Sündenbocklogik erfasst die gesamte Trinität und legt jede der göttlichen Personen samt Maria, der Mutter Gottes auf ihren jeweiligen Part im universalen Erlösungsgeschehen fest.
00:25:30: Vor diesem Hintergrund nun eine Textbasage aus dem meines Erachtens zentralen Text zur Christologie Bachels Lass mich deine Leiden!
00:25:42: nicht singen.
00:25:45: Der Text ist erstmals in Linserschienen und in dem Band der Beneidete Engel aufgenommen worden.
00:25:57: Jesus, was bleibt von Dir wenn wir alles wegnehmen was Du für uns zu sein hast?
00:26:06: Du Erlöser und Licht Heiland und Schlachtier und Unterpfand.
00:26:13: Bist du hinter diesen Funktionen auch noch einer?
00:26:18: Bist Du jemand, würdest Du uns auch freuen ohne Deine Arbeit für uns.
00:26:26: Viele Deine Gestalt ins Leere zusammen Wenn wir Dich Deiner Kleider beraubten die Du Für Uns trägst?
00:26:35: Hast Du Dich wirklich so hingegeben wie es Dir angedacht wird?
00:26:41: Du wusstest um dich Unabhängig von Deiner Arbeit.
00:26:46: Beim Beten warst du allein.
00:26:51: Ich möchte das einmal respektieren, Jesus sagen – sonst nichts!
00:26:59: Gar nichts!
00:27:01: Keinen Gedanken hinzufügen.
00:27:05: Ergibt sich der Sinn nicht erst wenn wir die Kraft haben uns zu erblicken eh wir aufeinander einfallen und uns gebrauchen?
00:27:26: Und ohne weiteres verspeise ich Dich in der Lehre im Geistmaul der Theorien.
00:27:33: Du passt so gut hinein!
00:27:35: Ich finde Gründe auf Gründe, die Deine Katastrophe, deine Schreihe notwendig machen.
00:27:42: Ich bin im Stande, Deine Todesangst prinzipiell zu deduzieren.
00:27:47: Große Deuter helfen mir dabei.
00:27:50: Dann Jesus hängst du hilfloser als damals am
00:27:55: Holz.".
00:27:56: Fester angenagelt in meiner Logik.
00:28:00: Da kannst du nicht mehr herunter!
00:28:05: Ich will jetzt eine Zeit lang nicht wissen, warum es sein musste.
00:28:11: Ob es einen Plan gab dich so einzusetzen und zu benutzen?
00:28:16: Ich will mein Deute Maul schließen.
00:28:20: Du sollst das sein.
00:28:23: Du am
00:28:25: Holz.".
00:28:29: Bachl weiß wogegen er hier schreibt.
00:28:33: Es handelt sich dabei um die breiteste und anhaltendste Tradition des Christentums.
00:28:39: Nicht nur in der Theologie, fast noch stärker und intensiver in den vielen Formen christlicher Spiritualität, in den kirchlichen Liturgien – inso gut wie allem was das Christentum an Glaubensleben und Kulturen hervorgebracht hat!
00:28:55: Um eine Tradition, die sich auf die Theologien des neuen Testaments und über diese hinaus auf theologische Traditionen der alttestamentlichen Schriften wie die prophetischen Verkündungen, die Messias-Erwartungen oder die Apokalypse berufen kann.
00:29:11: Um eine Tradition, die fast sämtliche Deutung des Auftretens Jesus nicht allein geprägt hat sondern prägt.
00:29:20: und diese Deutungen formen das christliche Denken von innen heraus und formen es
00:29:25: weiterhin.".
00:29:27: Bachl weiß auch, dass er sich angesichts dessen an nichts Geringeres als einen Paradigmenwechsel wagt.
00:29:34: Der sich im Laufe der christlichen Geistes- und Kulturgeschichte zwar immer wieder selten genug ankündigte jedoch nie zum Tragen kam.
00:29:43: An einem Paradigmanwechsel, der wie alle fundamentalen Wechsel dieser Art vor allem anderen ein neues Denken nach sich zieht das sogar nichts Geringeres als ein gegen den Strich lesender Evangelien impliziert.
00:30:00: Bachel weiß schließlich, dass es für ihn zu diesem Wagnis dieses Denkens keine Alternative gibt.
00:30:07: Geht es doch darum Jesus wie er sagt freizulassen?
00:30:11: Was bedeutet seinen Blick standzuhalten, ihn von sich selbst herzuvernehmen in sich selbst sein zu lassen.
00:30:21: Das klingt nach mystik jenseits theologischer Wissenschaft.
00:30:24: doch nichts lachbacher ferner.
00:30:27: Vielmehr strebte er so etwas wie eine Dekonstruktion an, wenngleicher diesen Begriff der Post-Poderne nie für sich in Anspruch genommen hat und meines Wissens weder Michel Foucault noch Jacques de Ritalier gelesen hat.
00:30:41: Dekconstruktion besagt in seinem Fall Jesus aus all dem was ihn im Laufe der kirchlichen Traditionen entpersonalisiert hat die Schematisierungen, Verbildlichungen, Verwendungen, Ästhetisierung und Idealisierung, Vereinnahmungen um Verwaltungen zu befreien.
00:31:01: Und dadurch ihm selbst als du selbst zu begegnen.
00:31:06: Ganz im Sinne ich habe ihn angesehen.
00:31:08: er hat mich angesehen.
00:31:11: Unwillkürlich drängt sich die Frage auf was tatsächlich von Jesus bleibt wenn er aus dem Opferungs- und Erlösungszusammenhang herausgelöst und sein Leben nicht mehr ausschließlich als das Sein zum Tod am Kreuz betrachtet wird.
00:31:27: Ohne hier ins Christologische Detail gehen zu können, sei trotzdem kurz angesprochen.
00:31:35: In der Überzeugung dass Gott so ist wie Jesus auf Erden gelebt hat setzt Bachl grundsätzlich und ausschliesslich beim Menschen Jesus an.
00:31:44: schon in seinem Ninzehn-Einundachtzig aus Puchberger Arbeitsblätter erschienen und vorträgen Jesus.
00:31:51: heute Nimmt er vorweg, was er dreizehn Jahre später in seinem Christologischen Hauptwerk der Schwierige Jesus ausführt.
00:32:00: Das nämlich Jesus nur begegnet wer ihn schlicht als Menschen anschaut.
00:32:06: Dieses Hinblicken wiederum versucht er zunächst in Form einer Kontrastierung indem er all die Divinisierungen, Idealisierungen Estetisierung Funktionalisierung und sonstigen Beanspruchungen Jesus von Anfang an wieder fuhr demgegenüberstellt wer uns als Mensch Jesus entgegentritt.
00:32:27: daraus entstehen die drei Hauptkapitel in der schwierige jesus mit den Überschriften der winzige jesus der nackte jesus der hässliche jesus.
00:32:37: auch wenn diese Texte noch nicht gelesen hat, vermute zugleich wo gegen Bachl da anschreibt.
00:32:45: Nämlich gegen das Bild Jesu als eines Gottes der über die Erde wandelt Raum und Zeit enttoben, der Endlichkeit nicht unterworfen, der nicht lebt und stirbt wie jeder andere milliardste Mensch.
00:32:59: Sein Menschsein auf der Weltenbühne eher inszeniert als erleidet ist doch dass du, dass sich hier als dass er sich ansprechen lässt es ich Gottes, die zweite trinitarische Person der Logos vor aller Zeit.
00:33:16: Gegen die Vorstellung aber auch des Übermenschen Jesus, der an Vollkommenheit nicht zu übertreffen ist – somit der Inbegriff des Menschen und des menschlichen.
00:33:26: Unüberbittbar in guten Charaktereigenschaften, volles Wissens- und der Weisheit ein Genie, die Verwirklichung jeglicher Harmonie damit auch die personifizierte Schönheit
00:33:38: schlechthin.".
00:33:40: Gegen die Überzeugung schließlich, Gott habe in Jesus im letzten Winkel des römischen Reiches in der Zeit zwischen sieben sechs vor unserer Zeitrechnung und dem Jahr dreißig unter Kaiser Diberius wahrnehmbar seinen welthistorischen Auftritt gehabt.
00:33:57: Niemdem alle menschliche Kultur rundherum nur so verblasst sei und indem Jesus zum Welten Herrscher mit aller Würde und Macht erhöht worden sei ging über all dem erscheint der als einzelnes individuelles du ansprechbare Mensch Jesus winzig nackt hässlich.
00:34:21: Und ganz im Sinn des Korintherbriefs, dass Gott das niedrige Schwache und Törigte erwählt hat um seine Kraft- und Weisheit zu offenbaren sieht Bachel genau darin die Inkommensuberabilität, die Umvergleichbarkeit Jesu
00:34:37: aufleuchten.".
00:34:40: In diesem Jesus scheint alles bereit zu sein für Gott, den Einfall seines Willens und seiner Wahrheit so dass er zugleich ganz in diesem unverfügbaren Brennpunkt versammelt ist.
00:34:56: Und alles was er weiß und kann aus dem Zentrum Gott ordnet auf die einfache Hauptsache bringt und den unvergesslichen Appell dafür
00:35:06: findet.".
00:35:09: Der Mensch.
00:35:09: Jesus ist das Signal Gottes und dieses Muster, sagt Kirkegaard in der Durchschnittlichkeit aufgepflanzt werden.
00:35:19: Jesus trägt in seiner menschlichen Schlichtheit das Feuer der göttlichen Anwesenheiten mitten hinein – an alle heran!
00:35:30: Er isst in Person des Zeugnis für die ganz andere Art der Liebe Gottes.
00:35:36: Sie übersteigt die irdischen und kosmischen Seinsgestalten in allen Größenverhältnissen.
00:35:43: Es genügt ihr die Anknüpfung irgendwo im Gewimmel der werdenden Wesen, aber dort wo sie brennt wie Jesus entsteht an der bescheidenen menschlichen Form – in der Flüchtigkeit eines kurzen Lebens!
00:36:01: Die unvergessliche ganz Ungewöhnliche über alle Mittelmäßigkeit hinaus springende Gestalt.
00:36:13: Was Bachl hier die Bereitschaft für Gott den Einfall seines Willens und seiner Wahrheit nennt, ist auch das was Jesus unabhängig und vor seinem sich Fügen in seinen Sterbenschicksal kennzeichnet.
00:36:28: Indem für ihn zentralen Vortrag Thesen zum Bittgebet von Was zunächst Überraschung mag, was sich jedoch verstehen lässt wenn zweierlei bedacht wird.
00:36:44: Zum einen steht die Bitte für den Grundvollzug der Gemeinschaft zwischen Gott als dem Freiheit stiftenden Schöpfer und seinem ihm zur Freiheit berufenen Geschöpf
00:36:56: Mensch.".
00:36:57: Sie ist wie Bachel sagt der absolute Ernstfall des Personalens Ausdruck des Glaubens schlechthin Und zum anderen ist der Inhalt, der Bitte des Reich Gottes.
00:37:10: Das heißt im Begriff der immer schon intendierten und geschehenden Liebeszuwendung Gottes zu seiner Schöpfung kommen möge.
00:37:25: Er ist der Mensch, der seine Existenz in die Bitte um das gelingende Leben mit Gott verwandelt hat.
00:37:46: Wie er diese Bitte in seinem Lebenswerk selbst darstellt und einübt – so bittet er auch mit seinem Tod!
00:37:56: Während es in Exegese-und Dogmatik immer noch strittig ist ob überhaupt und in welcher Deutlichkeit und welchem Sinn Jesus seinen gewaltsamen Tod als Heilsereignis verstanden hat steht nach den Quellen außer Zweifel, dass in der Bitte um das Reich alles gesagt ist was Jesu anlegen war.
00:38:23: Wiederum zurück zu Einsquarenter XIII-XII.
00:38:27: Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse.
00:38:32: dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesichts Was bisher noch nicht zur Sprache kam es die Eschatologie, die hier anklingt und der Bachel in seiner Theologie die größte Aufmerksamkeit schenkt.
00:38:48: Es gibt einen Unterschied zwischen dem gegenseitigen Erblicken jetzt und dem einander ins Gesicht schauen, dann aber auch wenn beides in eins geht und in eines die Begegnung von Angesicht zu Angesichts ausmacht – Die Zäsur zwischen dem Jetzt und dem.
00:39:08: Dann Aber bildet er tot!
00:39:12: Das Völlige aus jeglichen Blicks, das Brechen aller Augen.
00:39:17: Die Zerstörung jedes Gesichts.
00:39:22: Was besagt ist für Gott der dem Menschen gerade da durch sein und existieren lässt dass er ihm in die Augen und ins Gesicht schaut.
00:39:33: Schaust du den Toten ins Gesicht?
00:39:36: Gott siehst Du den wortlosen Mund der auch Dich nicht mehr nennt so ist das Ende dass du ausgedacht hast für uns.
00:39:51: Wir wissen nicht aus und ein, wenn wir das sehen.
00:39:56: Lai uns deine Augen die überall ins Leben
00:40:00: blicken.".
00:40:02: Das absolute Dunkel des Todes wirft seine Schatten im Leben voraus.
00:40:08: Man macht auch Stimmen was der antike Philosoph Epikur meinte.
00:40:21: So weiß sich der Mensch doch als ein Sein zum Tode.
00:40:25: Und jedenfalls das Sterben bleibt ihm dem Menschen in aller Regel nicht erspart.
00:40:31: Spätestens dann, wenn es an Sterben geht, schaut der Mensch den Tod ins Auge.
00:40:39: Dabei erfährt er das Blicke auch töten und vernichten können – und es steht zur Debatte welcher Blick der endgültige sein mag?
00:40:48: Der Auslöschende oder der Lebenschenkende!
00:40:52: Anders gefragt schaut mich Gott auch im Tod an oder tritt mit der Todesstille eine Gottesfinsternis ein, in der die Spiegel, in die wir schauen nicht einmal mehr rätselhafte Umrisse eines Lebenszeichens wiedergeben.
00:41:09: Bachl beendet den bereits zitierten Text Lass Mich Deine Leiden Nichts Singen aus neunzehn zweiundachtzig Mit dieser Erzählung
00:41:25: auf dem meinen Vater liegt und sterben wird.
00:41:29: Er bittet mich!
00:41:31: Ich hebe ihn heraus, auf den Leibstuhl.
00:41:34: Was habe ich da in den Armen?
00:41:37: Kaum hält es noch zusammen das Knochenwerk des wenige Menschenfleisch und Scham- und Schmerzen Hilflosigkeit und Müdigkeit zum Tod zerlegt und
00:41:51: verschrumpelt.".
00:41:54: Da fällst du mir ein Jesus in der Form, in der man dich ans Holz gebracht hat.
00:42:02: Ich fange nicht an zu singen!
00:42:05: ich sage nichts aber meinen Vater tragend ahne ich du gehörst zu ihm.
00:42:16: die Fraktur seines Lebens ist eingelegt in deinen Leib Jesus Du Baum und Schatten indem ich den zerbrechenden Mann niederlege.
00:42:32: diese schweigende Melodie ist in mir.
00:42:37: Was immer angesichts dessen Erlösung heißt Mark, Bach nennt sich an einer Stelle wie ein Anfang von Trost – ist schlicht dies!
00:42:51: Auch im Sterben bleiben wir angeschaut und dies wiederum nicht anders als durch jenes erblicken das uns sein und leben lässt und dass uns zu dem einmalig unersetzlichen ich macht, nicht mehr als Teilhabe an einer Opferung oder Schlachtung, wie es Bachl nennt.
00:43:17: Erlösung auch nicht das Aufhebung in einen höheren Zusammenhang, in eine Allgemeinheit oder wir sagt in eine augenlose mystische Einheit – erlösungen schon gar nicht als Sinnstiftung, Begründung oder wir sagen Trostsage sondern als bloßes gesehen werden in aller Einmaligkeit und Singularität ohne Interpretation, Ausdeutung oder zweckträchtige Erklärung.
00:43:50: Zwei Texte aus dem Bild Meditationsband von.
00:43:54: aus dem stammen jetzt diese drei Bilder, die ich Ihnen zeigen möchte.
00:43:57: Aus den Bildmeditationsbrand auch Dinge haben ihre Tränen von und achtundachtzig in dem Bachel zu einem sechsunzwanzigteiligen Bilderzyklus des über-oestrischen Künstlers mit ihm verwandten Herbert Friedl gestorben.
00:44:12: zwanzigachzehn In jeweils kurzen Texteinheiten Bildbetrachtungen anstellt mögen ausdrücken was gemeint ist.
00:44:23: So hat der Herr gesprochen.
00:44:26: Horch!
00:44:28: In Rama wird Weglage laut, bitterliches Weinen.
00:44:33: Rahel weint um ihre Kinder Will sich nicht trösten lassen wegen ihrer Kinder.
00:44:39: Ach sie sind nicht mehr da.
00:44:44: Dadurch schneidet die Frau das Gespinst der Trostsage.
00:44:48: Sie schreit Sie bleibt vor dem Loch in dem Ihre Kinder verschwunden sind.
00:44:54: Sie hält ihre Augen dorthin, wo nichts zu sehen ist.
00:44:58: Nichts Schönes, nichts Gutes, nichts Wahres, kein Leben, kein Licht!
00:45:04: Sie rafft alles zusammen was in ihr ist Liebe, Gefühl, Wissen und Willen um das Wort zu sagen dass die Gewalt des Todes nennt.
00:45:15: sie sind nicht mehr Und Gott gab ihr die Stimme dazu.
00:45:27: Halte dich auf bei der einzelnen Nummer neunhundertdreiundvierzig.
00:45:33: Schau nicht durch sie hindurch, schau nicht um Sie herum!
00:45:39: Nicht über Sie hinaus, nicht neben Ihr zur Seite.
00:45:45: Schaue die Nummer an und bleibe da.
00:45:50: Hefte Deinem Blick auf die menschliche Einzelheit.
00:45:54: Wenn sich an ihr nichts begibt, wenn die göttliche Gnade nicht auf diese winzige Stelle fällt Ist alles nichts.
00:46:06: Der Erlöser wird seine Tat nicht beflecken, mit dem Verrat an der Wahrheit des
00:46:12: Leidens.".
00:46:16: Auch Dinge haben ihre Tränen.
00:46:18: dieser Buchtitel, der Vers.
00:46:21: fourhundertsechzig des ersten Buchs der Enne ist das Vergil entnommen ist Suntla cremerera.
00:46:29: Erinnert mich am Bach als Predigt der Tod von nineteen zweiund neunzig in dem es unter anderem heißt Angesichts der Leiche führt kein Weg mehr in die Augen, In das Gesicht.
00:46:43: Aller Innenraum – Die Seele des Bewusstseins, die Sprache sind verschwunden.
00:46:49: Nichts als Haut und Rand ist Bloße Oberfläche was da auf dem Schragen liegt.
00:46:57: An der Leich erfahren wir dass der Tod den Menschen ganz äußerlich Ganz Dinglicht, ganz sprachlos macht.
00:47:05: Die Person wird niemand für diese Welt.
00:47:10: Ich bleibe hängen am Wort Dinglich, beziehungsweise an Begriff der Verdinglichung.
00:47:16: Genau darauf fokussieren sich die Bilder von Herbert Friedl.
00:47:20: Die Kronen der Abwesenheit nennt sie Bachler, weil sie keine Menschen geschweige den Gesichter der Häftlinge oder Opfer des KZ-Mauthausen zeigen.
00:47:31: Diese sind nur sichtbar in den Kleidern, Habseligkeiten und Orten, die Sie zurückgelassen haben.
00:47:39: Jede Stück Jeder Ort aber markiert den Tod in seiner Absolutheit und Einmaligkeit.
00:47:47: Darauf ist der Blick gerichtet, nicht nur unser Blick im Gefolge des Künstlers sondern zuvor schon jener des Erlösers, der wie wir gerade gehört haben seine Tat nicht beflecken wird mit dem Verrat an der Wahrheit des
00:48:05: Leidens.".
00:48:07: Dessen Blick lenkt nicht ab von der entsetzlichen Evidenz des Leidens.
00:48:13: Im Gegenteil, er lässt nichts
00:48:15: aus!
00:48:16: Nicht die kleinste Kleinigkeit, nicht die winzigste Winzigkeit, nicht das Buchstäbliche und nicht das Unzählige – schon gar nicht das Einmalige den Einzelnen, DIE Einzelne, das Persönliche, das Lebens- und Sterbungsgeschichtliche.
00:48:33: Und dieser Blick durchtrinkt dies
00:48:35: alles.".
00:48:37: bis er es selbst wird.
00:48:43: So ist im Schrei der Rahel um ihre Kinder die zerressene Stimme des Messias laut und so gilt für das Sichtum des Vaters, der stirbt hier ist Golgotha nichts anderes nicht mehr aber auch nichts weniger heißt Menschwerderung Inkarnation Erlösung.
00:49:11: Jetzt eben schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse, dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesichts.
00:49:21: Vielen
00:49:21: Dank!
00:49:29: Ja meine Damen und Herren ein Versuch eines anderen Zugangs zu Gottfried Backe.
00:49:42: Wir haben gerade ich sage es einfach mal so lieber Heinz die Innenperspektive gehört Alles Halbmeister auch da, Wilhelm Achleitner hört zu über Streaming.
00:49:54: Alle Personen die mit Bachel gelebt haben und vielleicht auch erfahren haben wie er seine Theologie entwickelt authentisch und sprachmächtig nicht laut eher leise leise Töne dir angeschlagen hat.
00:50:15: Ich gehe mit ihnen heute Abend einen anderen Weg nämlich ich komme von außen.
00:50:22: Ich habe Gottfried Bachel nicht gekannt.
00:50:28: Und das erste Mal bin ich ihm begegnet, ... ... im Jahr zwei Tausend zwanzig als er starb und mich des Theologische Portal Feinschwarz gebeten hat einen Nachruf auf Gottfried-Bachel zu machen weil sie natürlich wussten dass mich Sprache interessiert und sprache natürlich auch mit Gottfried Bachel verbindet.
00:50:59: Und so habe ich es dann versucht, einen Nachruf auf ihn zu schreiben.
00:51:08: Die Theologie besteht im normalen Fall aus neununddreißig Prozent Abschreiben, neun und zwanzig Prozent Weiterschreiben, Neunundzwanzig Prozente Zwischenschreiben.
00:51:32: So formulierte Gottfried Bachl unübertroffen in seiner Salzburger Abschiedsvorlesung, und man kann mit Fug und Recht behaupten dass er den Anteil des Eigenschreibens in der Theologie um ein vielfaches erhöht hat.
00:51:53: Man müsste geradezu einen Bachelglossar mal entwerfen mit all seinen Ausdrücken und mit seinen Begriffen wie sie nur bei ihm auftauchen und vorkommen.
00:52:05: Wer war dieser Mann, der der Floskeln abholt war und theologische Stereotype zum Meiden versuchte?
00:52:15: Auf die Spur kommt man ihm am ehesten wenn man seine Erinnerungen an das Theologie-Studium und an die Wei heranzieht.
00:52:24: Als er in den dreiundfünfzig mit dem Theologiestudium begann fand er in den Lehrbüfern der römischen Gregoriana eine neuscholastische Sprache vor, die mit keiner Silbe die großen Ereignisse des zwanzigsten Jahrhunderts spielte.
00:52:45: Es war ein Lengwer per Ennis, die sich selbst genügte.
00:52:51: Er, der in der Nähe des KZ von Mauthausen aufgewachsen war – wir haben gerade die Bilder von Herbert Friedl gesehen Er blieb skeptisch gegen eine Sprache, die den Ewigkeitston vor sich hertönte.
00:53:09: Programmierte Menschenvernichtungen, Genozide, Vertreibungen – das alles erlebte das letzte Jahrhundert.
00:53:19: aber die Theologische Sprache war davon nicht affiziert.
00:53:25: von den realen Erfahrungen der Mensch und von der Kirche hätte er sich Eine solche Sprache gewünscht.
00:53:36: Aber was er vorfand, war eine rhetorische und kultische Selbstbespiegelung.
00:53:44: Und das wurde ihm klar bei seiner Diakona II.
00:53:48: in Rum.
00:53:51: Bei der Kommunion musste er zuerst den Bischofsring küssen... ...und dann erst bekam er das eucharistische Brotgereicht.
00:54:01: Diese klärikale Urszene ist ihm nie mehr aus dem Gedächtnis verschwunden.
00:54:08: Ihm wurde klar, der Kirchenaufwand hat die Gottesnähe geschluckt!
00:54:15: Der Kirchenbetrieb war wichtiger geworden als die Jesusnähen und die Selbstfaszination der Kirche war zum heiligen Spiel verkommen.
00:54:29: Und dagegen wollte er andenken und anschreiben.
00:54:37: Das tut allerdings nicht mit revolutionären Gesten, er bleibt ein Mann der leisen Töne.
00:54:44: Er ist in keiner großbürgerlichen Familie aufgewachsen wie Hans-Urs von Balthasar sondern er war ein einfacher Bauernbub, der den kargen Müllviertler Boden kannte.
00:54:59: bei dem Bauernhaus im Müll Viertel wo ich meine Kindheit verbracht habe Stand ein Nussbaum von mittlerer Größe, er war leicht zu besteigen und bod in seinem Laubschirm einen schönen heimlichen Raum.
00:55:17: Als ich lesengelernt hatte überfiel mich bald die Lust den Büfern und der Nussbarm wurde mein Zuflucht.
00:55:25: Oben in seiner Krone nagelte ich Bretter in die Asgabel und machte mir einen Sitz.
00:55:35: Der war nicht sehr bequem Aber er hatte seine eigene Weih.
00:55:42: Es war für ihn der Ort des Rückzugs, ein Versteck der Fluchtort vor den landwirtschaftlichen Arbeiten und erst später wurde ihm bewusst dass es der erste Ort einer Jakobsleiter war wo die Engelgottes auf und niederstiegen einen Ort der Gottesbegegnung.
00:56:07: Freilich!
00:56:08: Die kindliche Idylle war stets bei ihm mit einer anderen Erfahrung konfrontiert, die Nähe zum Authausen.
00:56:19: Wo er die in Viehwagen abtransportierten Häftlinge sah und das verbot ihm eine Frömmigkeit, die die Augen vor der Wirklichkeit verschloss.
00:56:30: Eine runde Theologie ist im Früh zerbrochen.
00:56:36: Er entwickelt sie anders Haben wir es auch gehört.
00:56:40: vorher Suchend vorläufig, immer neu ansitzend.
00:56:48: Nie ist der Reotyp seine einfache Herkunft.
00:56:55: Die Dinge haben ihre Schönheit auch in der Landwirtschaft.
00:57:00: die Furche des Akkas das gestriegelte Pferd Der gekehrte Hof Das waren für ihn ästhetische Erfahrungen und diese Erfahrungen ließ er sich nicht austreiben.
00:57:18: in der Seminausbildung in Lenz, noch im Theologiestudium im Germanikum in Rom.
00:57:27: Und also Religionslehrer war in Wels – wir haben es gehört – hat er seine ersten Texte verfasst in der Welser Zeitung.
00:57:37: Meistens Betrachtungen zum Kirchenjahr mit Weihnachten und Ostern... ...und darin leuchtet bereits seine Theologie auf!
00:57:49: Es wird deutlich Die idyllische Müllviertel ist nicht ohne Mauthausen zu haben.
00:57:59: Und Jesus war Jude und nicht im Müllverdl geboren, auch darauf hat er immer wieder hingewiesen.
00:58:08: die in der Fachwelt anerkanntesten Beiträge aber hatte zur Eschatologie geschrieben über die letzten Dinge.
00:58:19: und da hat er sich gegen eine Tradition gewandt in denen bereits seine Theologie auch aufleuchtet.
00:58:27: Nämlich gegen eine Tradition, die alles vom Jenseits zu Wissen schien und die Menschen mit Angst dran salierte.
00:58:41: Stets um von Anfang an hat er seine Theorie mit Poesie umgesetzt.
00:58:49: Löst eure Saugnapfe vom Firmament!
00:58:53: Ihr habt den Text der Erde nicht gelesen Buchstabieren noch ein wenig.
00:58:59: Hier
00:59:00: unten!
00:59:03: Gottfried Bachels Prosa ist brillant, eine Sprache in die er immer investiert, ein Leben lang.
00:59:10: Sie ist liebevoll geistreich und manchmal auch provokativ.
00:59:17: Pro-Ocare In dem etwas herausruft Etwas entzündet.
00:59:25: Bachl war auch ein Theater und Operngänger.
00:59:29: stets verändern diese Besuche auch seinen Blick auf die Theologie.
00:59:35: In der Opa sitzen trafen mich schon manchmal der Gedanke, an diesem Ort lerne man mehr über das Verhältnis von Mann und Frau als aus vielen grauen Texten in der
00:59:47: Theologie.".
00:59:49: In dem Buch Gott bewegt von Alois Halbmeier herausgegeben dass ich damals im Nachruf erwähnt habe Und wo mir dann der Chef des echter Verlags gesagt hat, in den nächsten Tagen war das Buch vergriffen.
01:00:05: So präsent waren die Texte, die da darin abgebildet und abgedruckt waren.
01:00:11: In diesem Buch Gott bewegt sind viele seiner Lesestücke zum Glauben und zur Zeit, in der wir Leben zusammengefasst.
01:00:20: Besonders bewegend ist Darin, der möchte ich herausgreifen – der E-Mail-Briefwechsel mit dem sechzehnjährigen Anna!
01:00:29: Und die sechzehnjährige Anna fragt Gottfried Bachl, wann endlich
01:00:35: wird die
01:00:36: Liturgie belebter und unterhaltsamer?
01:00:39: Und Bachl gibt zur Antwort ich langweil mich gar nicht gern.
01:00:46: Aber es gibt Dinge, die es wert sind dass man um ihre Dwellen langeweile erträgt zum Beispiel Vokabel lernen damit man halbwegs flüssig sprechen kann.
01:00:59: Es fällt mir unter dem Kreuz, an dem Jesus aufgehängt wurde.
01:01:04: Nicht ganz leicht mich unterhalten zu lassen!
01:01:07: Wie soll das aussehen?
01:01:10: Mir gefällt aber zu dieser Frage deine Unterscheidung von Belebt und Unterhaltsamsein.
01:01:17: Mit einer großen Geschichte sollte man nicht fad umgehen Und nicht die altgewohnte Jesus-Leiher drehen.
01:01:26: Es lohnt sich alle mal Die belebene Wirkung in den brennenden Menschen aus Galilea zu entdecken.
01:01:34: Da darf man schon seine Fantasie spielen lassen und den großen Atem aus der Lunge holen, die Bibel ist ein gewaltiges Libretto!
01:01:45: Und für den Umgang mit diesem Buch gilt was für alle großen Bücher zutrifft.
01:01:52: Wer sich am Don Quixote langweilt sollte bei Gelegenheit einmal fünf Minuten über seine Lesefähigkeit nachdenken.
01:02:06: Und als Anna ihn fragt, wann endlich Frauen zu Priesterinnen geweiht werden?
01:02:13: Gibt er zur Antwort?
01:02:15: Ich bin überzeugt dass diese Schranke eines Tages fallen wird.
01:02:22: wahrscheinlich aber wird bis dahin noch eine erhebliche Zahl von Päpsten in das fertikanische Gras beißen.
01:02:34: Das Argument Jesus habe doch nur Männer in seinen Jungenkreis berufen, wie er mit dem Hinweis zurück.
01:02:43: Dann dürfte es nur jüdische Päpste geben und gewiss keinen Pontifex aus Bayern.
01:02:52: Damals war Benedikt Papst Und das Buch endet mit einem Postskriptum.
01:03:00: Seltsam sagt mein Hausverstand.
01:03:04: Da gibt es Mann und Frau Doch manche wollen nur die Hälfte.
01:03:08: Seltsom Sagt mein Hausverstand.
01:03:11: Die Frauen sind viel früher dran am leeren Grab, doch männlich wird der Schluss rausgezogen.
01:03:19: Seltsam sagt mein Haus Verstand.
01:03:22: Vom Himmel fällt das goldene Brot und wichtig ist den Päpsten die Befugnis.
01:03:32: seltsam, sagt mein Ausverstand Der Rappi läuft mit Frauen durch die Gegend – die Kathedralen aber dummsten männlich her.
01:03:42: Seltsam, sagt mein Hausverstand.
01:03:46: Der Geist bewohnt so Frau und Mann doch mans Oregel sagt allein wer wie wo und was darf.
01:03:59: Hier haben sie Bachel gehört in seiner Art und Weise wenn er Dinge offen benennt deutlich anspricht Und hier hat ihn vor allem eine Jugendliche dazu bewogen.
01:04:34: Und mich haben sie damals um einen Beitrag zum Priesterverständnis von Gottfried Bachl gebeten, Es gibt keinen eigenen Traktat darüber bei ihm, also es war eine Sucharbeit auf die ich mich begeben musste und ich bin auf etwas gestoßen was uns auch mit diesem Haus hier verbindet.
01:05:03: Nämlich in einem Studientag an der Katholischen Akademie in Bayern am twenty-zwanzigsten März, nineteen-neinundneunzig hatte Bachl die Möglichkeit nach Gestalten des Vorbilds für den Priester heute zu suchen.
01:05:19: Der Studientag trug den Titel Erzähltes und gelebtes Evangelium, Lebensläufe Glaubensgeschichten am Beispiel von Sophie Scholl Und Friedrich Spee.
01:05:35: Die Texte wurden vorgetragen von der Schauspielerin Adlheib Picher Und Bachel setzte diese beiden gestalten Sophie Scholl und Friedrich Spee in Bezug zu seinem Priestetum von Sophie Schall.
01:05:57: Und vor ihr, so sagte er damals, könne er nur erölden.
01:06:05: Diesen Mut hätte er nicht aufgebraucht.
01:06:11: Also so alt war wie sie, war er unreif, unfertig.
01:06:17: im Germanikum in Rom Ein Alumnus, ein noch zu näherender Amtropf der Kirche.
01:06:26: Aber kein Selbstständiger von wegen Protestler!
01:06:31: Und an Friedrichs Pee entdeckte Bachl einen ganz ungar von Gott ergriffenen Menschen.
01:06:41: Das Gottesgefühl war der Brennpunkt seiner Kraft und diese ermöglichte es ihm inmitten einer brutalen Zeit getrost zu sein.
01:06:55: Zeit zu haben für Gedichte und Lieder, die allesamt, so sagt Bachl, Liebeslieder zum Himmel sind.
01:07:05: Und Bachl hob einen Zug an Speher vor der ihm sehr wichtig war.
01:07:12: Weisheit und Bildung.
01:07:16: aber wer glaubt und realisiert das heute noch?
01:07:22: hat sich nicht in vielen religiös interessierten und gestimmten Menschen die Meinung festgesetzt, dass Wissen und Bildung für den Vorgang Glauben gefährlich, hinderlich oder jedenfalls überflüssig sein.
01:07:40: Hat der Glaubende nicht alles was er braucht zur Orientierung im Dasein?
01:07:46: Auf einmal!
01:07:47: Ein für allemal mit dem Blitz der Gnade erhalten.
01:07:54: und dann die Schlussfolgerung vom Bachel.
01:07:58: Friedrich von Speer hat sein Christentum nicht nur in einer Form zum Ausdruck gebracht.
01:08:05: Es war ihm gegeben, es in vielen Aspekten leuchten zu lassen.
01:08:11: Er war Priester und verstand seine Weile als göttliche Aufschließung seines Lebens.
01:08:19: Er War Ordensmann und er war Lehrer um mit dem Wort eine Brücke zu schlagen zwischen den Menschen der Welt und dem Evangelium Gottes.
01:08:33: Und er war in der gedrängten Unruhe seines Lebens, in der Lage den flüchtigen Augenblick zu bewohnen, zu erleben als das Entzücken der blitzhaften Gegenwart Gottes.
01:08:49: Er hatte die Gnade davon singen zu können wenn er war ein
01:08:54: Lichter!
01:08:57: Man wird wohl nicht viel gehen in dieser Charakterisierung von Spä, ein wenig auch Gottfried Bachl zu erkennen und seine Intention als geistlicher Mensch.
01:09:11: Er wollte Poet... ...und er wollte Priester sein!
01:09:20: Und deshalb hat er im Jahre Zwei Tausend Neuen heftigst protestiert gegen einen Schreiben von Papst Benedikt im Jahr des Priesters, wo er den Pfarrer von Ars als Vorbild genommen hat.
01:09:42: Da empörte sich in ihm alles!
01:09:45: Wie kann man heute
01:09:47: so
01:09:49: einen einfachen Bildung fernen Menschen den Priestern als Leibbild hinstellen?
01:09:58: Ist das nicht zu etwas und ich zitiere Bacheln?
01:10:04: wie eine geistliche Kriminalität.
01:10:09: Menschen priesten in einer Bildungsgesellschaft,
01:10:13: so
01:10:15: als Leitbild mit einer Figur zu versehen – ich erspare Ihnen die weiteren Zitate dazu!
01:10:21: Denn das sind wirklich eine heftige Kontroverse, die er mit Papst Benedikt ausgetragen hat.
01:10:30: Ich bringe Ihnen lediglich zum Abschluss dieses Teils Zwei Erkenntnisse in poetischer Form zu gehören, ernenne sie Gebete.
01:10:42: In Meiluft und Eisgang gehören zwei Beispiele.
01:11:06: Und
01:11:42: meine sehr verehrten Damen und Herren, liegen die gesammelten Schriften vor.
01:11:46: von Gottfried Bachel.
01:11:48: Und wie gesagt, ich bin zunächst über ein paar kleinere Bände damals, halb mal Gott bewegt und andere versammelte Schriften auf Bachel gestoßt.
01:12:02: aber nun können sie Bachel in Toto in diesen fünf Bänden lesen nachvollziehen und es lohnt sich!
01:12:17: Im dritten Teil meinen Ausführungen den Theopoeten Gottfried Bache noch einmal näher vorstellen und ich tue es mit einem Text, man könnte fast jeden Text nehmen weil er poetisch durchpulst ist aber auch poetisch endet.
01:12:40: Ich habe einen Text ausgewählt das kleine Brosserstück der beneidete Engel Und wir hören die Einleitung dazu von Veronica Schmidinger.
01:13:24: Jedes Mal weist der Engel über das Zähne, der mich anzog.
01:13:30: Während die Zehen in den Schuhen kalt wurden, sah ich ihm zu.
01:13:36: Er hing an einem feinen goldenen Faden, der irgendwo droben angemacht war.
01:13:44: Langsam drehte er sich über den Gestalten und Ereignissen unter ihm.
01:13:50: Manchmal brauchte er von der Wandlung bis zur Kommunion, um sein Gesicht vom Jesuskind zu den Kamelen zu wenden.
01:13:58: So gemessen ruhig wie es kein Ministrant und auch der Herr Dächert nicht gekonnt hat!
01:14:05: Er schwebte über den Schafen und Hunden.
01:14:09: Er war über den Hirten hinter den Büschen sogar über Jesus Josef und Maria.
01:14:16: Er schaute den Ochsen auf die Hörner Der Esel musste komisch aussehen von oben.
01:14:23: Und nach drei König waren die Männer mit den Geschenken dabei und noch mehr Tiere, die es in unserem Stall daheim nicht gab.
01:14:33: Immer aber der Engel am goldenen Seil – oben!
01:14:39: Mit geöffneten Schwingen im Gleitflug über das schönen Geschichte er sah.
01:14:50: Da las der Priester zwischendurch auch die hässlichen Begebenheiten vor.
01:14:55: Von Herodes, vom Kinderschlachten von den Betlehemiten, die ihre Türen zuschlugen wurde gesungen.
01:15:04: Auf der Krippe war nichts davon.
01:15:06: Kein Messer keine Flüchtlinge keine Schreiende nur eine glücklich versunkene Mutter ein sattes kein totes Kind.
01:15:19: Der Bub im Kirchenstuhl Neben dem andächtigeren Vater dachte, was wohl der Engel täte?
01:15:29: Wenn er die Mörder rennen sehe.
01:15:32: Wenn das Blut alles rot machte.
01:15:35: Wenn Leichen herumlägen.
01:15:37: Wenn Josef das Kind aus dem Stroh nehme um davon zu laufen.
01:15:41: Wenn Maria die Hände zusammenschlüge.
01:15:45: Müsste die Schnur reißen an der er hing?
01:15:48: Würde es sie mit einem scharfen Flügelschlag kappen herabspringen, irgendwoher ein Schwert ziehen verteidigen schlagen stechen verhaften.
01:16:02: Er kam zu dem Schluss dass der Engel oben bliebe das er sein Tempo und sein Geschau nicht ändern nicht einmal mit der Wimper zucken würde.
01:16:16: Er war aufgehängt?
01:16:19: oder war er von oben herab gelassen?
01:16:23: Dass er ohne Belästigung, ohne Beschäftigungen?
01:16:36: Ich habe diesen Text gewählt, weil die Entwicklung und Entfaltung der Theologie von Bache in Nutze entfaltet.
01:16:48: Da ist zunächst der Kinderglaube den er mit dem Engel Gabriel über der Krippe in Verbindung bringt.
01:17:00: Das wäre doch eine ideale Position alles mitzubekommen Und in nichts verwickelt zu sein.
01:17:11: Heere Distanz und der Blick von oben, diese Position aber wird infragwürdig während des Studiums bei einer Papst-Audienz in Kastelgandol vor.
01:17:28: Zunächst auch hier die Bewunderung stündest du da oben, wärst auch du deine Zweifel los, diese ganze seelische Schinderei.
01:17:44: welche Einsamkeit dieser weißen Gestalt.
01:17:50: wie an Fäden gezogen, ober die Arme in puppenhaften Rhythmus.
01:17:59: Und dann Jahre später stand Bachel auf der Brücke von der seine Schwester Rosina bei einem Unfall zu Tode gestürzt war.
01:18:12: sie stürzte vom Heuwagen auf die darunter führende Gleise.
01:18:19: Nun hast du die Position des Engels und er erschrak ob dieser Distanz.
01:18:29: Und er spürte, dass nicht der Schwingen berauschte Gabriel seine Leitfigur sein sollte – die Leitfigur für seine Theologie sondern der Lazarus im Fleisch.
01:18:49: Meine Seele mein Gabriel flug lustig Schwingen, berauscht.
01:18:57: Wirf ab deine Flügel!
01:19:00: Opfere sie der Sonne!
01:19:02: Entscheide dich für die Perspektive des Staubs.
01:19:08: Wenn du es mit den Wolken hältst Über Austerlitz über Stalingrad Wenn du hoch genug fliegst Machen dir öfen Die schönsten Kringel aus Menschenfleisch Passen gut in die Landschaft die Totenkreuze Zierliche Seidelbärkraut.
01:19:29: Wenn du es mit den Wolken hältst Von oben stimmt alles.
01:19:39: Aber lieg unten, leg dein Gesicht auf die Kiesel Entdecke die Wurzeln.
01:19:47: Die Sümpfe sind tief Der Teer brennt auf den Straßen.
01:19:53: Meine Seele mein Gabriel herunter mit dir Die fürstliche Höhe Der Überblick, das schäumende Blau Die Prasserei die Zusammenfassung.
01:20:08: Die universelle Stimmung des Himmels.
01:20:14: Aber Lazarus hat nur die Augenwinkel im Fleisch.
01:20:19: Im Fleisch meine Seele auf Erden.
01:20:27: In den Text der beneidete Engel hat Bachl auch einen Exkurs über die klärikalen Weisheitsfürsten eingestreut angefangen von Thomas von Aguin bis zu den heutigen Theologen.
01:20:45: Thomas von Aguin, der die Geburt Jesu als ohne Schmerz und irgendwelche Verletzung beschrieben hat Das Kind flog auf dem Engels Weg nach draußen.
01:21:01: Es
01:21:01: musste keine Enge durchleben.
01:21:05: Ingenation ja aber nicht da unten.
01:21:10: Erfahrungen sind nicht nötig.
01:21:15: Im Zeppelin über den Wohnungen und Ehe betten, seit ihr klärikalen Weisheitsfürsten im Klaren.
01:21:24: Nein Gabriel!
01:21:26: Nein!
01:21:28: Sondern Lazarus im Fleisch.
01:21:34: Theo Poesie meine Damen und Herren Sie haben es gespürt und gemerkt ist bei Bachel keine Artifizielle, keine kunstvolle Sprache sondern Seine Theologie in Abreviatur verwandt mit dem Sermuhummels, den ganz einfachen Erfahrungen des Menschen.
01:22:01: Und hier geben seine Mundartgedichte Auskunft ober die Enge herum bei der Leid.
01:22:13: so sind diese Mundart Gedichte überschrieben.
01:22:19: sie sind nicht abgedruckt in den gesammelten Werken, meine Damen und Herren.
01:22:25: Denn die Herausgeber unter Verlag Herder mutet ihnen dem Müllviertler Dialekt nichts mit.
01:22:39: Aber da ich hier stehe – ein Sohn des Bayerischen Waldes!
01:22:47: Mit der Sprachfamilie des Mühlviertels nicht nur vertraut sondern verwandt das ist die gleiche Sprache bringe ich Ihnen eines dieser Gedichte
01:23:00: zu Gehör.
01:23:07: Es ist überschrieben und ich muss dann wahrscheinlich einige Wörter dekodieren, aber ich tue es gern am besten.
01:23:23: und die Gedanke.
01:23:25: Nicht ein, der so alles Ganze drauflegt auf dich!
01:23:58: Nicht einen, den du nicht adressen kannst.
01:24:05: Nicht one, der korrekt mit deinem selber Hut.
01:24:09: Nicht on, denn sein Mörder hat nicht aus dir Augenlösen.
01:24:15: Ein Ahnen hergutmixst.
01:24:19: Ich glaub
01:24:19: das.".
01:24:23: Meine Damen und Herren, ein Ahnenhergott, nicht um an der Oberschaut von der Gesotelucke.
01:24:29: Also dort, wo mehr oder weniger nach dem Dreschen die Abfälle hinein geblasen wurden.
01:24:39: Nicht um dass sie dazwischen liegt in dein Bett, der dir viel passt, der kontrolliert, der den Gedanken kontrolliert... ...der sich auch auf dich drauf legt.
01:24:49: Ein Ahnen hergott mext.
01:24:51: ich glaub das!
01:24:55: Bache versteht sich in der Nachfolge Jesu und zwar als einer, der den schweren Gott, den Kontrollgott wegnehmen will.
01:25:11: Und seine Leichtigkeit spüren lassen will mit der er ihn in der Welt da sein lässt.
01:25:21: Und diesem Gott – der Leichtigheit hat Gott für Bache denn eine Schmiedinger herausgebracht hat, nämlich in dem zweibändigen Werk.
01:25:40: Die Bibel in der deutschsprachigen Literatur der Gegenwart hat einen wunderbaren Aufsatz über die Bibel als Leseerlebnis geschrieben und am Schluss für diesen Gott der Leichtigkeit
01:25:55: plädiert.".
01:26:04: Das Lesen der Bibel bleibt lange eine Enttäuschung, bis sich die Vermutung einstellt.
01:26:10: Die ganze Sammlung der biblischen Schriften sei zu lesen als Beschreibung der Arbeit an das schwere Gottes.
01:26:19: Jesus vor allem als Repräsentant der Gottesleute redet und handelt in der Absicht Gewicht wegzunehmen!
01:26:29: Seine Kritik der Sorgen und der Bedeutungswut aller religiösen Funktionäre rührt her von der Leichtigkeit, mit der er Gott da sein lässt in der Welt.
01:26:42: Das Erdrückende des Absoluten ist seinerseits bestimmt von einer Sorge um die Anerkennung der Allmacht durch Wort- und Gabe.
01:26:53: Dazu gehören der fordernde Wille – Die Ungewissheit des Gemütszustandes Ob es denn eine gnädige Instanz ist, der Aufwand an Anwendungen um Gott in die Zone der Verlässlichkeit und der Belangbarkeit zu bringen.
01:27:10: Die riesige kultische Apparatur!
01:27:14: Alles das scheint von dem schweren Herabreichen des ganz anderen Erpress zu sein.
01:27:22: Jesus macht Gott leicht Anruend am Geschöpf mit der Berührung der ewig zu vorkommenden Liebe.
01:27:32: Alle dringlichen Menschenworte sind vom guten Wort Gottes überholt und als Gottbeschaffungsmethode überflüssig.
01:27:43: Daher die Gesten der Leichtigkeit, Licht werden in der Szene auf dem Tabur, über das Wasser gehen, die Lösung des Gebetes aus dem Leistungszwang Die Abkehr vom zehrenden Gedanken, Gott sei hungrig.
01:28:25: wie nicht dumm werden in der Lust der Zustimmung.
01:28:35: Der Charakter der biblischen Schriften ist von diesem Spiel der Gegensätze bestimmt, indem das schwere Sorgegott leicht wird zum Liebegott der
01:28:47: Zumutungen.".
01:28:49: Da ist also gewiss kein fröhliches Buch, dass in Stimmung versetzt und mit guter Laune versorgt.
01:28:57: Aber wer die Bibel nicht nur gelesen hat sondern ihren Weg gegangen isst hat was zu lachen.
01:29:11: Kommt alle zu mir, die ihr schwere Lassen tragt!
01:29:20: Ich will euch erquicken, schreibt die Einheitsübersetzung.
01:29:27: ich will euch aufatmen lassen.
01:29:30: übersetzt Fridolin Stier in diesen Zeilen von Gottfried Pachel hat man dieses Aufatmen förmlich gespürt dieses nicht ertrückt werden von einem schwere Gott.
01:29:51: Meine Damen und Herren, schließen aber möchte ich mit jemandem der Gottfried Bachel am längsten von allen kennt.
01:30:03: Können Sie ein bisschen nachdenken?
01:30:05: Wer das sein könnte lasse sich jemanden von den Toten wieder an verstehen.
01:30:10: Nein es ist ganz einfach!
01:30:16: Ich habe Wolfgang Beinert gefragt einen Kurzkollege von Gottfried damals am Germanikum, wie er sich an ihn erinnert.
01:30:36: Beinard lebt heute dreieun neunzigjährig in Regensburg.
01:30:40: Die nächsten Tage erscheint sein neues Buch mit fünfhundert Zeiten.
01:30:46: So lebt man dreiundneunzigjährig im Schatten des Hauses.
01:30:52: Benedikt Gottfried Bachl und ich sind am gleichen Oktobertag des Jahres neunzehn dreiundfünfzig ins römische Collegium Germanicum et Hungaricum eingetreten.
01:31:07: Am gleichen Oktober-Tag des Jahres neunundfünfzig standen wir am Zielpunkt jenes Schrittes, am Weihalter in San Ignacio.
01:31:19: Mich hat mit ihm mehr als eine bloße Kursgenossenschaft verbunden und das war nicht so leicht – nicht nur deshalb weil vom Haus aus nähere Gemeinschaft gar geschätzt wurde, als es gab das Schwellengebot.
01:31:38: Man durfte nie die Schwelle des Timmers des Anderen gehen, sondern es kam auch von der offenkundigen Sprödigkeit seines Verhaltens.
01:31:51: Erschien von vielen was die anderen aufwühlten nicht einmal berührt zu sein
01:31:56: – die
01:31:58: leibgewordene atheraxierter Stoiker!
01:32:03: Doch wer sich um Kontakt zu seiner Person Und zu seinem Denkmüte erkannte?
01:32:09: als bald hinter der unerschütterlichen Gelassenheit verbarg sich eine leidenschaftliche, eine glühende Gottsuche.
01:32:22: Gott suchen!
01:32:24: Gott finden in allen Dingen.
01:32:27: diese ignatianische Christenweisung hat sein geologisches Wirken lebenslang bestimmt seine Humanität geprägt Und gerade so hat er in seiner bescheidenen Zurückgezogenheit eine nachhaltige Wirkung entfaltet.
01:32:48: Bachl
01:32:50: gehört zu den bedeutenden Christen seiner Epoche.
01:32:59: und vor allem eines meine Damen und Herren, Bachl blieb bis zum Schluss neugierig auf Gott.
01:33:10: Ich bin froh dass ich nicht weiß wer ich bin.
01:33:15: Gott wird es mir sagen.
01:33:20: Und deshalb ließ er sich auf dem Sterbebett die Gedichte von Christine Lavant, der dichtenden Gesinnungsgenossin aus dem Lavantal vorlesen.
01:33:35: Die Theologumina kannte alle in und auswendig aber die Metaphern der Poesie sollten für ihn zum Vorgeschmack werden – auf die Begegnung mit Gott Im Tod.
01:33:54: Er blieb Theopoet bis zum letzten Atemzug.
01:34:00: Vielen Dank, meine Damen und Herren!
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